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24.06.2013 SWISSMEM: ASM-Mitgliederversammlung stimmt neuem GAV zu

Über 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich am 20. Juni in Freiburg zum siebten Swissmem-Industrietag getroffen. Der Anlass stand unter dem Titel «Arbeit – Marge – Lohn» und fand erstmals in der Romandie statt. Swissmem-Präsident Hans Hess und SAV-Direktor Thomas Daum werteten in ihren Reden die heute liberalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. Gleichzeitig warnten sie vor der Mindestlohn- sowie der 1:12-Initiative und verurteilten sie als schädlichen Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Im Vorfeld des Anlasses stimmten die Mitgliedfirmen des ASM Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) zu.

Unter dem Titel «Arbeit – Marge – Lohn» fand der Swissmem-Industrietag am 20. Juni 2013 erstmals in der Romandie statt. Eröffnet wurde der Anlass von Swissmem-Präsident Hans Hess. Er betonte in seiner Rede, dass nur konkurrenzfähige Unternehmen mit einer ausreichenden Marge Arbeitsplätze schaffen und angemessene Löhne bezahlen können. Er lobte den neuen GAV in der MEM-Industrie als ausgewogene, sozialpartnerschaftliche Errungenschaft und warnte gleichzeitig vor der Mindestlohn- sowie der 1:12-Initiative. «Die Annahme dieser Initiativen würde einen höchst schädlichen Eingriff des Staates in die Handlungsfreiheit der Unternehmen bringen.» Mit der Einigung auf den neuen GAV habe die MEM-Industrie einmal mehr bewiesen, dass die Sozialpartnerschaft bessere Lösungen bringt. «Wir brauchen kein Lohndiktat des Staates».

Auch Thomas Daum, Direktor des Arbeitgeberverbandes, bekräftigte, dass der liberale Arbeitsmarkt eine wichtige Säule für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz darstellt. Er bezeichnete es als «unverständlich, dass die Gewerkschaften mit ihrer Mindestlohninitiative die von ihnen selbst ausgehandelten Arbeitsbedingungen desavouieren». Höhepunkt des Tages war der Auftritt von Bundesrat Alain Berset. In seinem Referat ging er auf die Sozialpolitik des Bundes ein. Er sagte, dass «Reformen, die eine Chance haben sollen, realistisch, fair und sorgfältig sein müssen». Sie müssten dem «génie hélvetique» entsprechen – der permanenten Anpassung an veränderte Realitäten, aber immer unter Wahrung der Schweizer Kernwerte Vertrauen und Sicherheit.

Moderner MEM-GAV
Im Vorfeld des Industrietages haben die Mitgliedfirmen des ASM Arbeitgeberverbandes der Schweizer Maschinenindustrie anlässlich ihrer Generalversammlung dem neuen GAV in der MEM-Industrie mit grossem Mehr zugestimmt. Damit haben mittlerweile fünf der sechs Sozialpartner den neuen GAV verbindlich verabschiedet. Der GAV tritt damit definitiv am 1. Juli 2013 in Kraft und bleibt bis zum 30. Juni 2018 gültig.

Bereits der bisherige GAV bot den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MEM-Industrie fortschrittliche Arbeitsbedingungen, die weit über das gesetzliche Mindestmass hinausgingen. Mit dem neuen GAV kommen die rund 96‘000 unterstellten Mitarbeitenden in den Genuss moderner Arbeitsbedingungen. Der Vertrag trägt den gesellschaftlichen Trends im Bereich Familie und Beruf Rechnung und sieht neu einen Vaterschaftsurlaub von einer Woche vor. Zudem werden erstmals seit Bestehen der Sozialpartnerschaft im GAV regional unterschiedliche Mindestlöhne verankert.

Im Gegenzug gewinnen die Unternehmen deutlich an Flexibilität. Die dem GAV unterstellten Firmen können zusammen mit der innerbetrieblichen Arbeitnehmervertretung neu bei verschiedenen Tatbeständen eine Erhöhung der Arbeitszeit für eine Dauer von bis zu 15 Monaten beschliessen. Zudem wird der maximal mögliche Stundenübertrag pro Jahr von 100 auf 200 Stunden ausgedehnt. Diese Verbesserungen erlauben es den Unternehmen, die Arbeitszeit schnell und unbürokratisch an die Veränderungen der Märkte anzupassen. Diese Flexibilität wird immer wichtiger, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Zudem sichert die absolute Friedenspflicht – die Grundlage einer echten Sozialpartnerschaft – den Unternehmen und den Belegschaften eine Basis der konfliktfreien Zusammenarbeit.

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