Industrie-Lexikon

Produktentwicklung

Unter Produktentwicklung (PE) wird die T√§tigkeit zum L√∂sen einer technischen Aufgabe verstanden. Die beiden klassischen Begriffe und T√§tigkeiten Entwickeln (Forschung & Entwicklung: Vorentwicklung) und Konstruieren sind in Produktentwicklung zusammengefasst worden. Produktentwicklung beginnt bereits bei der am Anfang stehenden Idee und reicht bis zur Markteinf√ľhrung des Produkts (der technischen L√∂sung).

Die Bildung des Begriffs Produktentwicklung erfolgte mit vermehrter Anwendung einer systematischen und methodischen Arbeitsweise, die bisher vorherrschendes intuitives Vorgehen bei technischen L√∂sungen wesentlich erg√§nzt und die Entwicklung marktf√§higer Produkte besser planbar und nachpr√ľfbar macht.

Ablauf
Der folgende Ablauf entspricht der Produktentwicklungsmethodik nach Pahl/Beitz. Er ist in der Regel iterativ, das hei√üt, dass bei der Arbeit in einer sp√§teren Phase fr√ľhere Arbeit nochmals aufgenommen und deren bisherige Ergebnisse korrigiert werden.

Planungsphase (Aufgabe klären):
Arbeitsziel ist die Erstellung des Lastenhefts (Anforderungsliste).
Entwicklung im eigenen Auftrag (z.B. bei einem Automobilhersteller): Bei einer intensiven Marktanalyse wird zum Beispiel mit Hilfe folgender Fragen eine Entwicklungs-Aufgabe formuliert:
- ‚ÄěWas will der Kunde?“
- ‚ÄěWas bietet die Konkurrenz?“
- ‚ÄěWo gibt es bei uns neue Produkt-Ideen?“
- ‚ÄěWer ist unsere Zielgruppe?“
- ‚ÄěWo im Produktlebenszyklus befindet sich unser bisheriges Produkt?“
- ‚ÄěWelchen Nutzen bringt das?“.

Bei der Entwicklung komplexer Produkte, die in mittleren Losgrößen hergestellt werden sollen, ist die Zielkostenkonstruktion hilfreich, bei der zuerst der Preis eines Produktes festgelegt wird, bevor mit der Entwicklung begonnen wird.

Vom Kunden erstelltes Lastenheft: Der Kunde stellt ein sogenanntes Lastenheft auf, worin die Anforderungen an das neue Produkt beschrieben werden.

Ist das Lastenheft erstellt, werden innerhalb der Entwicklungsabteilungen technische M√∂glichkeiten, das Produkt zu realisieren, auf funktionaler Ebene untersucht; es entsteht das Pflichtenheft f√ľr die Entwicklung. Im Falle von Divergenzen zwischen Lasten- und Pflichtenheft muss ein Abgleich stattfinden, bevor mit der Auftragserteilung die eigentliche Produktentwicklung beginnt.

Konzeptphase:
Die Lösung der Aufgabe ist prinzipiell festzulegen, ein Konzept ist zu erarbeiten.

Grunds√§tzlich ist eine Vielzahl von L√∂sungen m√∂glich. Um sie neben bisher bekannten L√∂sungen zu erkennen, ist es vorteilhaft, den Wesenskern der Aufgabe durch eine abstrakte Darstellung der Produkt-Funktion zu finden.Die Aufgabe sollte zum Beispiel nicht lauten, dass eine Geschirr-Sp√ľl-Maschine sondern eine Geschirr-Reinigungs-Maschine zu entwickeln ist. Die Produkt-Funktion wird in Teil-Funktionen zerlegt (das Geschirr muss au√üer dem Reinigen unter anderem zugef√ľhrt und gelagert werden), was auch den Vorteil hat, dass an gro√üen Projekten bereits in dieser Phase parallel arbeitende Gruppen eingesetzt werden k√∂nnen.

F√ľr jede Teil-Funktion gibt es verschiedene L√∂sungsprinzipien in Form vorwiegend physikalische Effekte (das Geschirr lie√üe sich durch Putzen, Sch√ľtteln, Sp√ľlen oder anders reinigen). Durch die Verkn√ľpfung der je Teilfunktion gefundenen Prinzipien entsteht eine Vielzahl von L√∂sungsvarianten f√ľr die Gesamt-Funktion. Sie sind abstrakt, Kennzeichen ist ihre Wirkstruktur, die in Blockschaltbildern dargestellt werden kann. Unm√∂gliche Varianten sind schnell erkennbar. Die verbleibende Vielzahl muss auf ein (oder wenige) L√∂sungsprinzip durch eine Bewertung reduziert werden, bevor ein (oder wenige) Entwurf angefertigt werden kann.

Die systematische und methodische Bewertung geh√∂rt zu den wesentlichen Merkmalen der modernen Produktentwicklung. Beispiele sind die Nutzwertanalyse und die in der Richtlinie VDI 2225 enthaltene Methode, die auf Fritz Kesselring zur√ľckgeht. Der Morphologische Kasten kann sowohl beim Finden mehrerer L√∂sungsprinzipien als auch beim Bewerten benutzt werden.

Dem ausgew√§hlten L√∂sungsprinzip werden Funktionstr√§ger hinzugef√ľgt. Mit dem entstehenden Real-Konzept beginnt die Entwurfsphase.

Entwurfsphase:
Die als Konzept vorliegende Lösung ist gestalterisch festzulegen. Zuerst werden die Funktions-Träger (Bausteine) grobmaßstäblich zusammengesetzt. Nachdem sie quantitativ (zum Beispiel Festigkeitsberechnung), ästhetisch (Produktdesign), ergonomisch, sicherheitstechnisch und fertigungsgerecht dimensioniert sind, entsteht ein maßstäblicher Feinentwurf.

Damit werden einfache ma√üst√§bliche Modelle zur Bewertung der √§u√üeren Erscheinung und Funktionsmodelle hergestellt. Letztere dienen zum Beweis der Funktion. Sie sind zwingend n√∂tig, wenn enthaltene Teil-Funktionen auch nach neuestem Stand der Ingenieurwissenschaften nicht mit gen√ľgender Sicherheit voraussagbar sind.

Ausarbeitungsphase:
Der Entwurf ist so auszuarbeiten, dass das Produkt in Serie hergestellt werden kann.
Ausarbeiten ist die klassische Tätigkeit des Konstruierens, wobei die Konstruktions-Unterlagen entstehen.

Liegen die Einzelteil-Zeichnungen vor, werden bereits Prototypen angefertigt und getestet, um Zeichnungs- oder √§ltere prinzipielle Fehler zu beseitigen. Montagezeichnungen werden erst danach erstellt. Mit einer so genannten Nullserie wird gepr√ľft, ob alle Hilfsmittel, wie besondere Werkzeuge und Vorrichtungen, f√ľr die Serienfertigung tauglich sind. Aus wirtschaftlichen Gr√ľnden (Vermeiden von Ausschuss) wird der Fertigung in gro√üen Serien noch eine kleine Erstserie vorgeschaltet, um eine st√∂rungsfreie Produktion zu garantieren.

Markteinf√ľhrung
Im Regelfall wird die Markteinf√ľhrung bereits mit Prototypen begonnen, die ausgew√§hlten Kunden zur Erprobung angeboten werden (Marktkommunikation). Mit der Markteinf√ľhrung beginnt der Produktlebenszyklus.

Wird das Produkt nach entsprechenden Werbemaßnahmen gut verkauft, so war auch das die Produktentwicklung begleitende Akzeptanzmanagement erfolgreich.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

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