Als Anreißen wird die Tätigkeit des Übertragens von Maßen auf ein Werkstück be- zeichnet.
Maße für Bohrungen, Schnitte, etc. werden in Form von Gravuren, erkennbar als dünne Hilfslinien, auf dem Werkstück aus Holz, Metall, Stein aufgezeichnet oder eingeritzt. Das Anreißen wird mit einem Stift, Kreide oder einem harten Gegenstand (Metallspitze) gemacht. Es besteht die Möglichkeit, diese aufge- brachten Linien durch einen Körner noch stärker und dauerhafter hervorzuheben, um sie auch nach diversen Bearbeitungsvorgängen noch sicher identifizieren zu können.
Um den Riss beim Anreißen auf metallischen Oberflächen besser sichtbar zu machen, verwendet man auch Anreißarben. Darunter versteht man z.B. einen schnelltrocknenden Lack (enthält Kupfersulfat), der vor dem Anreißen auf das Werkstück aufgebracht wird. Dieser Lack wird dann mit Hilfe eines Höhenreißers, einer Reißnadel oder ähnlichen Werkzeugs an den betreffenden Stellen weggekratzt. In der Praxis wird anstatt einer Anreißfarbe oft auch ein wasserfester Stift eingesetzt.