Industrie-Lexikon

Bandschleifen

Das Bandschleifen ist ein spanendes Fertigungsverfahren, bei dem statt der beim Schleifen ├╝blichen Schleifscheiben, Schleifb├Ąnder verwendet werden die ├╝ber mindestens zwei Rollen umlaufen. Da die genaue Form der Schleifk├Ârner auf den B├Ąndern ebenso wenig bekannt ist wie beim konventionellen Schleifen z├Ąhlen daher beide Verfahren zum Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide. Die Werkzeugmaschinen sind Bandschleifmaschinen, das Elektrohandwerkzeug ist ein Bandschleifer. Unter der Bezeichnung ÔÇ×Bandschleifen“ ist es in der DIN 8589 genormt, in der Industrie wird es auch Kontaktschleifen  genannt nach den Kontaktrollen oder St├╝tzrollen die den Kontakt zwischen dem Schleifband und dem Werkst├╝ck herstellen. In manchen Verfahrensvarianten werden auch ebenen Kontaktelemente verwendet wie St├╝tzschuhe oder -platten. Ein Vorteil des Bandschleifens ist, dass sich die St├╝tzelemente nicht wie Schleifscheiben abnutzen und w├Ąhrend der Bearbeitung einen kleineren Radius erhalten. Somit bleibt beim Bandschleifen bei konstanter Drehzahl der Scheiben auch die Schnittgeschwindigkeit konstant, w├Ąhrend sie bei Schleifscheiben langsam sinkt. Daher ist das Bandschleifen gut f├╝r die automatisierte Fertigung geeignet. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Schleifb├Ąnder flexibel sind und sich der Form der Werkst├╝cke anpassen, was bei der vollautomatischen Fertigung ebenfalls g├╝nstig ist. Au├čerdem kann das Verfahren durch verschiedene Verfahrensparamteter an die jeweilige Anwendung angepasst werden. Einfl├╝sse sind die Gr├Â├če, H├Ąrte und Nutung der St├╝tzscheiben oder -rollen, die Anpresskraft, Schnittgeschwindigkeit, das Schleifmittel, die K├Ârnung und Streuung der Schleifk├Ârner und die Art der Schleifbandunterlage.

Geschichte
Schleifmittel auf Unterlage zu denen auch die Schleifb├Ąnder z├Ąhlen wurden bereits in der Steinzeit eingesetzt. In den folgenden Epochen wurden jedoch fast ausschlie├člich Schleifscheiben oder -steine verwendet. Das Bandschleifen fand erst nach 1945 eine nennenswerte Verbreitung in der industriellen Praxis und war ab den 1970er Jahren ausgereift. Die erste ausf├╝hrliche wissenschaftliche Abhandlung ├╝ber das Bandschleifen stammt von G. Becker und K. Dziobek von 1980. Lange Zeit wurde das Bandschleifen wegen der hohen erreichbaren Oberfl├Ącheng├╝ten zum Polierschleife verwendet anstelle eines Schleifbocks.  Da anf├Ąngliche Probleme wie geringe Standzeiten der Schleifb├Ąnder seit den 1990ern ├╝berwunden sind, wird das Bandschleifen inzwischen in zahlreichen Varianten und Branchen eingesetzt.

Werkstoffspektrum, Werkst├╝ckspektrum und Anwendungen
Der gr├Â├čte Abnehmer f├╝r Schleifb├Ąnder ist die metallbearbeitende Industrie, wo vor allem Werkst├╝cke aus Stahl bearbeitet werden, aber auch Gusseisen, Kupfer oder Titan. Au├čerdem wird das Bandschleifen in der Holzbearbeitung eingesetzt zur Bearbeitung von M├Âbeln oder Lackschichten. Ansonsten eignet es sich auch f├╝r die Bearbeitung von Leder, Glas, Kunststoff, Keramik oder Verbundwerkstoffen. Die gr├Â├če der Werkst├╝cke reicht von gegossenen Schiffspropellern mit Durchmessern von 11,5 m und einem Gewicht von 150 t bis hin zu den Spitzen von chirurgischen Nadeln mit Durchmessern von unter einem Millimeter. Eingesetzt wird das Bandschleifen zum Planschleifen von Blechen Platten und Coils oder f├╝r die Bearbeitung von Rohren oder Stangen. Es eignet sich auch dazu komplizierte Formen nachzuschleifen etwa Propeller oder Turbinenschaufeln. Au├čerdem ist es auch f├╝r das Au├čen- und Innenrundschleifen geeignet. Es wird verwendet f├╝r dekorative Oberfl├Ąchenschliffe, um die Oberfl├Ąchenqualit├Ąt zu verbessern, zum Entgraten oder um Werkst├╝cke auf Ma├č zu schleifen. Das Formschleifen kann maschinell erfolgen oder manuell an einer Standschleifmaschine etwa zum Schleifen der Zwischenr├Ąume der Zinken an Gabeln. Au├čerdem wird es zum Schleifen von Messern und Klingen verwendet oder f├╝r Wasserarmaturen aus Kupfer.

Verfahrensvarianten
Das Bandschleifen l├Ąsst sich nach mehreren Kriterien einteilen. Nach DIN 8589 wird es nach der Kinematik eingeteilt in Plan-, Rund-, Profil- und Form-Bandschleifen. Das W├Ąlzschleifen wie beim konventionellen Schleifen mit Schleifscheiben ist nicht m├Âglich. Eine andere Unterscheidung ist nach den verwendeten St├╝tzelementen (rund oder eben), sowie die beiden Varianten des Bandschleifens mit konstanter Anpresskraft oder konstanter Zustellung (Schnitttiefe). Das Hochleistungsschleifen stellt eine Sondervariante dar.

Au├čerdem l├Ąsst sich das Bandschleifen einteilen nach dem Mechanisierungsgrad in das Schleifen von ortsfesten Werkst├╝cken mit Bandschleifern die per Hand gef├╝hrt werden oder mit maschinell gef├╝hrten Werkzeugen in Bandschleifmaschinen, sowie das Schleifen mit ortsfesten Werkzeugen und entweder per Hand oder maschinell bewegten Werkst├╝cken.


Kinematische Einteilung

Plan-Bandschleifen
Das Plan-Bandschleifen, auch als Flachschleifen bezeichnet, wird genutzt, um ebene Oberfl├Ąchen zu erzeugen oder zu bearbeiten. Es kann zur Form- oder Ma├čver├Ąnderung genutzt werden oder zum Verbessern der Oberfl├Ąche. Bei einer Breitband-Schleifmaschine wird ein Band verwendet dessen Breite gr├Â├čer ist als die des Werkst├╝cks zusammen mit einer St├╝tzrolle. Bei Langbandschleifmaschinen wird das Band von einem St├╝tzschuh fl├Ąchig auf das Werkst├╝ck gedr├╝ckt um so eine besonders hohe Oberfl├Ącheng├╝te zu erreichen, was h├Ąufig in der Holzbearbeitung genutzt wird.

Rund-Bandschleifen
Das Rund-Bandschleifen dient zur Bearbeitung rotationssymmetrischer Werkst├╝cke. Es kann zwischen Spitzen durchgef├╝hrt werden oder spitzenlos, sowie f├╝r die Au├čen- und Innenbearbeitung. Auch komplexe Werkst├╝cke wie Kurbelwellen k├Ânnen bearbeitet werden. Genutzt wird es beispielsweise zum Ma├čschleifen von Edelstahlrohren, Kolbenstangen, Edelstahldr├Ąhte oder die Innenfl├Ąchen von Beh├Ąltern. Mit speziellen Steuerungen lassen sich auch sogenannte ÔÇ×unrunde“ Geometrien bearbeiten etwa ovale Querschnitte oder konisch zulaufende Werkst├╝cke.

Profil-Bandschleifen
Das Profil-Bandschleifen dient zur Bearbeitung von Profilen. Zum Teil wird dabei auf St├╝tzelemente verzichtet, was als Schleifen im Freibandbereich bezeichnet wird. Das Schleifband kann sich dann an die Form des Werkst├╝cks anpassen, was beispielsweise zum Schleifen der Zinken von Gabeln genutzt wird.

Form-Bandschleifen
Das Form-Bandschleifen dient zur Erzeugung und Bearbeitung beliebig geformter dreidimensionaler Formen. Es wird unterschieden nach der Art der Bewegungserzeugung in das manuelle, mechanische und CNC-Formschleifen.

Quelle: Wikipedia

 

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