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08.08.2016 ETH Zürich / KOF: Brexit bisher kaum spürbar

Der Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft ist im Juli leicht gestiegen, nachdem er im Vormonat gesunken war. Insgesamt weist der Indikator seit dem Frühjahr eine steigende Tendenz auf, die auch durch das «Brexit»-Abstimmungsergebnis nicht gebrochen wurde. Die KOF stellte im Juli zusätzlich Fragen zum «Brexit». Auf die Geschäfte der Schweizer Unternehmen hat die neue Situation aber bisher keinen wesentlichen Einfluss. Es überwiegt der Anteil Firmen, die keine oder eine kaum spürbare Unsicherheit für ihre Geschäfte durch das Abstimmungsergebnis melden. Aber auch die Firmen, die von einem unsicherer gewordenen Umfeld berichten, bewerten ihre Lage und ihre Perspektiven nicht wesentlich anders als die übrigen Unternehmen.

Entwicklung nach Wirtschaftsbereichen
Die Geschäftslage entwickelte sich in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen im Juli uneinheitlich. Eine günstigere Geschäftslage als bisher melden erneut die Unternehmen im Grosshandel. Bei den Dienstleistern wird die Lage ebenfalls wieder als besser eingeschätzt. Ein leichtes Plus verzeichnen auch die Projektierungsbüros und die Finanzdienstleister. Im Baugewerbe hat sich die Geschäftslage nicht verändert. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und die Detailhändler sind etwas unzufriedener mit der Situation und im Gastgewerbe kühlte sich die Lage spürbar ab.

Der «Brexit»-Entscheid spiegelt sich in den Ergebnissen der Juli-Umfragen kaum wider. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Geschäftslage der Firmen, die einen spürbaren Teil ihrer Güter in das Vereinigte Königreich exportieren, nicht wesentlich anders als bei den übrigen Firmen. Die Finanz- und Versicherungsdienstleister sind geringfügig zurückhaltender hinsichtlich der Nachfrageerwartungen. Dies ist aber sowohl bei Instituten der Fall, die den «Brexit» als Unsicherheitsfaktor ansehen als auch bei den anderen Instituten.

Geschäftslage nach Regionen
Regional betrachtet entwickelte sich der Geschäftslageindikator im Juli sehr unterschiedlich. Insbesondere in der Ostschweiz verbesserte sich die Lage erneut. Damit verzeichneten die Unternehmen in der Ostschweiz im Verlauf der vergangenen drei Monate eine deutliche Verbesserung der Lage, nachdem diese Region besonders unter der Aufhebung der Frankenuntergrenze gelitten hatte. Ebenfalls verbesserte sich im Juli die Geschäftslage in der Region Zürich und in der Genferseeregion. Dagegen trübte sich die Lage im Tessin leicht und in den Regionen Zentralschweiz, Espace Mittelland und Nordwestschweiz sichtlich ein.

In die Ergebnisse der aktuellen KOF Konjunkturumfragen vom Juli 2016 sind die Antworten von mehr als 4’500 Unternehmen aus der Industrie, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen eingeflossen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von etwa 56%.

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