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Industrie-Schweiz - News-Corner
 
07.12.2021
 
  
Schaffner Gruppe: Erzielt deutliche Profitabilitätssteigerung
    
Die Schaffner Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2020/21 neu aufgestellt. Durch den klaren Fokus auf das Kerngeschäft EMV-Lösungen, auf die attraktivsten Wachstumsmärkte und die margenstärksten Anwendungen hat sich das Unternehmen eine starke Ausgangslage geschaffen. Das untermauern der 34,2% höhere Auftragseingang und die EBIT-Marge von 10,9% im fortgeführten Geschäft. Der Generalversammlung vom 11. Januar 2021 wird die Ausschüttung von CHF 9.00 je Aktie vorgeschlagen. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr 2021/22 stimmt zuversichtlich. Für die kommenden Jahre hebt Schaffner das Zielband für den EBIT auf 10 bis 12% an.

«Die Schaffner Gruppe hat im Geschäftsjahr 2020/21 mit der Devestition der Power Magnetics Division einen strategischen Schritt von transformatorischer Dimension vollzogen», sagt Marc Aeschlimann, CEO der Schaffner Gruppe. «Wir konzentrieren uns nun auf unser Kerngeschäft EMV-Filterlösungen und magnetische Komponenten für wachstumsstarke Industriemärkte und für E-Mobilität und damit auf die margenstärksten Anwendungen. Zudem verfügt Schaffner über eine homogenere Produktpalette, eine geringere Komplexität und eine schlankere Kostenstruktur. Die Neuausrichtung zeigte im Geschäftsjahr 2020/21 bereits Wirkung.»

Gute Nachfrage in allen Absatzmärkten
Die Schaffner Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020/21 einen Nettoumsatz von CHF 172,5 Mio. Das ist mehr als der Vorjahreswert von CHF 171,7 Mio., obschon das Volumen der verkauften Power Magnetics Division nur für neun Monate im Umsatz enthalten ist. Getragen von einer guten Nachfrage in allen Absatzmärkten legte der Auftragseingang um 14,4% auf CHF 191,0 Mio. zu, was einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,11 entspricht (Geschäftsjahr 2019/20: CHF 167,0 Mio.; 0,97).

Betrachtet man allein das fortgeführte Geschäft, unter Ausklammerung der Power Magnetics Division, stieg der Nettoumsatz um 15,9% auf CHF 147,3 Mio., wobei im zweiten Halbjahr ein starkes Wachstum von 19,6% resultierte. Der Auftragseingang im fortgeführten Geschäft legte sogar um 34,2% auf CHF 170,3 Mio. zu.

Die Covid-Pandemie führte im Berichtsjahr nur noch begrenzt zu Einschränkungen. Die Schaffner Gruppe war stets voll operativ und die Produktion konnte unter Berücksichtigung strikter Sicherheitsmassnahmen für die Mitarbeitenden jederzeit aufrechterhalten werden. Herausforderungen stellten sich einzig bei Kundenbesuchen sowie in der globalen Logistik aufgrund längerer Transportzeiten und teils deutlich höherer Kosten.

EMV Division mit starkem Geschäftsgang
Die EMV Division (seit dem 1.10.2021: Industrial Division), Marktführerin bei EMV-Filterlösungen für Anwendungen bei Maschinen und Robotik, in der Medizintechnik, der Gebäudetechnik und im Energie-Management, verzeichnete aufgrund des Wiedererstarkens der Industriemärkte und des Nachholbedarfs bei gewissen Industriegütern ab März 2021 einen markanten Anstieg des Auftragseingangs. Schaffner war in dieser Phase jederzeit lieferbereit und konnte den hohen Auftragsbestand in entsprechende Umsatzsteigerungen ummünzen.

Die EMV Division steigerte den Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2020/21 um 14,4% auf CHF 108,6 Mio. (Geschäftsjahr 2020/21: CHF 94,9 Mio.). Während der Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2020/21 mit CHF 48,3 Mio. das Niveau der Vorjahresperiode erst leicht übertraft, lag er in der zweiten Jahreshälfte mit CHF 60,3 Mio. deutlich höher. Noch deutlicher zeigt sich die Beschleunigung des Geschäftsgangs beim Auftragseingang, der mit CHF 131,8 Mio. um 38,2% über Vorjahresniveau lag. Einem Auftragseingang von CHF 59,6 Mio. im ersten Halbjahr 2020/21 steht ein Wert von CHF 72,1 Mio. in der zweiten Jahreshälfte gegenüber.

Automotive Division baut Elektromobilität aus
Im Automobilbereich setzte sich die ab Herbst 2020 eingetretene Dynamik, getrieben durch Nachholkäufe nach den Lockdowns in weiten Teilen der Welt sowie durch die Elektromobilität, im ersten Halbjahr 2020/21 ungebrochen fort. Die Automotive Division konnte ihr Geschäft deutlich ausweiten und setzte zusätzlich zum Hochlaufen neu gewonnener Projekte auch einzelne margenstarke Sonderprojekte für Automobilhersteller um. Ab dem zweiten Semester spürte auch Schaffner, dass Automobilhersteller und Tier-1-Lieferanten durch die mangelnde Verfügbarkeit von Halbleiter-Chips gebremst wurden.

Die Automotive Division steigerte den Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2020/21 um 17,8% auf CHF 38,7 Mio. Auf ein starkes erstes Halbjahr mit einem Nettoumsatz von CHF 21,8 Mio. folgte eine schwächere zweite Jahreshälfte mit CHF 16,8 Mio. Durch die erfolgreiche Verbreiterung des Produktportfolios mit Filterlösungen und magnetischen Komponenten wurde der Anteil von Produkten für die Elektromobilität am Divisionsumsatz von 25% im Vorjahr auf nunmehr 33% ausgebaut.

Ziel einer zweistelligen EBIT-Marge erreicht
Das bessere Margenprofil aufgrund der Neuausrichtung des Geschäfts zeigt sich im Jahresergebnis 2020/21: Der operative EBIT von CHF 18,2 Mio. entspricht einer EBIT-Marge von 10,6%, gegenüber einer Marge von 2,7% im – allerdings Covid-bedingt schwierigen – Vorjahr. Angesichts höherer Logistikkosten und gestiegener Rohmaterialpreise ist die Ertragssteigerung umso beachtlicher.

Auch nach der nicht liquiditätswirksamen Rückführung des Goodwills[1] aus dem Verkauf der Power Magnetics Division von CHF 14,9 Mio., wie sie von den Rechnungslegungsvorschriften von Swiss GAAP FER in solchen Fällen verlangt wird, resultiert für 2020/21 immer noch ein positiver ausgewiesener EBIT von CHF 3,3 Mio. Das Unternehmensergebnis nach Berücksichtigung des Goodwill-Recycling betrug CHF -2,3 Mio.

Im fortgeführten Geschäft erzielte die Schaffner Gruppe einen EBIT von CHF 16,1 Mio., was einer EBIT-Marge von 10,9% entspricht.

Hoher Free Cash Flow, Netto-Cash-Position und solide Bilanz
Der Free Cashflow erreichte im Berichtsjahr CHF 15,3 Mio. und das Investitionsvolumen liegt nach Jahren mit grossen Investitionen ins Produktionswerk in Thailand sowie in E-Mobilitätsprojekte wieder auf einem normalisierten Niveau von Mio. 5,8 Mio. Die bisherige Nettoverschuldung konnte in der Berichtsperiode in eine Netto-Cash-Position von CHF 11,4 Mio. gewandelt werden. Mit einem Eigenkapital von CHF 67,6 Mio., entsprechend einer Eigenkapitalquote von hohen 56,3%, ist die Schaffner Gruppe noch solider finanziert als im Vorjahr.

Dividende
In Anbetracht des guten operativen Geschäftsgangs und des hohen Free Cashflows beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 11. Januar 2022 für das Geschäftsjahr 2020/21 eine Ausschüttung von CHF 9.00 je Aktie. Sie setzt sich zusammen aus einer ordentlichen Dividende aus dem Bilanzgewinn von CHF 4.50 je Aktie sowie einer verrechnungssteuerfreien Ausschüttung aus den Kapitaleinlagereserven in Höhe von CHF 4.50 je Aktie. Es handelt sich um die höchste ordentliche Ausschüttung, seit die Schaffner Holding AG an der Börse kotiert ist.

Zuversichtlicher Ausblick
Schaffner ist gut ins laufende Geschäftsjahr gestartet und gegenwärtig gibt es keine Anzeichen, dass sich das geschäftliche Umfeld der Schaffner Gruppe in den kommenden Monaten wesentlich ändern wird. Die gute Wirtschaftslage und der positive Trend in den Absatzmärken dürften weiter anhalten. Obschon von einer Normalisierung des zuletzt sehr starken Auftragseingangs ausgegangen werden muss, sichern der hohe Auftragsbestand und die Projektpipeline eine gute Auslastung bis weit ins Jahr 2022 hinein. Angesichts der hohen Niveaus der Rohmaterialpreise sowie der Energie- und Logistikkosten wird Schaffner im laufenden Geschäftsjahr gewisse Preisanpassungen vornehmen. Schaffner geht davon aus, dass sich die Lieferengpässe bei Mikrochips in der Automobilindustrie kurzfristig nicht substanziell entschärfen werden. Früher oder später dürfte sich die Versorgung aber stabilisieren, wodurch die Produktionszahlen angesichts aufgestauter Bestellungen anziehen würden. Insgesamt sind die Voraussetzungen gegeben, dass auch 2021/22 ein gutes Jahr für die Schaffner Gruppe wird.

Mittelfristig hat Schaffner weiterhin den Anspruch, ein organisches Wachstum von über 5% pro Jahr zu erreichen. Das Zielband für die EBIT-Marge wird von bisher 8 bis 10% auf neu 10 bis 12% angehoben. Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 erwartet Schaffner ein Ergebnis im Rahmen dieser neuen Mehrjahresziele.


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