Industrie-Lexikon

Plasmaschneider

Ein Plasmaschneider oder -brenner schneidet Metalle mittels eines Plasmas, das durch einen elektrischen Lichtbogen erzeugt wird.

Funktionsweise
Der Plasmaschneider besteht aus Stromquelle, HandstĂŒck, Massekabel, Stromzuleitung und Druckluftzuleitung. Ein Plasmaschneider erzeugt einen Lichtbogen zwischen einer Elektrode und dem WerkstĂŒck. Ein Plasma ist ein elektrisch leitfĂ€higes Gas mit einer Temperatur von etwa 30.000 °C. Der Lichtbogen wird in der Regel mit einer HochfrequenzzĂŒndung gezĂŒndet und am Austritt durch eine isolierte, in der Regel wassergekĂŒhlte, KupferdĂŒse eingeschnĂŒrt. Einige Systeme verwenden auch die Lift-Arc-ZĂŒndung, die auch bei WIG-SchweißgerĂ€ten eingesetzt wird. Bei diesen GerĂ€ten wird der Brenner an der Schnittstelle auf das WerkstĂŒck aufgesetzt, und es fließt ein geringer Strom, der nicht ausreicht, den Brenner zu beschĂ€digen. Der Gasstrom drĂŒckt den Brenner von der WerkstĂŒckoberflĂ€che, der Lichtbogen zĂŒndet und die Elektronik der Schweißstromquelle erhöht den Strom auf die fĂŒr den Schnitt erforderliche StĂ€rke. Durch die hohe Energiedichte des Lichtbogens schmilzt das Metall und wird durch einen Gasstrahl weggeblasen, wodurch die Schnittfuge entsteht. Als Gas zum Ausblasen wird hĂ€ufig Druckluft verwendet. FĂŒr eine bessere Schnittfuge werden auch Schutzgasgemische eingesetzt, welche eine Oxidation verhindern oder abschwĂ€chen. Charakteristisch fĂŒr Plasmaschneidfugen ist eine Abrundung der Kante an der Eintrittsstelle.

Anwendung in der Industrie
In der Metallverarbeitung werden hand- oder maschinell gefĂŒhrte Plasmaschneider eingesetzt. In AbhĂ€ngigkeit von der StromstĂ€rke können elektrisch leitende Werkstoffe mit bis zu 200 mm WerkstĂŒckdicke getrennt werden. GĂ€ngige Handplasmaanlagen haben bis 120 Ampere StromstĂ€rke, bei den stĂ€rkeren maschinell gefĂŒhrten Plasmaschneidsystemen kann die StromstĂ€rke beim bis zu Zehnfachen dieses Werts liegen. Übliche Anlagen arbeiten mit etwa 300 Ampere und können damit 70 mm Schwarzblech durchstechen. Bei der heutigen Plasmatechnik wird zwischen konventionellem Plasma-Schmelzschneiden und dem PrĂ€zisionsplasmaschneiden unterschieden. Beim PrĂ€zisionsplasmaschneiden werden Gratfreiheit der Schnittlinien, Winkeligkeit des Schnitts oder eine metallisch blanke OberflĂ€che als Kriterium angesetzt. Hierbei wird statt Druckluft technisches Gas eingesetzt, um eine bessere SchnittqualitĂ€t zu erreichen, welche der QualitĂ€t des Laserschneidens nahekommt. Die Vorteile gegenĂŒber dem autogenen Brennschneiden bei CNC-Plasmaschneidanlagen liegen hauptsĂ€chlich in der etwa viermal so hohen Schnittgeschwindigkeit und in dem wegen der hohen Energiedichte geringeren WĂ€rmeverzug. Außerdem können Plasmaschneider praktisch alle Metalle schneiden, wĂ€hrend autogenes Brennschneiden weitgehend auf BaustĂ€hle beschrĂ€nkt ist.

Quelle: Wikipedia

 

 

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