Industrie-Lexikon

Walzenvorschub

Walzenvorschübe sind häufig an Pressen mit Automatik bzw. Dauerhub-Betriebsarten zu finden. Der Walzenvorschub wird dabei in der Regel am Maschinentisch angebracht und ist, entweder über ein Gewindesystem oder eine hydraulische Hebeeinheit oder elektrisch, in der Höhe stufenlos verstellbar.


Aufbau eines Walzenvorschubs
Der Walzenvorschub besteht aus
• Führungsrollen
• unterer Rolle
• oberer Rolle
• Pneumatik bzw. Hydraulikzylinder
• elektrischer Steuerung

Am Einzug (vorderer Teil des Vorschubs) befinden sich die FĂĽhrungsrollen, die sich je nach KrĂĽmmung des Materials neigen und somit eine "saubere" FĂĽhrung des Materials zulassen. Bevor das Material zu den Vorschubwalzen gelangt, wird ĂĽber einen Sensor abgefragt, ob das Band vorhanden ist. Danach wird das Material von den Vorschubwalzen eingezogen. Die Vorschubwalzen bestehen aus der oberen und unteren Walze. Die obere Walze ist verstellbar gelagert und kann somit auf jede Materialdicke eingestellt werden. Weiterhin ist an der oberen Walze der LĂĽftungszylinder befestigt. Der LĂĽftungszylinder hebt nicht nur die Walze, sondern ĂĽbt auch Druck auf die Walze aus, um das Material vernĂĽnftig vorzuschieben.

Automatikablauf
Das Band ist in den Vorschub eingefĂĽhrt, die Maschine wurde auf Automatik geschaltet und ĂĽbernimmt nun den Startbefehl fĂĽr den Vorschub. Das Material wird zum Zeitpunkt X durch die Vorschubwalzen eingezogen und ins Maschineninnere transportiert. Bei gewissen Produktionsabläufen ist es notwendig, dass die Vorschubwalzen das Material loslassen, sobald das Material bearbeitet wird, z. B. bei Stanzvorgängen bei der Metallverarbeitung. Dieses „Loslassen“ wird als ZwischenlĂĽften bezeichnet und wird vom Hebezylinder ermöglicht. Je nach Materialstärke wird der Vorschub mit hydraulischer (bei dicken Materialstärken) oder pneumatischer (dĂĽnne Materialstärken meistens bis 7 mm) ZwischenlĂĽftung eingesetzt. Nach Beenden der Materialbearbeitung wird die obere Walze wieder gesenkt und angepresst, um ein erneutes Vorschieben des Materials zu ermöglichen.

Elektrische Steuerung
Vorschubzeitpunkt und Zeitpunkt für das Zwischenlüften wird meistens über ein Nockenschaltwerk oder einen Drehgeber an der Pressenwelle realisiert. Über die Winkelangaben wird dann in der Vorschubsteuerung des Startbefehl programmiert. Es sind Startbefehle von 0 bis 360° möglich.
Quelle: Wikipedia

 

 

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