Industrie-Lexikon

Serienfertigung

Die Serienfertigung (lat. serere ‚Äěaneinanderreihen“, ‚Äězusammenf√ľgen“) ist durch die gleichzeitige oder unmittelbar aufeinander folgende Erzeugung mehrerer gleichartiger Produkte (Serie) gekennzeichnet, die auch Serienprodukte genannt werden. Sie ist ein Produktionstyp mit einer gro√üen, aber begrenzten Anzahl von Wiederholungen. Ist der Leistungsumfang einer Serie abgeschlossen, beginnt die Herstellung einer anderen Serie.

Das Kennzeichen der Serienfertigung ist entsprechend die sich wiederholende und zielf√ľhrende Schaffung und/oder Bearbeitung eines jeweils schlie√ülich gleich bleibenden (Teil-) Produktes in gro√üer Zahl, das in Gesamt- oder Teilprozessen zu Halb- bzw. Ganzzeug durch den Menschen selbst oder unter Einsatz von Maschinen oder direkt maschinell erzeugt oder bearbeitet worden ist und das bei gleicher Formgebung in Gr√∂√üe und Menge pro Einheit eine – je Serie – sichtbare (Form-)Gleichheit beim jeweiligen Produkt erzeugt. Als Teilserie kommen dabei bewusst gew√§hlte Abweichungen betreffend Farbe und/oder Material bei gleich bleibender Form und gro√üer Anzahl am jeweils gleichen (End-) Produkt in Frage, w√§hrend die Produktion von Chargen oder Losen sich auf die leichte qualitative Abweichung der zu verarbeitenden nat√ľrlichen Rohstoffe f√ľr Medikamente und Lebensmittel beziehen, die f√ľr die Produktion und Verarbeitung bewusst in Kauf genommen werden m√ľssen.

Neben der Serienfertigung unterscheidet man als Fertigungsarten die Einzelfertigung, die Massenfertigung, die Sortenfertigung sowie die Chargenfertigung.

Allgemeines
Bevor es zu einer Fertigung eines Produkts kommt, werden zun√§chst Prototypen (handwerkliche Einzelst√ľcke) gefertigt. Anhand dieser ersten Muster wird das Aussehen, die Beschaffenheit, die Zusammensetzung und am Schluss der Ablauf der Herstellung festgelegt. Durch die Festlegung dieser Punkte ist ein Serienprodukt definiert. Vor der Freigabe der Serienproduktion wird oftmals zuerst eine Nullserie angefertigt.

Mit der Einf√ľhrung der Flie√übandfertigung durch Henry Ford hat sich im Automobilbau die Serienfertigung sehr schnell verbreitet. Aufgrund der Globalisierung und des zunehmenden Wettbewerbs bieten heute zum Beispiel auch viele Fahrzeughersteller ihren Kunden die M√∂glichkeit an, die angebotenen Serienfahrzeuge durch kundenspezifische Ausstattungen zu individualisieren. Neben der Serienfertigung wird dadurch eine mehr oder weniger separate Sonderfertigung erforderlich.

Eine Serie eines Produkts wird in der Regel so lange produziert, wie sie sich gewinnbringend am Markt verkaufen l√§sst. Die Hersteller reagieren hierbei individuell auf unterschiedliche Faktoren: Geschmack der potentiellen Kunden, Jahreszeiten, g√ľnstigere oder bessere Ausgangsmaterialien, verbesserte Fertigungsschritte und die Konkurrenzsituation am Markt.

Merkmale
Die Merkmale der Serienfertigung sind begrenzte Zahl (Serie) gleichartiger Produkte, qualitativ verwandte Erzeugnisse und fertigungstechnisch unterschiedliche Erzeugnisse (z. B. M√∂bel). Die Umr√ľstzeiten und -kosten haben eine hohe Bedeutung. Eine Arbeitsteilung ist vorhanden. Nach der einmaligen Durchf√ľhrung einer Serie folgt die n√§chste Serie.

Unterscheidungsarten nach Anzahl
Bezogen auf die Menge kann zwischen der Kleinserienfertigung mit geringer Menge gleichartiger Produkte (z. B. Kranbau) und der Großserienfertigung mit großer Menge gleichartiger Produkte (z. B. Automobilindustrie) unterschieden werden.

- Einzel- und Kleinserienfertigung = unter 20 St√ľck pro Monat. (Bei 5-Tage-Woche = max. 1 Stk/Tag)
- Mittelserienfertigung = 20–1000 St√ľck pro Monat.
- Gro√üserienfertigung = √ľber 1000 St√ľck pro Monat.

Weiter kann zwischen der auftragsorientierten und der marktorientierten Serienfertigung unterschieden werden. Bei der auftragsorientierten Serienfertigung werden teilweise standardisierte Produkte nach einem Kundenauftrag gefertigt. Bei der marktorientierten Serienfertigung werden teilweise standardisierte Produkte f√ľr anonyme Abnehmer/ f√ľr den Hersteller noch nicht bekannte Abnehmer produziert.

Beispiele f√ľr Industrien mit Serienfertigung
- Automobilindustrie
- Automobilzuliefererindustrie: Reifen, Felgen, Lack
- Mode: Kleider, Anz√ľge, Schuhe
- Standardmaschinenbau
- Apparatebau
- Möbelindustrie
- Pharmaerzeugnisse
- Metallindustrie
- 2012 teilte Siemens mit, seine Windkraftanlagen-Fertigung auf Serienfertigung umzustellen

Begriffs- und Bedeutungsfelder der Serienproduktion
So l√§sst sich der Begriff der Serienfertigung betreffend Anzahl bei mit gleichzeitig einher gehender Gleichheit (z. B. gr√ľne Kleider gleichen Zuschnitts in gleicher Gr√∂√üe oder ein gedruckter Text in einer Zeitschrift oder einem Buch) bzw. Gleichartigkeit je Produkt (Auswurf/Output beispielsweise eines Buches gebunden oder broschiert), Vereinzelbarkeit aus der Anzahl des jeweiligen Produktionsgutes und einer zugleich hohen Herstellungsgeschwindigkeit je Exemplar pro Maschinenstunde (Durchsatz) mehr oder weniger eindeutig verorten.

Der Begriff der Gleichheit im/am Produkt beispielsweise stellt so fest, dass die Produktionsschritte und ihre Abfolge gleich sein m√ľssen, also Ab√§nderungen oder gar F√§lschungen innerhalb einer laufenden Produktion wegen nicht vorhandener Zeit (Durchsatz) ausgeschlossen werden k√∂nnen (Kausalit√§tsprinzip).

So ist die f√ľr alle Wissenschaften unabdingbare durch die Serienproduktion erst entstehende Texttreue erm√∂glicht worden, die bei einem gedruckten Text aufgrund des Kausalit√§tsprinzips selbstverst√§ndlich angenommen wird.

Bezeichnet die Serienfertigung so zwar eine Produktion von gleichen Einzelst√ľcken in (einst) gr√∂√üeren und heute gro√üen Mengen, die auch in einzelne Stationen gegliedert sein kann - und es meist auch ist (und innerhalb einer Station immer sich wiederholende Abl√§ufe ereignen oder ausgef√ľhrt werden, wie dies etwa urspr√ľnglich und charakteristisch bei der Einzelblattsch√∂pfung in der fr√ľhen Papierherstellung der Fall ist oder etwa der Pergamentherstellung am Spannrahmen) - oder ob sie einer Fertigung an einer sog. Produktionslinie entspricht, jedoch immer mit einer gewissen Unsch√§rfe in Bezug der Produktionsmittel. Der Begriff der Serienfertigung in seiner Geschichte unterliegt einer zun√§chst abstrakt ergebnisorientierten, d.h. st√ľckbezogenen Sicht und ber√ľcksichtigt ebenfalls nicht eindeutig, wie hoch der von Produktionsmitarbeitern erbrachte T√§tigkeitsanteil f√ľr einzelne Vorg√§nge eines an sich gleichen Produktes w√§hrend der Produktion ist oder ob es sich um eine beinahe rein automativ-maschinelle Produktion handelt, die allein von Industrierobotern bewerkstelligt wird.

Die Gr√ľnde daf√ľr, sind u. a. darin zu finden, dass bis ca. 1975, Fortschritte jeweils nur in gewissen Bereichen und nur einzelnen Branchen erfolgten; dann, mit dem Einsatz von erschwinglich gewordenen computergest√ľtzten Formen der Produktion, die neuen M√∂glichkeiten branchen√ľbergreifend nutzbar gemacht wurden. Insgesamt verlagerten sich auch die Explorationsfelder der Massen- bzw. Serienfertigung in der Zeit zwischen 1980 und 2010 in Richtung des Wissens  (sowohl Ingenieurswissen und Planbarkeitsmodelle f√ľr das Management, die sich wegen gleichartig gestalteter Software letztlich auch √§hnlich sind, die hingegen nicht durchg√§ngig als Serienprodukte gelten, ) nachdem die mechanisch-physikalischen und materialtechnischen Aspekte des Produktionstyps Serienfertigung gr√∂√ütenteils erforscht und fast vollumf√§nglich einsetzbar geworden sind.   Es bleiben jedoch sogenannte Zukunftsindustrien bestehen; sie bewegen sich aktuell vor allem in den Bereichen Bio-/ Nano-, Quanten- und Solartechnologie (Photovoltaik/PV) und Recycling/Energiegewinnung/Wassertechnologien und damit beziehen sie sich vermehrt auf einen Output, der auf Qualit√§ten und Mengen festgelegt ist, die zwar quantifiziert werden k√∂nnen (Liter, Wattstunden etc.) aber nicht mehr vereinzelt/vereinzelbar vorliegen.

Quelle: Wikipedia

 

Startseite Startseite
 Suchen

 

‚Č°Branchen-Infos

Firmenporträts
Produkte-Nachrichten
News-Corner
Messekalender

 

‚Č°Messe-Spezials

Prodex Spezial
Siams Spezial
Sindex Spezial
Siwsstech Spezial


Industrie Waagen
Vom Feuchtebestimmer bis zur Paketwaage. In der
Industrie werden alle Arten
von Waagen eingesetzt.

PCE - KranwaageMehr Infos


PCE-CS Serie
Industriewaage
  

PCE Deutschland GmbH 


‚Č°Fach-Infos

Fachartikel
Industrie-Lexikon
Maschinenbörse
Berufsbildung
Werkplatz Schweiz

 

‚Č°Service

Mediadaten
Verbände
√úber Industrie-Schweiz
Links
Impressum / Kontakt

Partner-Websites:     Kunststoff-Schweiz           Kunststoff-Deutschland           Schweizer-MedTech           Schweizer-Verpackung      

 

MTS Messtechnik Schaffhausen GmbH

Folgen Sie Industrie-Schweiz auf Twitter

Folgen Sie Industrie-Schweiz auf Facebook

Folgen Sie Industrie-Schweiz auf Linkedin

Treten Sie der Gruppe Industrie Schweiz auf XING bei

 

Das Industrie Portal f√ľr die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall Industrie

 

 

 

 

 

 







Industrie-Schweiz - das Internetportal für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie