Als Formgebung oder Formgestaltung wird in der Technik und der Kunst die Her- stellung der vorgesehenen Form aus einem Rohling bezeichnet.
Teilweise versteht man "Formgebung" aber auch als technischen Entwurfsprozess (siehe auch Architektur und Styling), bzw. in der Kunst als Design.
Detailaspekte Jede Formgebung erfordert ein Minimum an Stabilität, die im Regelfall vom Ausgangsmaterial gewährleistet ist. Bei speziellen Materialien kann sie aber auch im Laufe der Fertigung entstehen, z.B. durch Härtung (Stahl, Beton, Keramik usw.), durch Trocknung oder durch Versteifung.
In den meisten Fällen hat der Rohling die Eigenschaften eines Festkörpers, wenngleich er oft durch Guss in Hohlformen entsteht. Die Bearbeitung eines zunächst rohen oder formlosen Materials erfolgt -- von wenigen Ausnahmen in der Bildenden Kunst abgesehen -- in mehreren Arbeitsschritten:
aus dem Rohling wird zunächst die grobe Form oder der Umriss hergestellt (etwa mit dem Hammer, durch spanabhebende Fertigung, durch Biegen usw.), es folgt die detailliertere Ausformung und Modellierung – meist unter Verwendung spezieller Werkzeuge etwa des Bildhauers oder des Holzschnitzen, und zuletzt häufig eine Behandlung der Oberfläche (Härtung, Schliff, Polieren, Glasur usw), während eine allfällige Bemalung nicht mehr zur Formgebung zählt.
Bei Vorgängen mit spezieller Oberflächenbehandlung oder bei Instrumenten von hoher Präzision – wie beispielsweise einem großen Spiegelteleskop – kann der Prozess der endgültigen Formgebung länger dauern als ihre eigentliche Herstel- lung.
In der Kunst kann die grobe Formgebung auch Hilfskräften oder den Schülern eines Meisters überlassen werden, sofern sie die kritischen Eigenschaften des Materials wie Bruchgefahr oder Klüfte ("Sprünge") kennen. Für die detailliertere Formung und für Vorgänge mit feinem Schleifen oder Polieren sind nicht nur die mechanischen Eigenarten von Werkstück und Werkzeug aufeinander abzustim- men, sondern vielfach auch ihre chemischen, hydrophilen und thermischen Charakteristika. Näheres unter anderem unter den Artikeln Wirkmedium, Schliff und Temperaturbeständigkeit.