Zurück zur News-Übersicht
Industrie-Schweiz - News-Corner 26.11.2025 ATOSS Software SE: Neue Studie deckt dramatische Lücken in der organisatorischen Resilienz europäischer Unternehmen auf
Eine neue Studie von ATOSS zeigt: Nur jedes dritte Unternehmen in Europa bereitet sich proaktiv auf Veränderungen vor. Strategische Maßnahmen im Workforce Management können währenddessen die Vorbereitung um das Drei- bis Neunfache steigern und so die Resilienz stärken.
Europa steckt mitten in der Transformation. Während Unternehmen von disruptiven Kräften wie technologischer Transformation, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Instabilität getrieben werden, zeigen neue Daten der ATOSS Software SE: Viele erkennen den Wandel, aber kaum jemand ist vorbereitet.
Die von der globalen Marktforschungsagentur B2B International durchgeführte und gemeinsam mit ATOSS konzipierte Studie befragte über 450 Entscheider aus Unternehmen aller Größenordnungen in Belgien, der DACH-Region, Frankreich, den Niederlanden und Schweden. Analysiert wurden der Grad der Vorbereitung ("Preparedness") sowie das Potenzial gezielter Workforce Management Maßnahmen entlang von drei zentralen Resilienzfaktoren: Technologie, Workforce und Organisation.
Der europäische Preparedness-Gap: Bewusstsein ist ungleich Handlungsbereitschaft In der heutigen volatilen Geschäftswelt entscheidet Resilienz über Überleben oder Rückschritt. Preparedness bildet die Grundlage dieser Resilienz und bestimmt, wie gut Organisationen Veränderungen antizipieren, darauf reagieren und aus ihnen wachsen können. Doch die Studie zeigt: Zwischen Einsicht und Aktion klafft eine tiefe Lücke.
Die befragten Unternehmen sehen sich im Durchschnitt sieben zentralen Herausforderungen gegenüber, von der Implementierung technologischer Lösungen (61 % der Unternehmen betrachten dies als eine kritische Herausforderung) über politische und wirtschaftliche Instabilität (58 %) bis hin zu Fachkräftemangel und demografischem Wandel (53 %). Trotzdem fühlt sich nur ein Viertel wirklich vorbereitet und nur 8% sehen Disruption als Chance. Mit anderen Worten: Europas Unternehmen wissen, was auf sie zukommt, aber zu wenige handeln. Ohne umfassende Maßnahmen über Mitarbeitende, Prozesse und Tools hinweg kann der Grad der Vorbereitung für Disruptionen auf unter 10 % sinken.
Technologie und Training: Wo Fortschritt zum Überlebensfaktor wird Technologie ist der Motor der Transformation, doch die meisten Unternehmen sitzen noch im Leerlauf. Weniger als ein Viertel fühlt sich ausreichend vorbereitet auf neue Technologien oder regulatorische Veränderungen, mehr als die Hälfte kämpft mit der fortschreitenden Digitalisierung ihrer Prozesse.
Ein klarer Hebel liegt im Upskilling und Reskilling. Unternehmen, die Fort- und Weiterbildungsprogramme zu einem Teil der Workforce Management Strategie machen, sind bis zu neunmal besser auf Technologie-Implementierungen oder regulatorische Veränderungen vorbereitet.
Wie gut Unternehmen vorbereitet sind, unterscheidet sich auch nach Land: Frankreich und Schweden führen mit gezielten Investitionen vor, wie es geht. Französische Unternehmen sehen mehr potenzielle Herausforderungen (9), zeigen jedoch auch einen höheren Preparedness-Grad als andere Länder und planen größere Investitionen in Schulungen sowie daten- und KI-basierte Tools. Schweden zeigt eine hohe Bereitschaft, Technologielösungen zur Unterstützung seiner Belegschaft zu integrieren. Die DACH-Region dagegen bleibt zurück: Geringe Investitionen in Schulungen und zögerliche Nutzung moderner Technologien spiegeln die aktuelle Standortdebatte wider.
Demografischer Wandel: Die stille Krise in Europas Arbeitswelt Der demografische Wandel trifft Unternehmen mit voller Wucht. 53 % sehen generationelle Veränderungen als Herausforderung, doch nur ein Viertel ist darauf vorbereitet. Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden (55 % der Unternehmen betrachten dies als eine kritische Herausforderung) und deren wachsender Wunsch nach Flexibilität (50 %) werden zu zentralen Stellhebeln für Wettbewerbsfähigkeit und Mitarbeiterbindung.
Maßnahmen wie Schulungen in fortgeschrittenen Analysetools, Wissensmanagement älterer Mitarbeitender und DEI-Trainings (Diversity, Equity & Inclusion) können den Grad der Vorbereitung auf den demografischen Wandel verdreifachen. "Eine resiliente Belegschaft entsteht nicht allein durch Technologie", betont Michael Knoblauch, Director Process Consulting bei ATOSS. "Sie wächst aus Unternehmenskulturen, die Menschen befähigen, zu lernen und am stetigen Wandel zu wachsen."
Krisenmanagement ohne Kompass: Fehlende Daten, fehlende Führung Organisatorische Preparedness entscheidet darüber, wie effektiv Unternehmen Disruptionen antizipieren und steuern können. Doch viele steuern "auf Sicht": Nur 34 % bereiten sich aktiv auf Veränderungen vor. Und nur 31 % sieht sich in der Lage, Personal- und Kapazitätsplanung effektiv umzusetzen. Die Hälfte fühlt sich durch steigenden Leistungsdruck und Kostenzwänge blockiert.
Wenn Unternehmen Veränderungen proaktiv antizipieren, verwandeln sie ihre Vorbereitung in einen echten Wettbewerbsvorteil. Die Integration KI-gestützter Prognosetools, die Durchführung von Schulungen im Bereich Performance Measurement sowie Führungskräfteentwicklung können zu einer effektiveren Messung der Mitarbeiterleistung und einer besseren Kapazitätsplanung führen, was dem gesamten Unternehmen zugutekommt.
Vom Reagieren zum Gestalten: Wie Resilienz zum Erfolgsfaktor wird "Der europäische Preparedness-Gap kann geschlossen werden, wenn wir konsequent handeln", so Michael Knoblauch. "Erfolg entsteht nicht nur durch die Suche nach neuen Tools, sondern vor allem dadurch, bewährte Lösungen konsequent in die Praxis umzusetzen. Mit der richtigen Mischung aus Technologie, Workforce und Führung werden Unternehmen in der Lage sein, nicht mehr nur auf Disruption zu reagieren, sondern Veränderung aktiv mitzugestalten und so die unternehmerische Resilienz erheblich zu stärken."