Die Pulvermetallurgie bezeichnet einen Zweig der Metallurgie, die sich mit Metallverbindungen beschäftigt, die sich nicht aus Schmelzen erstellen lassen. Die Fertigungsverfahren der Pulvermetallurgie sind gekennzeichnet durch die mecha- nische Verdichtung von Metallpulvern in Formwerkzeugen und die anschließende Sinterung bei hohen Temperaturen zu Fertigteilen.
Es werden Metallpulver reiner Metalle oder auch von Legierungen in Korngrößen unter 0,6 mm gebraucht. Die Art der Herstellung der Pulver hat starken Einfluß auf die Eigenschaften der Pulver, deshalb haben sich sehr viele verschiedene Verfahren entwickelt. Verwendet werden mechanische Verfahren, Reduktions- verfahren, elektrolytische Verfahren, das Karbonylverfahren, Schleuderverfahren, Verdüsungs- und andere Verfahren.
Die Herstellung von Sinterteilen erfolgt in zwei Schritten:
Fertigen der Formstücke: Die Verdichtung des Pulvers erfolgt in Presswerkzeugen unter hohem Druck (zwischen 1 und 10 t je Quadratzentimeter). Weitere Verfahren sind Verdichten durch Vibration, das Schlickergießverfahren, Schüttverfahren und Verfahren mit Zu- satz von Bindemitteln.
Sintern der Formstücke: Bei der Wärmebehandlung, dem sog. Sinterprozess werden die Pulverteilchen an ihren Berührungsflächen durch Diffusion der Metallatome in eine feste Verbindung gebracht. Die Sintertemperatur liegt dabei in der Regel etwas unterhalb der Solidustemperatur des Metallpulvers.
Alle Sintermetalle sind porös und - nach einer Kalibrierung - von hoher Maß- genauigkeit und Oberflächengüte.
Die Verfahren werden für die Hartmetallherstellung und das Pulverspritzgießen eingesetzt. Die Pulvermetallurgie kommt wegen der teuren Preßwerkzeuge nur bei großen Serien und nur bei kleinen, leichten Teilen zur Anwendung. Anwen- dungsgebiete sind z.B. (ölgetränkte) Lagerschalen und Lager, Filter, Siebe und Dauermagnete.