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Industrie-Schweiz - News-Corner 07.01.2026 Raiffeisen KMU PMI: 2026 bringt nur verhaltene Zuversicht
Der Raiffeisen KMU PMI ist im Dezember leicht gesunken und setzt damit den seit Monaten anhaltenden Seitwärtstrend fort. Zwar erwarten mehr KMU für 2026 eine Verbesserung als eine Verschlechterung, doch rechnet die Mehrheit mit einer ähnlichen Geschäftslage wie im Vorjahr.
Der Raiffeisen KMU PMI ist im Dezember von 50.3 auf 49.4 Punkte gesunken. Damit liegt er unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert einen Rückgang der Geschäftsaktivität gegenüber November. Die grösste Belastung für den Gesamtindex ging von der Auftragskomponente aus, die von 51.6 auf 49.6 Punkte zurückging. Auch die Einschätzung zum Produktionsvolumen sank von 50.4 auf 49.9 Punkte. Zudem verkürzen sich die Lieferfristen, was auf eine nachlassende Nachfrage zum Jahresende hindeutet. Die entsprechende Komponente verringerte sich von 51.6 auf 49.7 Punkte. Bei der Beschäftigung und den Einkaufslagern war der Abwärtstrend weniger ausgeprägt als im November. Beide Komponenten stiegen leicht an, blieben jedoch unter der wichtigen Expansionsmarke von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt.
Seit Juli notiert der Raiffeisen KMU PMI sehr nahe an der 50-Punkte-Marke. Die Geschäftslage bei den befragten Industrieunternehmen stagniert also weitgehend. Bei den KMU, die sich auf den Schweizer Markt beschränken, gibt es wenig Schwankungen in der Stimmungslage. Die exportorientierten Unternehmen reagieren hingegen stark auf die wechselhafte Auslandsnachfrage. Und hier gab es zuletzt wieder einige Verschiebungen. Der Exportumsatz auf dem europäischen Markt war im November rückläufig. Die Ausfuhren in die USA wiederum sind nach dem Zolldeal zwar gestiegen, die Erholung war aber nicht breit abgestützt und vor allem auf das Flugzeuggeschäft zurückzuführen. Insgesamt fallen die Exportzahlen für das Schlussquartal 2025 bisher schlechter aus als vor einem Jahr. Bei der Bilanz für das Gesamtjahr zeigt sich aber ein differenziertes Bild. Viele Branchen erzielten 2025 einen grösseren Exportumsatz als im Vorjahr, insbesondere jene, die von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit den US-Zöllen profitierten. Grosse Ausnahme ist hier die Uhrenbranche, die voraussichtlich ein Minus verbuchen wird. In der zyklischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie zeichnet sich derweil immerhin eine schwarze Null ab.
Die meisten KMU erwarten für das neue Jahr eine ähnliche Geschäftslage, wie aus der aktuellen Sonderumfrage von Raiffeisen hervorgeht. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit keiner Veränderung im Vergleich zu 2025. Immerhin gehen mehr KMU von einer Verbesserung (etwa 30%-40%) als von einer Verschlechterung (10%-15%) der Geschäftslage aus.
Als wichtigste Einflussfaktoren für die Erwartungen an das Jahr 2026 nennen die Unternehmen vor allem die Kundennachfrage (70% aller befragten KMU) und die allgemeine Konjunktur (44%). Weitere Aspekte sind die Wettbewerbssituation (25%), die geopolitische Entwicklung (21%) sowie - bei exportorientierten KMU - die Wechselkursentwicklung (28%). Etwas mehr als 15% der Unternehmen verweisen zudem auf den Fachkräftemangel und die Kostenentwicklung.