Zurück zur News-Übersicht                                                                                                           
 
Industrie-Schweiz - News-Corner
 
08.04.2026
 
  
IFR: Roboterdichte steigt in Europa, Asien und Amerika
    
Die Integration von Robotern spielt weltweit eine Schlüsselrolle, um die industrielle Produktivität zu steigern. Westeuropa installierte 2024 im verarbeitenden Gewerbe einen Rekord von 267 Industrierobotern pro 10.000 Arbeitnehmern und führt damit im internationalen Automationsrennen vor Nordamerika mit 204 Einheiten und Asien mit 131 Einheiten. Das sind Ergebnisse aus dem World Robotics 2025 Berichtsband der International Federation of Robotics (IFR).

"Die Kennzahl der Roboterdichte setzt die Gesamtzahl der in einem Land eingesetzten Roboter ins Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten als Maß für die jeweilige Wirtschaftsleistung und liefert damit eine gute Vergleichsgröße zwischen unterschiedlich großen Volkswirtschaften", sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics.

Roboterdichte nach Regionen
Westeuropa verzeichnete bei der Roboterdichte einen Anstieg um 3 %. Acht Länder aus dieser Region zählen zu der Top 20 weltweit: Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Österreich, Italien, Belgien & Luxemburg, Frankreich sowie Spanien. Die Europäische Union (EU-27) kommt auf eine Roboterdichte von 231 Einheiten und liegt damit über dem weltweiten Durchschnitt von 132 Robotern pro 10.000 Beschäftigte.

Die Roboterdichte in Nordamerika stieg um 4 %. Die Vereinigten Staaten belegen mit 307 Robotern pro 10.000 Beschäftigte weltweit den achten Platz. Es folgen Kanada mit 241 Einheiten und Mexiko mit 62 Einheiten.

Asien kommt im verarbeitenden Gewerbe mit einer durchschnittlichen Roboterdichte von 131 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte auf einen Anstieg um 11 %. Die Volkswirtschaften Südkoreas, Singapurs, Japans und Taiwans zählen zu den zehn am stärksten automatisierten weltweit.

Basierend auf den aktualisierten Arbeitsmarktdaten des Staatlichen Amts für Statistik der Volksrepublik China kommt China in Asien auf Platz 6 und weltweit auf Platz 22. Die Roboterdichte liegt bei 166 Einheiten pro 10.000 Erwerbstätigen - das entspricht einem Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr.

Als großes Land mit einer beträchtlichen Anzahl an Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe benötigt China einen enormen operativen Bestand an Industrierobotern, um eine hohe Roboterdichte zu erreichen. Das gilt für die Produktionszentren ebenso wie für die ländlichen Regionen. Chinas herausragende Stellung bei der Industrierobotik zeigt sich deutlich an seinem operativen Bestand - dem größten weltweit: Das Land zählt rund 2 Millionen Einheiten - etwa 4,5-mal mehr als das zweitplatzierte Japan. Auch die jährlichen Installationszahlen sind beeindruckend: 54 % aller weltweit im Jahr 2024 installierten Roboter wurden in China eingesetzt (295.000 Stück).

Länder mit Top-Roboterdichte
Die Republik Korea hat die weltweit höchste Roboterdichte mit 1.220 Robotern pro 10.000 Beschäftigten. Seit 2019 steigt die Zahl um durchschnittlich 7 % im Jahr an. Die koreanische Wirtschaft profitiert von zwei großen Abnehmern für Industrieroboter: einer weltweit anerkannten Elektronikindustrie und einer bedeutenden Automobilindustrie.

Singapur folgt mit 818 Einheiten auf dem zweiten Platz. Als kleines Land mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe kann Singapur mit einem relativ kleinen operativen Roboterbestand eine hohe Roboterdichte erreichen. Seit 2019 ist diese Kennzahl jährlich um 13 % gestiegen.

Deutschland liegt mit 449 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte weltweit auf Platz drei. Die Roboterdichte der größten Volkswirtschaft in Europa ist seit 2019 jährlich um 5 % gestiegen.

Japan rangiert mit 446 Einheiten auf dem vierten Platz. Die Roboterdichte des weltweit führenden Roboterherstellers ist seit 2019 jährlich um 5 % gestiegen.
Schweden (377), Dänemark (329), Slowenien (315), die Vereinigten Staaten (307) sowie Taiwan (302) und die Schweiz (294) vervollständigen die Top 10.

Die Roboterdichte
Die Roboterdichte ist die Anzahl der einsatzbereiten Industrieroboter im Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten. Sie kann die gesamte verarbeitende Industrie oder nur bestimmte Industriezweige abbilden. Die Zahl der Beschäftigten dient als Maß für die wirtschaftliche Größe, so dass der Quotient aus Betriebsbestand und Beschäftigten den Betriebsbestand auf eine einheitliche Basis stellt.

Das IFR Statistical Department stellt Branchendaten für folgende statistische Jahrbücher bereit:

World Robotics - Industrieroboter: Dieser einzigartige Bericht liefert weltweite Statistiken über Industrieroboter in einheitlichen Tabellen und ermöglicht aussagefähige Ländervergleiche. Er enthält statistische Daten aus circa 40 Ländern, aufgeschlüsselt nach Anwendungsbereichen, Industriesektoren, Roboterarten und anderen technischen und wirtschaftlichen Aspekten. Für ausgewählte Länder sind Produktions-, Export- und Importdaten aufgeführt. Mit der Roboterdichte, d.h. der Anzahl von Robotern je 10.000 Beschäftigten, wird zudem ein Maß für den Automationsgrad angeboten.

World Robotics - Serviceroboter: Dieser einzigartige Bericht beschreibt marktfähige Produkte, Aufgaben, Herausforderungen und neue Entwicklungen zur Anwendung von Servicerobotern. Der Bericht enthält die Ergebnisse der jährlichen IFR-Serviceroboter-Erhebung zum weltweiten Absatz von professionell und privat genutzten Servicerobotern sowie eine Branchenstrukturanalyse mit einer vollständigen Liste aller dem IFR bekannten Serviceroboterhersteller. Die Studie wird gemeinsam mit den Robotik-Experten des Fraunhofer IPA, Stuttgart, erstellt.

Über die IFR
Die International Federation of Robotics ist das Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie. IFR vertritt nationale Roboterverbände, Forschungseinrichtungen sowie Roboterhersteller aus mehr als zwanzig Ländern. IFR wurde 1987 als nicht gewinnorientierte Organisation gegründet.


www.ifr.org www.ifr.org


IFR_Roboterdichte

Die Roboterdichte hat weltweit einen neuen Höchststand erreicht. © International Federation of Robotics