Produkte-Nachricht

EROWA AG
Mehr Maschinenstunden pro Mitarbeiter als Zielvorgabe

Um die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, setzt die Jossi AG aus der Schweiz auf Automatisierung und arbeitet in ihrer mechanischen Fertigung unter anderem mit einem Robot-System inklusive Spanntechnik der Erowa AG.

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Der „Erowa Robot Compact“ in Arbeitsposition vor dem Hermle-BAZ.

Das Unternehmen Jossi ist ein typisch schweizerischer Mittelständler. Seit fast 60 Jahren am Markt und noch immer im Familienbesitz hat man sich auf Fertigungsdienstleistungen in verschiedenen Segmenten spezialisiert. Heute sind es schwerpunktmäßig Komponenten, Baugruppen und Systeme aus der Medizintechnik, die zum operativen Geschäft der Jossi Holding AG gehören und den schweizerischen Qualitätsstandart in Sachen Präzision hochhalten.

Bei der Jossi AG Systembau sind es in erster Linie die Entwicklungen und der Bau von Systemen für Kunden aus dem Bereich der Medizin- und Labortechnik, die das Know-how ausmachen, bei der Schwesterfirma Jossi Orthopetics AG zählen Komponenten für orthopädische Implantate zur Kernkompetenz. Zu den Vorzeigeprodukten gehören hier zum Beispiel ein Kühlschrank zum Lagern von Blutproben unter kontrollierten Temperaturbedingungen oder eine Zentrifuge, um Blutkörperchen zu separieren.

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Das Magazin des Robot Compact ist in der Jossi-Ausführung für 36 Werkstückträger-Paletten ausgelegt und erlaubt, mannlos Aufträge abzuarbeiten

Peter Hoelzel, Leiter Produktion der Jossi AG Systembau, mit Sitz Alte Landstrasse 54 in Islikon, unterstreicht diese unternehmerische Ausrichtung: „Wir bezeichnen uns als Systembauer. Unser Spezialgebiet ist die Systembaumontage, das heiĂźt Baugruppen und Gerätemontage in Kundenauftrag. Ein zweites Standbein ist die klassische, mechanische Fertigung mit den Schwerpunkten Fräsen und Drehen beziehungsweise die Kombination beider Technologien. “FrĂĽher sei man mit diesen Fertigungs-dienstleistungen zwar noch breiter aufgestellt gewesen, hatte zum Beispiel Bearbeitungsverfahren wie Honen, Läppen und Erodieren im Programm, stellt er dabei heraus, aber das Teilespektrum habe sich ĂĽber die Jahre hin so verändert, das eine wirtschaftliche Auslastung der Maschinen in diesem Segment nicht mehr sichergestellt werden konnte.

Rund 70 Prozent der Teile, die die mechanische Fertigung der Jossi AG Systembau durchlaufen, verbleiben im Haus, sind sozusagen Bestandteile der zu montierenden Baugruppen und Systeme wie Grundplatten, Seitenwände, Trägerplatten, Stützelemente, Wellen und so weiter. Die anderen 30 Prozent sind Lohnfertigungen für traditionelle Kunden, die schon seit den 50er Jahren bei Jossi ordern. Der Kundenkreis rekrutiere sich dabei vorwiegend aus dem Inland, aber auch in Deutschland und Österreich schätzt man das Know-how von Jossi, meint Peter Hoelzel.

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Dank eines Schienensystems lässt sich der Roboter mit wenigen Handgriffen verschieben und gibt den Zugang zum Hermle-BAZ frei

Kostensenkungspotenzial durch Automatisierung erschlossen
Der Maschinenpark der mechanischen Fertigung in Islikon umfasst neben 10 konventionellen Werkzeug- maschinen, schwerpunktmäßig fĂĽr Aufgaben in der Lehrwerkstatt, im Prototypenbau oder fĂĽr Expressaufträge, 10 CNC-Maschinen fĂĽr den harten Fertigungsalltag, darunter zwei Hermle, um Fräsarbeiten im FĂĽnfachsbereich anbieten beziehungsweise realisieren zu können. „Wir mĂĽssen unseren Maschinenpark natĂĽrlich auch effizient auslasten und kommen dabei nicht um das Automatisieren der Bearbeitungsprozesse umhin“, stellt der Produktionsleiter klar. Primäres Ziel sei dabei, die Kosten zu senken und mehr Bearbeitungszeit mit dem gleichen Personal zu generieren. „Wir haben von unserem Verwaltungsrat diesbezĂĽglich klare Vorgaben erhalten. 1,7 Maschinenstunden mĂĽssen mit einem Mitarbeiter herauskommen“, erinnert sich Peter Hoelzel und verdeutlicht damit die Notwendigkeit einer segmentierten mannlosen Produktionsstrategie.

Deshalb habe man sich auch entschieden, eine der Hermle BAZ, eine C 40 U, mit einer Automatisierungslösung der Erowa AG auszustatten. Diese besteht aus einem „Robot Compact“-System, bietet in der Jossi-Konfiguration 36 Palettenplätze fĂĽr vorgerĂĽstete WerkstĂĽcke und erlaubt mit diesem Potential, diese Aufgabestellung umzusetzen. „Wir haben zum Beispiel einen Auftrag, der läuft bei VollbestĂĽckung des „Erowa Robot Compact“ 13,5 Stunden und erschlieĂźt uns damit viele Maschinenlaufstunden, ohne das ein Mitarbeiter eingreifen muss“, bemerkt er zufrieden. Von der konstruktiven Auslegung könnte das EROWA-Handlinggerät auch das zweite Hermle BAZ mit bedienen, aber diese 12 Jahre alte Maschine besitzt nur 34 Werkzeuge, so dass eine Anbindung fĂĽr Jossi derzeit keinen Sinn macht.

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„Erowa Manufacturing Control“ - Visualisierung der Belegung des Robot-Magazins

„Robot Compact“ - mehr als nur ein Handlinggerät
Markus Bär ist schon viele Jahre Erowa-Ansprechpartner fĂĽr Jossi. FĂĽr ihn ist die erfolgreich umgesetzte Automationslösung mehr als nur die Installation und Inbetriebnahme eines Handlinggerätes fĂĽr den automatisierten WerkstĂĽckwechsel. Er erinnert sich: „Die ersten Gespräche ĂĽber die Möglichkeit einer Lösung fĂĽr das automatisierte WerkstĂĽckhandling wurden bereits zur EMO 2013 gefĂĽhrt. Vor zwei Jahren startete dann das Projekt. Eine der Herausforderung dabei war, dass das Hermle BAZ mit einer automatischen TĂĽrschnittstelle nachgerĂĽstet werden musste.“ Dies habe wegen des Alters der Maschine eine gewisse Zeit gebraucht, um eine entsprechende Lösung mit dem Maschinenhersteller zu finden.

Heute zeigen sich die Beteiligten jedoch zufrieden mit der gefundenen Variante. Erlaubt sie einerseits das mannlose Abarbeiten von Aufträgen, andererseits ein flexibles Arbeiten, bei dem der Maschinenbediener das RĂĽsten ĂĽbernimmt. Der „Robot Compact“ mit seiner Grundfläche von 2 m² gleitet auf in den Boden eingelassenen Metallschienen und lässt sich so sehr leicht vom Maschinenbediener vor das BAZ schieben. Nach einer entsprechenden Verriegelung ist er fĂĽr das automatisierte Beladen der Maschine bereit.

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Die zum Einsatz kommende Erowa-Schnittstelle für die Palettensysteme PowerChuck 210 / ITS 148 bietet Jossi die Möglichkeit des präzisen und automatisierten Werkstückwechsels

Das Handling übernimmt die integrierte x-Achse mit einer maximalen Reichweite von 1200 mm. Das Handlinggewicht beträgt 30 kg. Das Greifersystem berücksichtigt die eingesetzten Werkstückpaletten und wechselt automatisch auf die entsprechende Grösse. Im Fall von Jossi wurde das Automatisierungs-System so konfiguriert, dass sich 30 Stück Erowa ITS 148 und sechs Stück Erowa PowerChuck 210 Paletten einsetzen lassen. Letztere sind für das Rüsten mit grösseren Werkstücken gedacht. Die Schnittstelle zwischen Maschinentisch und Palette ist ein Erowa ProductionChuck 210 Kombispannfutter, welches beide Palettengrössen aufnimmt. Das Wechseln eines Adapters entfällt damit.

Die Repetiergenauigkeit der WerkstĂĽckträger liegt bei 0,002 mm. Auch sind in die Paletten spezielle Identifikations-Chips integriert, welche die fĂĽr das WerkstĂĽck benötigte Bearbeitungsdaten, Platzzuweisungen im Magazin beziehungsweise Fertigungsprogramme zuordnen und abrufen. Das Datenhandling ĂĽbernimmt dabei das Prozessleitsystem „Erowa Manufacturing Control“. Mit dieser, so Markus Bär, sei man immer ĂĽber die aktuelle Situation in der Fertigungszelle informiert.

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Manuel Wegmann, Maschinenbediener Jossi AG, Markus Bär, Verkauf Erowa, und Peter Hoelzel, Leiter Produktion Jossi AG (v.l.n.r.)

Ein weiterer Gesichtspunkt, der fĂĽr den Einsatz des „Robot Compact“ mit dieser Spannmittelkonfiguration sprach, war die Möglichkeit, auch Einzelteil und Kleinserien automatisiert ĂĽber das BAZ laufen zu lassen. Dazu meint Peter Hoelzel: „Durch die Software „Erowa Manufacturing Control“ bin ich in der Lage, Aufträge chaotisch einzusteuern. Ich könnte sozusagen 30 verschiedene Teile abarbeiten. Dies machen wir selten, aber fĂĽnf, sechs Aufträge mischen wir schon. FĂĽnf verschiedene Teile gehören zu einer Baugruppe. Dann steht mir zum Beispiel ein kompletter Satz am Morgen zur VerfĂĽgung. Das passt in Richtung FlieĂźfertigung, bietet Flexibilität und gute Benutzerfreundlichkeit.“

Spannflexibilität durch Erowa Zentrumspanner
Abgerundet werden die Rationalisierungseffekte dieser Automationslösung durch den Einsatz von ĂĽber 10 Erowa Zentrum-spannern. Diese besitzen eine integrierte Palette mit P-Zentrierung, so Markus Bär, und bieten so weniger Schnittstellen und damit eine hohe Kompaktheit sowie Spannstabilität. Durch die konstruktive Auslegung treten keine Problem mit den Spänen auf. Die Spannbacken werden nicht angeschraubt, nur ĂĽber ein spezielles Profil eingeschoben. Und durch das Spannen ĂĽber die  Schrägfläche erreiche man auch einen leichten Niederzugseffekt. Alle Komponenten des Zetrumspanners sind aus rostbeständigem Material, gehärtet, die hochbeanspruchten Teile zusätzlich beschichtet. Der Spannhub der Spindel liegt bei 30 mm, das RastermaĂź der Backenpositionierung bei 15 mm.

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Erowa Zentrumspanner sind die präzise und stabile Schnittstelle zwischen Werkstück und Maschine


Firmenportrait

Die EROWA  AG wurde 1971 gegrĂĽndet. Aus dem innovativen Kleinbetrieb entwickelte sich ein international tätiges, erfolgreiches Unternehmen. Die EROWA  AG ist seit 1997 ISO 9001 zertifiziert.

EROWA - Democenter

Die EROWA  AG entwickelt und produziert innovative Systemlösungen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in der metallbearbeitenden Industrie. Das Unternehmen hat ihren Ursprung im Werkzeug- und Formenbau, und ist heute hauptsächlich in der Präzisionsmechanik tätig. Wir bieten unseren Kunden innovative Systemlösungen und ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden und das gegenseitige Vertrauen ist unser oberstes Unternehmensziel.

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