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30.03.2017 KOF: Weitere Erholung der Schweizer Wirtschaft

Das Konjunkturbarometer der KOF stieg im März 2017 um 0.7 Punkte auf einen neuen Stand von 107.6. Damit verfestigt sich der Anstieg vom Vormonat auf einem Niveau klar über dem langfristigen Mittel. Für die nähere Zukunft dürften demzufolge für die Schweizer Wirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten zu erwarten sein.

Im März 2017 stieg das Konjunkturbarometer gegenüber dem Vormonat (revidiert auf 107.6 von 107.2) um 0.7 Punkte auf 107.6. Damit hat sich der Anstieg vom Februar nicht nur bestätigt, das Barometer hat per Ende März sogar einen noch etwas höheren Stand erklommen. Es steht somit zum zweiten Mal in Folge deutlich über seinem langfristigen Mittel und signalisiert für die nähere Zukunft ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.

Die stärksten positiven Beiträge zu diesem Ergebnis stammen aus dem Baugewerbe, gefolgt von den Indikatoren zum inländischen Konsum und dem Finanzsektor. Die Indikatoren aus der Industrie und Gastgewerbe sind dagegen gegenüber dem Vormonat praktisch unverändert; und aus der Exportwirtschaft kommt ein insgesamt leicht negatives Signal.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes ist der insgesamt unveränderte Befund auf zum Teil divergierende Signale zurückzuführen. Eine Stimmungsaufhellung ist insbesondere bei den Architekten sichtbar, aber auch die Elektro- und die Chemieindustrie sind optimistischer als zuvor. Negative Signale kamen dagegen aus der Metall- und der Textilindustrie. Kaum Änderungen gegenüber dem Vormonat verzeichneten die übrigen Industriebranchen.

Entgegen der insgesamt kaum veränderten Stimmung im gesamten Verarbeitenden Gewerbe erfuhr die Beurteilung der Geschäftslage eine Verbesserung, gefolgt von den Beurteilungen der Vorprodukte und der Lager, wogegen die Produktions-, Auftrags-, und Beschäftigungsaussichten skeptischer beurteilt werden als zuvor.

Entwicklung der Branchen
Für das vergangene Jahr zeigen die Quartalsschätzungen ein uneinheitliches Bild der Konjunkturentwicklung. Das Wachstum der Produktion war im letzten Jahr mit 1.3% verhalten. Der Detail- und Grosshandel trug leicht unterdurchschnittlich zur Wirtschaftsentwicklung bei. Der Detailhandel litt weiterhin unter dem starken Franken, der zu erheblichen Umsatzeinbussen geführt hat. Zwar steigen die Auslandseinkäufe in jüngster Zeit nicht mehr an, eine Abnahme zeichnet sich aber auch nicht ab. Die reale Wertschöpfung im Transithandel (als Teil des Grosshandels) erhöhte sich im letzten Jahr mit mehr als 10% schwächer als in den beiden Vorjahren (20% bzw. 16%). Den stärksten Zuwachs verzeichnete im letzten Jahr das Gesundheits- und Sozialwesen. Mit einem Wachstum von 4.8% ist der Anteil dieser Branche an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung auf 7.9% gestiegen. Für den Arbeitsmarkt ist die Branche noch wichtiger: 14.1% der Beschäftigten bzw. 12.4% der vollzeitäquivalenten Beschäftigung entfiel im letzten Jahr auf das Gesundheits- und Sozialwesen. Das Gesundheits- und Sozialwesen wird im Prognosezeitraum weiterhin robust wachsen. Der Handel insgesamt wird nach einem sehr schwachen Halbjahr 2016 in diesem und insbesondere im kommenden Jahr die Wertschöpfung steigern können. Im Gastgewerbe wird sich nach den schwierigen Jahren die Situation nun allmählich stabilisieren. Im Bereich Finanzdienstleistungen und bei den Versicherungen wird sich die Geschäftstätigkeit in diesem und im
kommenden Jahr lebhaft entwickeln.

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