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21.03.2014 Meyer Burger Technology AG: Auftragseingang +29% gegenüber Vorjahr

Die Meyer Burger Gruppe war im Berichtsjahr 2013 über weite Teile des Jahres mit einem schwierigen Marktumfeld in der Solarindustrie konfrontiert. Gegen Jahresende 2013 gelang es, mehrere zum Teil lang verhandelte und strategisch wichtige Aufträge für Photovoltaik Projekte bei bestehenden und neuen Kunden sowie Verträge für Spezialtechnologien ausserhalb der PV-Industrie abzuschliessen. Der Auftragseingang kam zu über 70% in der zweiten Jahreshälfte zustande und lag insgesamt bei CHF 287.7 Mio., was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 29% entspricht. Mit den umgesetzten Kostensenkungsmassnahmen, die 2013 abgeschlossen werden konnten, wurden die operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahr um CHF 97.7 Mio. gesenkt. Trotz dieser nachhaltigen Kostenreduktion mussten für das Berichtsjahr 2013 bei einem Umsatz von CHF 202.7 Mio. ein EBITDA von CHF -117.3 Mio. und ein Konzernergebnis von CHF -162.8 Mio. ausgewiesen werden.

Meyer Burger verfügt auch nach Umstellung der Rechnungslegung von IFRS auf Swiss GAAP FER über eine solide Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 52.1% per 31. Dezember 2013. Das Unternehmen lanciert aus dem bestehenden genehmigten Kapital (bis zu 4.8 Mio. Namenaktien) eine Aktienplatzierung und stärkt damit ihre Bilanz und Liquidität weiter.

Aktienplatzierung aus genehmigtem Kapital
Meyer Burger Technology AG verfügt über ein genehmigtes Kapital von maximal 4‘800‘000 voll zu liberierenden Namenaktien im Nennwert von je CHF 0.05. Das Unternehmen hat ein Bankensyndikat bestehend aus Credit Suisse und UBS beauftragt, diese 4‘800‘000 Namenaktien im Rahmen eines Accelerated Bookbuilding-Verfahrens als Privatplatzierung in der Schweiz und ausserhalb der Schweiz gemäss den jeweils geltenden Wertpapiergesetzen zu platzieren. Dadurch erhöht sich das Aktienkapital um 5.7%. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird dabei ausgeschlossen. Der Preis der neuen Aktien wird nach dem Abschluss des Bookbuildings, voraussichtlich am 20. März 2014 bekanntgegeben. Der Erlös aus der Platzierung wird zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität von Meyer Burger sowie für sonstige Unternehmenszwecke verwendet.

Die Kotierung und der erste Handelstag der neuen Namenaktien sind für den 21. März 2014 beantragt und genehmigt. Die angebotenen neuen Namenaktien sind gegenüber den aktuell ausstehenden Namenaktien gleichberechtigt. Die Lieferung der neuen Aktien gegen Bezahlung wird voraussichtlich am 25. März 2014 erfolgen.

Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, in einem Zeitraum von 180 Tagen ab heute ohne Zustimmung von Credit Suisse und UBS keine zusätzlichen Aktien zu emittieren oder zu verkaufen.

Profitabilität
Die Optimierungs- und Konzentrationsprogramme, die Meyer Burger bereits im Jahr 2012 ausgelöst hatte, konnten im Verlauf des Berichtsjahres 2013 abgeschlossen werden. Insgesamt wurden die operativen Kosten (Personalaufwand, sonstiger Betriebsaufwand) gegenüber dem Vorjahr um CHF 97.7 Mio. reduziert. Diese Einsparungen werden sich nachhaltig positiv auf die Kostenstruktur und den Cashflow auswirken.

Der Personalbestand belief sich per 31. Dezember 2013 auf 1‘781 Vollzeitstellen und lag damit 18.5% unter dem Vorjahreswert. Meyer Burger beschäftigte per Jahresende 2013 zudem 194 temporäre Mitarbeitende (79 per Jahresende 2012). Der kurzfristige Aufbau an temporär Angestellten wurde aufgrund der Auftragseingänge zum Jahresende 2013 notwendig. Der Personalaufwand reduzierte sich um 22.5% auf CHF 165.7 Mio. (Vorjahr CHF 213.7 Mio.).
Der sonstige Betriebsaufwand sank um 47.8% auf CHF 54.2 Mio. (Vorjahr CHF 103.8 Mio.). Der Rückgang im sonstigen Betriebsaufwand ist vor allem auf reduzierte Mietkosten, tiefere externe F&E Ausgaben, volumenbedingt geringere Transportkosten und auf die erreichten Kostensenkungen aufgrund der Optimierungsprogramme zurückzuführen.

Als Folge des tiefen Umsatzniveaus lag das Betriebsergebnis EBITDA trotz der deutlich reduzierten Betriebskosten wie erwartet im negativen Bereich. Für das Berichtsjahr 2013 belief sich das EBITDA auf CHF -117.3 Mio. (Vorjahr CHF -32.9 Mio.). Nach Abschreibungen und Amortisationen betrug das Ergebnis auf Stufe EBIT CHF -196.8 Mio. (Vorjahr CHF -128.0 Mio.). Das Konzernergebnis war CHF -162.8 Mio. (Vorjahr CHF -110.8 Mio.). Davon sind den Aktionären der Meyer Burger Technology AG CHF -158.8 Mio. zuzurechnen. Das Ergebnis entspricht einem Verlust pro Aktie von CHF 2.26 (Vorjahr Verlust von CHF 2.23).

Bilanz
Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2013 erreichte CHF 784.0 Mio. (31.12.2012 CHF 834.8 Mio.). Im Umlaufvermögen beliefen sich die flüssigen Mittel auf CHF 173.2 Mio., die Warenvorräte auf CHF 147.9 Mio. Das Anlagevermögen bestand mehrheitlich aus Sachanlagen CHF 141.7 Mio., immateriellen Anlagen CHF 178.1 Mio. und latenten Ertragssteuerguthaben CHF 85.9 Mio.

Auf der Passivseite der Bilanz belief sich das Fremdkapital auf insgesamt CHF 375.4 Mio. Davon betrugen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen CHF 44.0 Mio., Kundenanzahlungen CHF 66.1 Mio., Rückstellungen CHF 50.0 Mio. und Finanzverbindlichkeiten CHF 163.5 Mio. Das Eigenkapital belief sich per 31. Dezember 2013 auf CHF 408.6 Mio. Die Eigenkapitalquote beträgt per Jahresende 2013 solide 52.1%.

Ausblick
Auf globaler Ebene wurden im Berichtsjahr 2013 rund 37 GW an neuer Photovoltaik Leistung bei privaten und kommerziellen Endkunden installiert, was gegenüber dem Vorjahr einer erneut hohen Wachstumsrate von 37% entspricht (Quelle: Medienmitteilung EPIA März 2014). Die weltweit installierte Kapazität hat sich damit auf rund 137 GW erhöht. Dieser Wachstumstrend wird langfristig anhalten. Bis ins Jahr 2017 erwarten namhafte Industrieorganisationen wie die International Energy Agency (IEA) oder die European Photovoltaic Industry Association (EPIA), dass die global installierte PV-Basis auf 260 – 420 GW ansteigen wird (durchschnittliche Wachstumsrate von 17 – 33% p.a.).

Angeführt wurde die Liste der Länder, die im 2013 am meisten PV-Leistung installiert haben, erstmals von China (+11 GW), Japan (+6.9 GW) und den USA (+4.8 GW). Damit ist 2013 das erste Jahr, in dem die Mehrheit der global neu installierten PV-Leistung (rund 72%) ausserhalb Europas realisiert wurde. Eine zentrale Rolle für das zukünftige Wachstum werden insbesondere die grossen Volkswirtschaften im "Sonnengürtel" der Welt einnehmen: Entlang der Achse Nord-/Südamerika, in der Mittelmeerregion, Nordafrika/Mittlerer Osten, Indien, China sowie in verschiedenen Länder Südostasiens, sind Grossprojekte zur Förderung einer lokalen Solarproduktion vorgesehen.

Während 2013 hat sich zudem die Kapazitätsauslastung bei den bestehenden grossen Solarzell- und Modul-Produzenten (Tier-1) wieder deutlich verbessert. Die höheren Kapazitätsauslastungen, die Stabilisierung von Zell- und Modulpreisen sowie ein steigender Bedarf an Technologieerneuerungen und Produktionserweiterungen sind wichtige Anzeichen dafür, dass der Tiefpunkt des Marktes für die Hersteller von Solarproduktions-Equipment durchschritten ist.

Aktuell beläuft sich der Auftragseingang nach zwei Monaten im laufenden Geschäftsjahr 2014 auf CHF 42 Mio., was in etwa der durchschnittlichen monatlichen Run Rate des Gesamtjahres 2013 entspricht. Meyer Burger geht davon aus, dass im Berichtsjahr 2014 zusätzliche Kundenaufträge zum Ausbau von Produktionskapazitäten und Investitionen in Technologie-Upgrades unterzeichnet werden. Zudem verfügt die Gesellschaft über eine gute Projekt-Pipeline an langfristigen Grossprojekten in neuen Märkten, von denen das eine oder andere Projekt zu einem Vertragsabschluss gelangen kann. In der Planung und Vorbereitung solcher Grossprojekte investiert Meyer Burger bereits in mehreren Ländern in verschiedene Projekte, bei denen beispielsweise Hocheffizienz-Technologien wie die Beschichtungstechnologie Heterojunction oder die fortschrittliche Verbindungstechnologie SmartWire Connection Technology für Solarmodule eingesetzt und unter lokalen, geografischen Umweltbedingungen getestet werden.

In Bezug auf Umsatz und Ergebnis erwartet Meyer Burger insbesondere in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr 2013; dennoch wird auch für 2014 mit einem Verlust auf Stufe EBITDA gerechnet. Eine Rückkehr zu profitablen Ergebnissen auf Stufe EBITDA ist frühestens für 2015 absehbar.

Mit ihren bewährten Systemen und neuen Technologieanwendungen wie Diamond Wire, Heterojunction und SmartWire Connection ist die Meyer Burger Gruppe einmalig positioniert und bietet ihren Kunden das breiteste und fortschrittlichste Technologie- und Produktportfolio in der Photovoltaik Industrie an. Die Gruppe verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 52.1% und flüssigen Mitteln von CHF 173.2 Mio. per 31. Dezember 2013 über ausreichende Finanzkraft, um ihren Technologievorsprung und die Entwicklung der verschiedenen Märkte sicherzustellen. Mit der geplanten Aktienplatzierung aus dem genehmigten Kapital erhöht das Unternehmen die finanzielle Flexibilität zusätzlich.

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