Produkt-News

MPDV Mikrolab GmbH
Sulzer Applicator Systems steigert Termintreue und ProduktivitÀt - auf dem Weg zur papierlosen Fabrik

Vier Milliarden Kunststoffteile stellt Sulzer Applicator Systems pro Jahr im Spritzgussverfahren her. Wie das gelingt und wie sich dabei eine ProduktivitÀtssteigerung von mehr als zehn Prozent erreichen lÀsst, zeigt ein Blick in die Fertigung bei Sulzer in Haag, Schweiz.

Wer regelmĂ€ĂŸig zum Zahnarzt geht, ist mit den Produkten von Sulzer Applicator Systems (APS) sicher schon einmal in BerĂŒhrung gekommen – und zwar im besten Wortsinn. Denn die Spritzen und KanĂŒlen, in denen sich Pasten, Gelees und FĂŒllungen zum Erhalt der ZĂ€hne befinden, sind von Sulzer. Das Unternehmen ist WeltmarktfĂŒhrer in Herstellung und Vertrieb von Produkten zum Dosieren, exakten Mischen und punktgenauen Auftragen. Zum Einsatz kommen die hochprĂ€zise arbeitenden Lösungen in der Medizin, im Healthcare- und Beautybereich sowie der Industrie- und Baubranche. 

Damit diese Produkte absolut sicher und zuverlĂ€ssig funktionieren, mĂŒssen alle Teile detailgenau gearbeitet sein. Ein hoher Anspruch an die Fertigung. Kritische Parameter wie Beschaffenheit der Rohstoffe, HomogenitĂ€t der Werkstoffmischungen, Temperaturen, Druck in der Spritzgussform sowie QualitĂ€t der Form und AbkĂŒhlvorgang sind exakt aufeinander abzustimmen. Denn jeder Fehler bedeutet: Maschine anhalten, fehlerhafte Teile aussortieren und die Anlage neu justieren. Das kostet viel Zeit und Geld. „Durch die Digitalisierung unserer Fertigung können wir solche StillstĂ€nde heute auf ein Minimum reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Denn Prozessschritte wie Planung, Beschaffung, Maschineneinstellung, Betrieb, Wartung und QualitĂ€tskontrolle lassen sich optimal aufeinander abstimmen“, sagt Ronny Graf, Abteilungsleiter Injection-Moulding am Standort Haag, Schweiz.

MPDV - Auf dem Weg zur papierlosen Fabrik
FÀllt eine Maschine aus, sehen Mitarbeiter von Sulzer Applicator Systems das sofort an ihren Terminals und können gezielt gegensteuern (Bildquelle: Sulzer Applicator Systems)

MES HYDRA schlÀgt Wettbewerber
Bereits 2013 fĂŒhrte Graf zusammen mit seinem sechsköpfigen Team das Manufacturing Execution System (MES) HYDRA von MPDV bei Sulzer ein. Schon damals war allen Beteiligten klar, dass sie eine Lösung brauchen, die den Fertigungsprozess transparent macht und Daten nicht nur erfasst, sondern auch analysiert und kontrolliert. „Im Vorfeld haben wir daher viele Optionen diskutiert und uns verschiedene Anbieter angesehen. Doch bei MPDV passte einfach das Gesamtpaket“, sagt Graf. Wichtig war dem Team vor allem, dass sich die Lösung ĂŒber standardisierte Schnittstellen an das SAP-System anbinden lĂ€sst und durchdachte Planungsfunktionen bietet. Außerdem sollte sich das MES besonders einfach bedienen lassen. Und das Unternehmen, mit dem sie zusammenarbeiten, sollte Dependancen in Asien haben. „Das war uns gerade im Hinblick auf einen spĂ€teren Einsatz in China besonders wichtig“, sagt Graf. MPDV erfĂŒllte all diese Anforderungen und so war die Entscheidung fĂŒr HYDRA getroffen.

Die EinfĂŒhrung lief von Anfang an rund – und schnell. Vom Kick-off bis zum Go-Live Anfang 2013 vergingen nur neun Monate. Das Team um Graf fĂŒhrte die einzelnen Module etappenweise ein. In Phase eins implementierten sie am Hauptstandort Haag zunĂ€chst die drei Module Leitstand (HLS), Betriebsdaten (BDE) sowie Werkzeug- und Ressourcenmanagement (WRM). In Phase zwei kam zusĂ€tzlich das Modul Maschinendaten (MDE) hinzu. Mittlerweile sind am Standort Haag 120 Spritzgussmaschinen und 42 Montageautomaten an HYDRA angebunden. Seit 2014 setzen auch der Standort in Shanghai und seit 2018 der Standort in Wroclaw, Polen, HYDRA ein. „Es ist einfach genial, was wir in den letzten Jahren alles geschafft haben. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam mit MPDV erreicht haben. Das MES hat uns Schwachstellen aufgezeigt, die wir verbessert haben und wir sind auf dem besten Weg zur papierlosen Fabrik“, sagt Graf, der als Projektleiter einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg geleistet hat.

Mehr Transparenz, bessere Termintreue
Besonders die perfekte Kommunikation zwischen dem ERP-System und HYDRA bringt viele Vorteile mit sich. Schließlich kann die Planungsabteilung so direkt die FertigungsauftrĂ€ge an die Produktion ĂŒbermitteln und schnell auf VerĂ€nderungen reagieren. Das MES wiederum meldet die Zahl der tatsĂ€chlich produzierten Teile sowie den Status der Maschine zurĂŒck. Ist bei einer Maschine der Output geringer als geplant, lassen sich AuftrĂ€ge rasch auf andere Maschinen verteilen und Liefertermine wie geplant einhalten. Zuvor mussten Mitarbeiter die pro Maschine produzierten StĂŒckzahlen aufwĂ€ndig in Excel-Listen erfassen. Das kostete viel Zeit und wenn eine Maschine ausfiel, fehlte es an FlexibilitĂ€t. „Mit HYDRA haben wir unsere Termintreue extrem verbessert. Rund 98 Prozent der AuftrĂ€ge können wir jetzt wie geplant ausliefern und unsere Kunden sind zufrieden“, sagt Graf.        

Doch nicht nur die Kunden, auch die Mitarbeiter lernten schnell die VorzĂŒge des MES schĂ€tzen. Dank der Module HLS, BDE und MDE können sie ĂŒber ein Terminal an der Maschine verschiedene Produktionszahlen wie Ausschuss oder StĂŒckzahl in Echtzeit erfassen und vergleichen. Und das Modul HYDRA-HLS ermöglicht einen 360°-Blick auf alle benötigten Ressourcen. So lĂ€sst sich beispielsweise die Fertigung ĂŒber den Leitstand proaktiv steuern und bis ins kleinste Detail genau planen. Damit hat der Mitarbeiter immer alle wichtigen Ressourcen im Blick und Werker können schnell auf den Ausfall einer Maschine reagieren.

Höhere ProduktionskapazitÀt durch mehr Effizienz
Ein weiterer Vorteil von HYDRA ist die höhere Gesamt-ProduktivitĂ€t der Maschinen. Sie lĂ€sst sich ĂŒber den Overall Equipment Effectiveness (OEE) erfassen, der sich aus den Faktoren VerfĂŒgbarkeit, Leistung und QualitĂ€t errechnen lĂ€sst. Über ein Ampelsystem – grĂŒn heißt okay, gelb warnt und rot bedeutet Maßnahmen ergreifen – wird dem Mitarbeiter der Status jeder Maschine angezeigt. „Auf diese Weise können wir alle rund 160 Spritzgussmaschinen und Montagelinien bei optimaler Auslastung fahren. Das hat uns in Summe einen ProduktivitĂ€tsgewinn von zwölf Prozent in den ersten drei Jahren beschert. Wir können also sagen, dass von dem MES sowohl Kunden, Mitarbeiter als auch das Unternehmen selbst profitieren“, sagt Graf zufrieden.

Der 45-JĂ€hrige ist inzwischen in Sachen MES ein echter Experte. Er hat die Implementierung im Unternehmen von Anfang an vorangetrieben und jeden Schritt begleitet. Mittlerweile unterstĂŒtzt er seine Kollegen weltweit beim Einsatz von HYDRA und beantwortet technische Fragen. Diese Aufgabe wird kĂŒnftig noch wichtiger, denn es ist geplant, das MES in weiteren LĂ€ndern auszurollen. Und auch am Standort in Haag geht die Entwicklung weiter. Neue Module wie Prozessdaten zum Einhalten der vorgegebenen Produktionsparameter Temperatur, Druck oder Fließgeschwindigkeit sollen folgen. Zudem soll jede Maschine mit einem eigenen Terminal ausgestattet werden. Grafs Ziel ist die papierlose Fabrik. Und dafĂŒr ist das MES mit seinen vielen Anwendungen das entscheidende Puzzleteil.


Über Sulzer
Applicator Systems (APS) ist eine von vier Divisionen des Sulzer-Konzerns und entstand im Jahr 2017 aus der Fusion der GeschÀftseinheit Sulzer Mixpac Systems und den neu akquirierten GeschÀften von Geka und PC Cox.

APS entwickelt Kartuschen, Mischer und Dispenser fĂŒr die Dental-, Klebstoff- und Baubranche. Außerdem stellt APS BĂŒrsten, Applikatoren sowie Verpackungssysteme fĂŒr die Kosmetikindustrie her.

Das Unternehmen hat insgesamt 16 Vertriebs- und Produktionsstandorte weltweit, unter anderem in den USA, SĂŒdamerika, Asien und Europa.

Die meisten Produkte werden am Hauptstandort im schweizerischen Haag hergestellt. Im dortigen Werk gehen im Jahr rund 11.000 AuftrĂ€ge ein. Mithilfe von 2.600 Werkzeugen werden 6.700 Produktvarianten hergestellt. FĂŒnf Mitarbeiter ĂŒbernehmen die Planung mithilfe des HLS. Daneben sind 65 Terminals eingerichtet, an denen 150 Fertigungsmitarbeiter AuftrĂ€ge anmelden und buchen.

Weitere 140 Anwender des HYDRA Office Client ĂŒberwachen die Prozesse und kĂŒmmern sich um das Reporting und die Stammdaten. Bislang gibt es in Haag drei Key User und zwei Systemverantwortliche.


MPDV – die MES-Experten. Effizienter Produzieren mit MES-Lösungen.
MPDV mit Hauptsitz in Mosbach ist der MarktfĂŒhrer fĂŒr IT-Lösungen in der Fertigung. Mit mehr als 40 Jahren Projekterfahrung im Produktionsumfeld verfĂŒgt MPDV ĂŒber umfangreiches Fachwissen und unterstĂŒtzt Unternehmen jeder GrĂ¶ĂŸe auf ihrem Weg zur Smart Factory. Produkte wie das Manufacturing Execution System (MES) HYDRA von MPDV oder die Manufacturing Integration Platform (MIP) ermöglichen es Fertigungsunternehmen, ihre Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und dem Wettbewerb so einen Schritt voraus zu sein. In Echtzeit lassen sich mit den Systemen fertigungsnahe Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfassen und auswerten. Verzögert sich der Produktionsprozess, erkennen Mitarbeiter das sofort und können gezielt Maßnahmen einleiten. TĂ€glich nutzen weltweit mehr als 800.000 Menschen in ĂŒber 1.250 Fertigungsunternehmen die innovativen Softwarelösungen von MPDV. Dazu zĂ€hlen namhafte Unternehmen aller Branchen. MPDV beschĂ€ftigt rund 420 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland, China, Malaysia, der Schweiz, Singapur und den USA. Weitere Informationen unter www.mpdv.com .

Die MPDV Schweiz AG (www.mpdv.ch) wurde 1997 in Winterthur als Tochtergesellschaft der MPDV Mikrolab GmbH (www.mpdv.com) gegrĂŒndet.

MPDV - Firmenzentrale
Firmenzentrale der MPDV Mikrolab GmbH in Mosbach / Deutschland

Um die weitere Verbreitung von MES international zu fördern, engagiert sich MPDV stark in den richtungswei- senden Fach-VerbÀnden, Instituten und Organisationen, wie z.B. VDI, VDMA, MESA und dem MES-D.A.CH.

Die MES-Lösungen von MPDV schaffen die notwendige Transparenz im Fertigungsunternehmen, machen die Produktion effizienter und steigern die ProduktivitĂ€t. DafĂŒr werden Daten aus der Produktion, aber auch aus den Bereichen QualitĂ€t und Personal erfasst, ausgewertet und quasi in Echtzeit angezeigt. So können die verantwortlichen Mitarbeiter im Produktionsalltag rasch auf Störungen reagieren und Potenziale fĂŒr die langfristige Steigerung der Wirtschaftlichkeit finden.

FĂŒr jeden Einsatzzweck und Anwender bietet MPDV die richtige MES-Lösung (gemĂ€ĂŸ VDI 5600) an: Ob als eigenstĂ€ndiges System (HYDRA-MES) oder als Kennzahlensystem (MES-Cockpit).

MPDV entwickelt heute schon praxisnahe Konzepte fĂŒr das MES der Zukunft. MES 4.0 (www.mes40.de) gibt Antworten auf zentrale Fragen aus Industrie 4.0 (in der Schweiz auch „Industrie 2025“ genannt). MPDV konkretisiert das Zukunftskonzept MES 4.0 sukzessive und bietet bereits eine Vielzahl praxistauglicher LösungsansĂ€tze.

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8500 Frauenfeld

Tel. +41 (52) 728 39 00
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Ansprechpartner
Herr Christian WĂŒster


Adresse Deutschland:
MPDV Mikrolab GmbH

Römerring 1
D-74821 Mosbach

Tel. +49 (62 61) 92 090
Fax +49 (62 61) 18 139

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