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23.07.2014 Swissmem: Engagement für die duale Berufsbildung

Über 1‘000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich am 2. Juli in Zürich zum achten Swissmem-Industrietag getroffen. Unter dem Titel «Königswege, Spannungsfelder und Entwicklungstrends in der Berufsbildung» diskutierten namhafte Referenten, wie die duale Berufsbildung auch in Zukunft ein attraktives Modell bleiben kann. Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung bildete das Referat von Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Die duale Berufsbildung ist für die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) von sehr grosser Bedeutung. Sie versorgt die Unternehmen mit dringend benötigten, qualifizierten Fachkräften. Allein in Swissmem-Mitgliedfirmen werden zurzeit über 9‘000 Lernende zu Berufsfachleuten ausgebildet. Für junge Menschen bietet die Berufslehre nach wie vor einen optimalen Einstieg in die Arbeitswelt.

Um die grosse Bedeutung der Berufsbildung zu unterstreichen, widmete Swissmem den Industrietag vom 2. Juli 2014 dem Thema, «Königswege, Spannungsfelder und Entwicklungstrends in der Berufsbildung». Weit über 1‘000 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, darunter rund 200 Lernende, folgten der Swissmem-Einladung nach Zürich.

Grosse Herausforderungen für die Berufsbildung
Die Veranstaltung ging der Frage nach, wie sich die duale Berufsbildung weiterentwickeln muss, damit sie auch in Zukunft ein attraktives Modell bleibt. Die Zahl der Schulabgänger nimmt aus demografischen Gründen in den kommenden Jahren stetig ab. Zudem wählen leistungsstarke Schüler immer öfter den gymnasialen Weg. Dadurch wird es für die Unternehmen der MEM-Industrie zunehmend schwieriger, anspruchsvolle Ausbildungsplätze zu besetzen. In den vergangenen Jahren blieben in der MEM-Industrie zwischen fünf und sieben Prozent der Lehrstellen unbesetzt. Hans Hess, Präsident Swissmem, ist über diese Entwicklung besorgt: «Zu viele Eltern glauben, dass für ihre Kinder einzig der Weg über eine Mittel- und Hochschulbildung ins berufliche Glück führt. Sie sind sich vielleicht zu wenig bewusst, dass mit einem Berufsabschluss in der MEM-Branche sämtliche Ausbildungs- und Karrierewege offen stehen.»

Als eine der Herausforderungen für die Berufsbildung nannte Prof. Dr. Stefan Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, dass die Berufsbildung eine äquivalente Alternative zur Allgemeinbildung sein muss. «Lernende der Berufsbildung müssen bei gleichen Fähigkeiten auch gleiche Karrierechancen haben». Prof. Dr. Lino Guzzella, Rektor ETH Zürich, sprach über das Zusammenspiel unterschiedlicher Talente in einer Firma. «Es braucht verschiedene Kompetenzen in einem Team, damit aus guten Ideen auch ein erfolgreiches Produkt entstehen kann».

Ergänzend leisteten Prof. Walther Zimmerli, Stiftungsprofessor der Humboldt-Universität zu Berlin und alt Nationalrat Rudolf Strahm sowie nicht zuletzt auch die anwesenden Lernenden spannende Diskussionsbeiträge rund um die Entwicklung der Berufsbildung. Als Höhepunkt der Veranstaltung sprach zum Schluss Wirtschafts- und Bildungsminister Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Publikum.

Nutzen des inländischen Arbeitskräftepotenzials
Das langjährige Engagement für die duale Berufsbildung und die Nachwuchsförderung ist eine wichtige Komponente in der Swissmem-Fachkräftestrategie. Mit der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative wird sich der bereits heute bestehende Fachkräftemangel weiter verschärfen. Mit dem Ziel, das inländische Arbeitskräftepotenzial optimal zu nutzen, sucht Swissmem ergänzend zum jahrelangen Engagement für den Nachwuchs in ihrer Fachkräftestrategie nach Wegen, wie ältere Menschen länger im Arbeitsprozess gehalten sowie vermehrt Frauen für Industrieberufe gewonnen werden können.

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