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15.08.2016 SCHMOLZ + BICKENBACH: Mit guter Profitabilität im zweiten Quartal

SCHMOLZ + BICKENBACH mit höherer Absatzmenge und guter Profitabilität im zweiten Quartal; Verschuldung weiter reduziert

CEO Clemens Iller kommentierte: "Im zweiten Quartal 2016 haben wir ein solides Ergebnis erwirtschaftet und unsere Resultate im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres deutlich verbessert. Der Fokus auf die unternehmensinternen Massnahmen zur Steigerung der Profitabilität zahlt sich aus. Deren erfolgreiche Umsetzung wurde von einer sich im Laufe des Quartals verbessernden Marktstimmung unterstützt. Ungeachtet der erfreulichen Entwicklungen bleiben wir angesichts des unverändert fragilen Marktumfelds, der angespannten geopolitischen Lage, der volatilen Rohstoffpreise und der schwierig zu prognostizierenden Währungsentwicklungen nur verhalten optimistisch. So konzentrieren wir uns in der zweiten Jahreshälfte unverändert auf die entschlossene Umsetzung der Kostensenkungsmassnahmen. Diese werden in den Jahren 2016 und 2017 unabhängig von äusseren Einflussfaktoren signifikant zum Ergebnis beitragen.”

SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Speziallangstahl, hat im zweiten Quartal 2016 einen Anstieg der Absatzmengen um 0,4% auf 471 Kilotonnen von 469 Kilotonnen erzielt. Gleichwohl ging der Umsatz preisbedingt auf EUR 618,7 Millionen von EUR 723,2 Millionen zurück, was einem Rückgang um 14,4% im Vergleich zum starken Vorjahresquartal entspricht. Trotz niedrigerem Umsatz konnte die adjustierte EBITDA-Marge auf 8,5% von 8,4% im zweiten Quartal 2015 gesteigert werden.

Das Marktumfeld hat sich im Vergleich zum ersten Quartal 2016 leicht verbessert: im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres resultierte eine Steigerung von Absatzmenge und Umsatz von 461 Kilotonnen auf 471 Kilotonnen beziehungsweise von EUR 603,6 Millionen auf EUR 618,7 Millionen. Im Zuge steigender Schrott- und Legierungsmetallpreise haben sich die Verkaufspreise im zweiten Quartal leicht erholt und gegen Quartalsende nach oben bewegt. Zudem haben sich wichtige Abnehmerindustrien erfreulich entwickelt. Besonders die Automobilindustrie befindet sich nach wie vor in einer guten Verfassung. Auch der Maschinenbau blieb solide, wenn auch nicht sehr dynamisch. Diese erfreulichen Tendenzen stehen im Kontrast zur anhaltenden Krise in der Öl- und Gasindustrie. Zwar scheinen die Lagerbestände von Stahlprodukten bei den Kunden weitgehend abgebaut zu sein, was zu einer Stabilisierung der Nachfrage aus dieser Industrie beigetragen hat. Dennoch fehlt angesichts anhaltend niedriger und volatiler Öl- und Gaspreise der Auslöser für einen nachhaltigen Aufschwung in der Branche.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2016 konnte der Umsatz mit Ausnahme von Nordamerika, wo ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, in allen Regionen gesteigert werden. Dies unterstreicht, dass die Talsohle wie erwartet in den ersten drei Monaten des Jahres durchschritten wurde. Gegenüber dem zweiten Quartal 2015 war der Umsatz jedoch in allen Regionen rückläufig. In Europa war der Rückgang um 11,7% hauptsächlich preisbedingt. In Nordamerika sank der Umsatz als Folge der anhaltend schwachen Verfassung der Öl- und Gasindustrie um 32,7%. Als Konsequenz verringerte sich der Anteil des in Nordamerika erzielten Umsatzes am Konzernumsatz auf 12,4% von 15,7% im Vorjahresquartal. Auf die Krise in Nordamerika wurde bereits in 2015 mit einer Anpassung der Belegschaft in der Business Unit Finkl Steel reagiert. Zusätzlich wurden Initiativen ergriffen, um die Abhängigkeit vom Öl- und Gasgeschäft zu reduzieren. Diese Massnahmen werden mittelfristig greifen und zu einer besseren Auslastung der nordamerikanischen Produktionskapazitäten führen.

Leicht positiv entwickelten sich aufgrund der robusten Automobilkonjunktur die Absatzmengen in den Produktgruppen rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl (RSH-Stahl) und Edelbaustahl: diese stiegen gegenüber dem zweiten Quartal 2015 um 3,8% bei RSH-Stahl und um 1,7% bei Edelbaustahl. Im Gegensatz dazu sank die Absatzmenge bei Werkzeugstahl aufgrund schwacher Nachfrage sowie Importdruck in Europa um 14,7%. Der unvermindert anhaltende Preisdruck führte in allen Produktgruppen zu Umsatzeinbussen zwischen 8,6% (Edelbaustahl) und 21,0% (Werkzeugstahl). Die gegen Ende des Quartals selektiv realisierten Preiserhöhungen lassen uns jedoch verhalten optimistisch auf die kommenden Monate blicken, wobei es verfrüht wäre, bereits von einer nachhaltigen Trendumkehr zu sprechen.

Der Bruttogewinn fiel aufgrund niedrigerer Umsätze mit EUR 245,1 Millionen geringer aus als im Vorjahr mit EUR 276,6 Millionen. Dennoch konnte die Bruttogewinnmarge auf 38,9% von 37,7% im Vorjahresquartal gesteigert werden.

Die Massnahmen zur Steigerung der Profitabilität durch Kostensenkungen haben im zweiten Quartal gegriffen. Diese führte zu einer Entlastung von knapp EUR 12 Millionen bei den Personalkosten, welche auf EUR 134,9 Millionen nach EUR 146,4 Millionen im zweiten Quartal 2015 sanken. Der sonstige betriebliche Aufwand wurde um 12% gesenkt und schlug mit EUR 69,3 Millionen gegenüber EUR 78,8 Millionen vor Jahresfrist zu Buche. Dank dieser Massnahmen gelang es, die bereinigte EBITDA-Marge auf 8,5% von 8,4% im Vorjahreszeitraum zu steigern. Das bereinigte EBITDA sank auf EUR 52,5 Millionen von EUR 61,1 Millionen im Vorjahreszeitraum, was einen Rückgang um 14,1% gleichkommt. Für die Umsetzung der Profitabilitäts- und Effizienzsteigerungsmassnahmen wurden einmalige Aufwendungen von EUR 3,1 Millionen fällig. Diese Sondereffekte eingeschlossen erzielte SCHMOLZ + BICKENBACH ein EBITDA von EUR 49,6 Millionen gegenüber EUR 58,0 Millionen, gleichbedeutend mit einem Minus von 14,5%. Die entsprechende EBITDA-Marge lag unverändert bei 8,0%.

Das Finanzergebnis fiel mit EUR –11,5 Millionen leicht negativer aus als in der Vorperiode mit EUR –10,2 Millionen. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen, die der geringeren Kreditaufnahme gegenüberstanden. Der Steueraufwand sank auf EUR 2,0 Millionen nach EUR 7,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Dies war getrieben von einem niedrigeren Ergebnis sowie Veränderungen bei den latenten Steuern.

Dank gesunkener Kosten sowie niedrigerer Steueraufwendungen kehrte SCHMOLZ + BICKENBACH im zweiten Quartal nach einem Konzernverlust im ersten Quartal des laufenden Jahres in die Gewinnzone zurück. Das Konzernergebnis betrug EUR 2,4 Millionen nach EUR 4,8 Millionen im Vorjahresquartal.

Der Free Cash Flow entwickelte sich erneut stark und lag bei EUR 38,9 Millionen. Damit lag der Free Cash Flow deutlich über dem negativen, von Investitionen in ein Grundstück beeinflussten Vorjahreswert von EUR –10,2 Millionen.

Der Fokus auf die Senkung der Nettoverschuldung zahlte sich erneut aus. Im Vergleich zum Ende des zweiten Quartals 2015 konnte diese um EUR 184 Millionen gesenkt werden, gegenüber dem Jahresende 2015 von EUR 471,1 Millionen auf EUR 454,0 Millionen. Das Gearing – d.h. das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital – stand bei 67,1% (Jahresende 2015: 62,8%), die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA bei 3,5.

Ausblick 2016
Die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum bleiben gedämpft. SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet anhaltend herausfordernde Marktbedingungen in der zweiten Jahreshälfte 2016. Die Automobilindustrie dürfte sich robust und der Sektor Maschinen- und Anlagenbau stabil entwickeln. Trotz Stabilisierung auf niedrigem Niveau und ersten punktuellen Anzeichen einer leichten Erholung erwarten wir keine substanziellen Impulse aus der Öl- und Gasindustrie. Das Preisumfeld bleibt mit grossen Unsicherheiten behaftet. Während Basispreiserhöhungen in einzelnen Produktgruppen realisierbar sind, bleibt der Wettbewerbsdruck in anderen Produktgruppen hoch. Die Preisentwicklungen bei den für die Schrott- und Legierungszuschläge massgebenden Rohmaterialien sind kaum vorhersagbar. Im Basisszenario erwarten wir für die Preise dieser Rohmaterialien eine Seitwärtsbewegung unter hoher Volatilität. Obwohl die im zweiten Quartal deutlich gestiegenen Preise für wichtige Rohmaterialien Anlass für verhaltenen Optimismus bieten könnten, schätzen wir diese Aufwärtsbewegung noch nicht als Trendumkehr ein.

Den externen Herausforderungen werden wir mit einer entschlossenen Umsetzung unserer Strategie und mit striktem Kostenmanagement begegnen. Eine verstärkte Integration der Business Units, die Optimierung von Einkauf und Logistik, Restrukturierungsmassnahmen und eine weitere Stärkung unserer Bilanz durch strukturelle und nachhaltige Massnahmen zur Reduktion des Umlaufvermögens sind die wichtigsten Punkte auf unserer Agenda.

Für 2016 erwarten wir Absatzmengen in Höhe des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA wird zwischen EUR 150 Millionen und EUR 190 Millionen erwartet. Im Jahresvergleich wird die erste Jahreshälfte schwächer, die zweite Jahreshälfte dagegen stärker ausfallen. Die Investitionen werden rund EUR 100 Millionen betragen.

Im Rahmen unserer Mittelfristziele streben wir eine bereinigte EBITDA-Marge von > 8% im Durchschnitt über einen Konjunkturzyklus an. Den bereinigten EBITDA-Leverage wollen wir auf < 2,5 senken.

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