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08.03.2021 Tornos: Ist gut gerüstet ins Jahr 2021 gestartet

Tornos blickt zurück auf ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2020. Die Corona-Krise traf die Gruppe Anfang des Jahres mit voller Wucht. Zusammen mit dem strukturbedingten Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie hatte dies massive Auswirkungen auf den Auftragseingang und den Umsatz der Gruppe. Tornos reagierte bereits sehr früh darauf – mit rigorosen Sparmassnahmen und mit einer Anpassung der Kostenstruktur an die neuen Marktgegebenheiten. Dank den technologisch führenden Drehautomaten und Maschinen und dank einem Produktemix, der ein breites Leistungs- und Preisspektrum abdeckt, ist Tornos für eine zukünftige Marktbelebung gut gerüstet. Die positive Nachfrageentwicklung im vierten Quartal 2020 und der leichte Anstieg des Auftragsbestandes seit Mitte 2020 sind ermutigende Zeichen.

Insgesamt erzielte die Tornos Gruppe im Berichtsjahr einen Nettoumsatz von CHF 103.4 Mio. (2019: CHF 205.3 Mio.) und einen Auftragseingang von CHF 98.0 Mio. (2019: CHF 135.5 Mio.). Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA2) lag für 2020 bei CHF -23.6 Mio. (2019: CHF 10.7 Mio.), das operative Ergebnis (EBIT2) bei CHF -27.7 Mio. (2019: CHF 6.4 Mio.) und das Nettoergebnis bei CHF -29.9 Mio. (2019: CHF 5.9 Mio.). Ohne die Wertberichtigung auf den Warenvorräten läge der EBIT2 bei CHF -9.4 Mio. und das Nettoergebnis (ohne den Einmaleffekt aus dem Liegenschaftsverkauf) bei CHF -14.8 Mio.

Massiv reduzierte Kosten
Die rigorosen Sparmassnahmen führten im Berichtsjahr zu massiven Kosteneinsparungen in der Grössenordnung von CHF 38.9 Mio. pro Jahr. Gleichzeitig wurde das Ergebnis sehr stark durch die Rückstellungen auf Warenvorräte belastet. Diese mussten aufgrund der längeren Lagerhaltung und des geringeren Verbrauchs gebildet werden (CHF 18.3 Mio). Falls der Umsatz in Zukunft wieder anzieht und das Warenlager abgebaut wird, könnten die Rückstellungen entsprechend erfolgswirksam reduziert werden. Dank einer deutlichen Reduktion der Basiskosten ist Tornos mit gestärkter Liquidität ins Geschäftsjahr 2021 gestartet. Der Verkauf des Fabrikgebäudes an der Rue de l’Ecluse in Moutier entlastete das Ergebnis 2020 mit CHF 3.2 Mio.

Weitere Flexibilisierung
In Moutier sind sowohl die Zentralisierung der Produktion am Hauptstandort an der Rue Industrielle als auch die Sanierung des Verwaltungsgebäudes mit neuem Empfangszentrum und Konferenzräumen vollständig abgeschlossen. Ein Teil des Warenlagers, inklusive der damit zusammenhängenden Logistik, wird jetzt von einem spezialisierten Drittunternehmen betrieben. Dies hat zur weiteren Flexibilisierung von Tornos beigetragen. Im Oktober hat die Gruppe ihr neues Werk in Xi’an (China) eingeweiht. Hier werden Tornos-Maschinen insbesondere für den chinesischen Markt entwickelt und hergestellt. Die Produktion ist gut angelaufen. Das Werk hat einen wichtigen Beitrag zur deutlichen Umsatzsteigerung der Gruppe in China geleistet. Tornos Italien musste die Einweihungsfeier für das neue Kundenzentrum Milano aufgrund der Corona-Bestimmungen vom Mai auf den Oktober 2020 verschieben.

Umsatzentwicklung
Tornos erzielte im Berichtsjahr einen Nettoumsatz von CHF 103.4 Mio. (2019: CHF 205.3 Mio., - 49.6%). Ohne Wechselkurseinflüsse hätte ein Nettoumsatz von CHF 106.0 Mio. resultiert (-48.4% im Vergleich zu 2019). Im Heimmarkt Schweiz lag der Nettoumsatz mit CHF 24.9 Mio. um CHF 21.9 Mio. unter dem Wert des Vorjahres (- 46.8%). Im übrigen Europa sank er um CHF 65.8 Mio. oder 60.0% auf CHF 43.8 Mio. In Amerika nahm er um CHF 11.3 Mio. von CHF 26.1 Mio. auf CHF 14.8 Mio. ab. Der Umsatzanteil Asiens (inkl. Rest der Welt) lag mit CHF 19.9 Mio. im Berichtsjahr um rund 13.1% unter dem Wert des Vorjahres. Insgesamt hatten die einzelnen Regionen 2020 folgende Anteile am Nettoumsatz der Tornos Gruppe: Schweiz 24.1% (2019: 22.8%); restliches Europa 42.3% (2019: 53.4%); Amerika 14.3% (2019: 12.7%); Asien (inkl. Rest der Welt) 19.2% (2019: 11.2%).

Im Bereich Service und Ersatzteile erzielte Tornos 2020 einen Nettoumsatz von CHF 32.0 Mio. Dies sind CHF 13.8 Mio. weniger als im Vorjahr (2019: CHF 45.8 Mio.). Stark gelitten hat dabei insbesondere der Verkauf von Ersatzteilen, aber auch das Servicegeschäft brach ein, da die Servicetechniker während der Lockdowns ihre Kunden gar nicht mehr und in der übrigen Zeit nur sehr eingeschränkt besuchen konnten.

Betriebsaufwendungen
Die Betriebsaufwendungen der Tornos Gruppe reduzierten sich 2020 um CHF 17.0 Mio. auf CHF 43.0 Mio. (Vorjahr: CHF 60.0 Mio.). Im Bereich Marketing und Verkauf gingen die Kosten um CHF 8.9 Mio. zurück. Die allgemeinen Verwaltungskosten reduzierten sich um CHF 2.5 Mio. und der Aufwand für Forschung und Entwicklung um CHF 4.9 Mio.

Forschung und Entwicklung
2020 hat Tornos im Bereich Forschung und Entwicklung insgesamt CHF 5.2 Mio. (2019: CHF 10.1 Mio.) investiert. Ihre verschiedenen Innovationsprojekte im Maschinenbereich trieb Tornos auch in diesem schwierigen Jahr erfolgreich voran. Dasselbe gilt für die skalierbare und nutzerfreundliche Maschinenprogrammierungs- und Kommunikationssoftware TISIS. Mittlerweile sind bereits über 2100 Tornos Maschinen mit TISIS ausgerüstet.
Ausschüttung an die Aktionäre

Auf den Antrag für eine Dividendenausschüttung wird der Verwaltungsrat aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage verzichten.

Ausblick
Die Tornos Gruppe hat die Kapazitäten und die Kostenstruktur im vergangenen Jahr der veränderten Marktsituation angepasst und ist gut gerüstet ins Jahr 2021 gestartet. Die vorhandenen Lagerbestände bieten der Gruppe zudem viel Flexibilität, um auf einen allfälligen Nachfrageschub im laufenden Jahr rasch zu reagieren. Aufgrund der nach wie vor sehr schwierig abzuschätzenden Auswirkungen der Pandemie sind konkrete Prognosen für das Geschäftsjahr 2021 zurzeit nicht möglich.

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