Produkt-News

Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV)
Was kann der 3D-Druck wirklich?

Dem 3D-Druck wird eine grosse Zukunft vorhergesagt. Was aber tats├Ąchlich im Bereich des Realistischen liegt, weiss Steffen Ritter. In einem Seminar, das die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) anbietet, schafft er Ordnung im Dschungel der 20 g├Ąngigsten Verfahren und vermittelt fachliches Know-how f├╝r Profis und Interessierte.

SNV - Was kann der 3D-Druck wirklich

Wen sprechen Sie mit dem SNV-Seminar ┬źEinf├╝hrung in die Additive Fertigung / in den 3D-Druck┬╗ an?
Ein breites, am Thema interessiertes Publikum. Fachleute und Interessierte, die einen ├ťberblick erhalten und daf├╝r spezifisches Fachwissen erwerben m├Âchten. Wer sich mehr mit 3D-Druck und speziell mit dem Schwerpunkt der industriellen additiven Fertigung intensiver auseinandersetzen m├Âchte, kann das in diesem Seminar. Die M├Âglichkeiten sind vielf├Ąltig, denn es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen additiven Verfahren. Je nach Absicht eignet sich das eine oder andere besser. Um sich in diesem ┬źDschungel┬╗ zurecht zu finden, braucht es bestimmte Kenntnisse.

Diesen ┬źDschungel┬╗ nennen andere eine Revolution. Inwiefern revolutioniert der 3D-Druck die Welt?
Es gibt Nischenbereiche, in denen tats├Ąchlich ┬źkleine Revolutionen┬╗ stattfinden. Beispielsweise in der Pneufertigung, im medizinischen oder zahnmedizinischen Bereich. Ansonsten w├╝rde ich nicht von einer eigentlichen Industrie-Revolution reden. Meiner Meinung ist der 3D-Druck eine Fertigungsmethode, die herk├Âmmliche Fertigungsmethoden erg├Ąnzt.

Warum ist dieses aufbauende Verfahren gerade in den erw├Ąhnten Bereichen erfolgreich?
In der Medizin geht es um Objekte wie Zahnf├╝llungen, Knochenersatz und anderes. Das sind immer individuell angepasste, hochwertige Einzelst├╝cke, die mit diesem Verfahren teilweise noch w├Ąhrend der Behandlung angefertigt werden k├Ânnen. Bei der Pneufertigung erlaubt der 3D-Druck, Profilformen herzustellen, die mit herk├Âmmlichen Werkzeugen nicht produziert werden k├Ânnen.

Worin unterscheidet sich denn die Fertigung in Anbetracht der doch sehr unterschiedlichen Materialien?
Entscheidend ist die Frage, was man am Ende f├╝r ein Produkt haben m├Âchte. Je nachdem m├╝ssen Ausgangsmaterial und Verfahren gew├Ąhlt werden. Ein Beispiel: Kunststoff plastifiziert bei 280 Grad, Wachs hingegen, mit dem beispielsweise Goldschmiede Modelle herstellen k├Ânnen, hat einen sehr tiefen Schmelzpunkt. Metall schmilzt erst bei sehr hohen Temperaturen. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an den Drucker. Die einen arbeiten mit Infrarotquellen oder Lasertechnik. Andere bauen die dreidimensionale Struktur mit lokal aufgetragenen Bindemitteln oder mit drahtf├Ârmigem Kunststoff oder Metall auf. Folglich sind auch die Ausgangsmaterialien entweder fest, fl├╝ssig oder pulverf├Ârmig.

Dann gibt es ihn also nicht, ┬źden┬╗ einen 3D-Drucker?
3D-Drucker gibt es ganz verschiedene. Drucker m├╝ssen in der Lage sein, das gew├╝nschte Endprodukt in der ben├Âtigten Qualit├Ąt zu produzieren. Hobbyger├Ąte f├╝r den Polymer-Filamentdruck, die sehr ordentliche Qualit├Ąten liefern, erh├Ąlt man beispielsweise schon ab 1000 Schweizer Franken. Hingegen kann ein Drucker f├╝r die industrielle Fertigung, beispielsweise von pr├Ązisen Metallstrukturen, schnell mal eine halbe Million Schweizer Franken kosten.

Was ist bei der additiven Fertigung grundlegend anders als bei herk├Âmmlichen Fertigungsmethoden?
Meist redet man nur von der Kernphase, dem Druck an sich. Vorg├Ąngig gibt es aber die Entwicklungsphase. In dieser wird das Produkt als dreidimensionales Datenmodell konstruiert. Das muss in ein Format umgewandelt werden, das der 3D-Drucker versteht. Wichtig ist bei der Konstruktion, dass die spezifischen M├Âglichkeiten und Anforderungen f├╝r den 3D-Druck ber├╝cksichtigt werden. Denn dreidimensionale Teile sind in der Phase des Drucks plastisch und m├╝ssen entsprechend auf einem Boden aufgebaut und gest├╝tzt werden. Das braucht bereits in der Konstruktionsphase ein spezifisches 3D-Druck-Know-how und hat Folgen f├╝r die Nachbearbeitung des Objekts.

An welche Folgen denken Sie da?
Die erw├Ąhnten St├╝tzen m├╝ssen abgetragen und das Objekt muss gereinigt werden. Gerade bei Produkten, die im medizinischen Bereich verwendet werden, ist die Reinigung extrem wichtig. Das kann je nachdem sehr aufw├Ąndig sein. Je pr├Ąziser das Produkt geformt sein muss, desto feiner ist das verwendete Ausgangsmaterial, beispielsweise das Metallpulver. Dieses bewegt sich in der Gr├Âsse von Micropartikeln. Sind diese weniger als 10 Micrometer gross, gelten sie als Feinstaub, der bekanntlich gesundheitsgef├Ąhrdend ist. Mit anderen Worten: Da geht es zus├Ątzlich um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Folglich sind zus├Ątzliche Bel├╝ftungs- und Filteranlagen oder Schleusen erforderlich. Es ist also wichtig, bei einem grossen Projekt bereits am Anfang auch an die Nachbearbeitung zu denken.

Welche Zukunft geben sie dem 3D-Druck?
Mal vom aktuellen Hype abgesehen ist der 3D-Druck ein Verfahren, das bisherige Produktionsmethoden sinnvoll erg├Ąnzt und erweitert. Einige Nischenbereiche k├Ânnen davon stark profitieren. Der additiven Fertigung wird daher ein starkes Wachstum vorhergesagt. Die Prognosen m├╝ssen aber auch in Relation zu anderen Fertigungsverfahren gestellt werden, die bereits heute gr├Âssere Volumina erzeugen und deren Umsatz wohl so bleiben wird.

Bei welcher Anwendung sind Sie eigentlich zum erstem Mal der additiven Fertigung begegnet, und wann war das?
Das begann Anfang der 1990er-Jahre. Ende der 90er-Jahre war f├╝r mich diese Fertigungsmethode f├╝r den Modell- und Prototypenbau bereits selbstverst├Ąndlich. Es ist einfach wichtig, dass man von der virtuellen CAD-Zeichnung zu einem dreidimensionalen Objekt in einer anfassbaren Gr├Âsse kommt. So kann man etwas in den H├Ąnden halten, ausprobieren, ob es passt oder funktioniert. Mit dem 3D-Drucker hat man die M├Âglichkeit, schneller und kosteng├╝nstiger solche Prototypen herzustellen. Noch heute macht diese Anwendung 55-75 Prozent der gesamten additiven Fertigung aus.

SNV - Steffen RitterSteffen Ritter
Dozent bei der SNV-Academy















M├Âchten Sie sich in diesem Bereich weiterbilden? Die SNV bietet ein passendes Seminar an:
SNV-Seminar ┬źEinf├╝hrung in die Additive Fertigung / in den 3D-Druck┬╗ am 22. September 2021 in Winterthur

Ihr Ansprechpartner f├╝r weitere Informationen:
Christof Sch├Ânenberger, christof.schoenenberger@snv.ch, Tel: +41 52 224 54 36


Weitere Informationen:
Die Normung ist bei der additiven Fertigung ein grosses Thema. Das Spiegelkomitee ┬źSWISSMEM/NK 1261, Rapid Prototyping and Rapid Manufacturing┬╗ ist in die internationale Entwicklung folgender Normen involviert: ┬źCEN/TC 438 Additive Manufacturing┬╗, ┬źISO/TC 261 Additive Manufacturing┬╗ sowie durch die Zusammenarbeit von ISO und ASTAM indirekt auch in ASTAM F42. Die drei Komitees arbeiten zusammen und ├╝bernehmen die Normen gegenseitig mit dem Ziel, m├Âglichst weltweit g├╝ltige Normen f├╝r den Bereich des ┬źAdditive Manufacturing┬╗ zu erarbeiten.


Tipps f├╝r den Kauf eines 3D-Druckers
Sammeln Sie erste Erfahrungen mit einem 3D-Druck-Dienstleister. So merken Sie, was f├╝r Sie sinnvolle Anwendungen sein k├Ânnten. Wenn Sie einen Drucker kaufen, beginnen Sie mit einem aus dem Low-Cost-Bereich. Es ist wichtig, praktische Erfahrungen zu sammeln. Das f├╝hrt zu einer konkreteren Vorstellung davon, was machbar ist. Das wiederum bildet eine gute Voraussetzung, um den 3D-Druck erfolgreich einsetzen zu k├Ânnen.


Additive Fertigung: Sechs Haupt-Anwendungsbereiche
1. Rapid Prototyping, f├╝r die schnelle Produktion von Prototypen
2. Schaumodelle
3. Wirtschaftliche Fertigung von Kleinserien
4. Individualisierung
5. Konstruktionsfreiheit und Funktionalisierung
6. In Situ-Fertigung (Fertigung vor Ort, beispielsweise im medizinischen Bereich)


├ťber die SNV

Die SNV ist eine zukunftsorientierte Informationsdienstleisterin. Sie handelt zum Nutzen der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft und vertritt deren Interessen.

Die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) ist die direkte Vertreterin der weltweiten Normung (├╝ber ISO) und der europ├Ąischen Normung (├╝ber CEN) in der Schweiz und ist Drehscheibe in zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Normennetzwerken.

So ├╝bernimmt die SNV eine wichtige Br├╝ckenfunktion zwischen den Normungsexperten und den Normen- anwendern.

Die SNV

f├Ârdert Selbstregulierung:
Die Hauptaufgabe der SNV ist die Normung. Schweizerische, europ├Ąische und internationale Normen werden in direkter Zusammenarbeit mit den Anwendern erarbeitet. So wird gew├Ąhrleistet, dass die Richtlinien dauerhaft Nutzen generieren. Unn├Âtige Regelungen werden abgeschafft und unsinnige verhindert. Dieser f├╝r alle zug├Ąngliche Normungsprozess eignet sich f├╝r Anliegen aus dem Gebiet der Technik und der Dienstleistungen.

wendet definierte Prozesse flexibel und kundenorientiert an: Professionelle Normung ist an international anerkannte Prozesse gebunden. Selbstregulation kann nur als sinnvolle Erg├Ąnzung zur Gesetzgebung dienen, wenn diese Prozesse eingehalten werden. Der Umfang mit diesen Strukturen erfordert Kompetenz und Erfahrung. Diese F├Ąhigkeiten stellt die SNV der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft zur Verf├╝gung.

f├Ârdert Information und Unterst├╝tzung: Die SNV hilft Ihnen, sich im Dschungel der Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zurechtzufinden. Ein klares Verst├Ąndnis der weltweit vorhandenen Anforderungen an marktkonforme Produkte und Dienstleistungen soll gef├Ârdert werden.

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