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22.03.2016 Conzzeta AG: Solides Ergebnis in anspruchsvollem Umfeld in 2015

Die Conzzeta Gruppe erzielte 2015 in einem anspruchsvollen operativen Umfeld einen Betriebsgewinn (EBIT) von CHF 80,8 Mio. Die EBIT-Marge betrug 7,1%. Der Nettoumsatz lag mit CHF 1'140,8 Mio. auf vergleichbarer Basis um 1,7% über dem Vorjahr. Insgesamt lag das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen, nachdem markante Wechselkursveränderungen bereits ab Anfang 2015 Massnahmen zur Milderung der nachteiligen Umsatz- und Profitabilitätseffekte erfordert hatten. Plangemäss wurden im Verlauf des Jahres Schritte zum weiteren Umbau der Conzzeta Gruppe umgesetzt und wichtige Grundlagen für künftiges Wachstum geschaffen.

Der Nettoumsatz der Conzzeta Gruppe erreichte 2015 CHF 1'140,8 Mio. (Vorjahr CHF 1'195,7 Mio.). Der Umsatzrückgang ist hauptsächlich auf ungünstige Wechselkursveränderungen im Umfang von CHF 53,5 Mio. zurückzuführen. Auf vergleichbarer Basis, das heisst zu konstanten Wechselkursen und unter Berücksichtigung der Änderungen im Konsolidierungskreis (vor allem Verkauf ixmation in 2014 und Abspaltung des Segments Immobilien in 2015), resultierte 2015 eine Umsatzausweitung um 1,7%. Der Nettoumsatz legte in der Region Nord- und Südamerika zu, getragen von der günstigen Konjunkturentwicklung in den USA und dem stärkeren US-Dollar. In der Schweiz und in der Region Europa machte sich vor allem auch die Abschwächung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken bemerkbar, während sich im asiatischen Raum ab der zweiten Jahreshälfte die konjunkturellen Unsicherheiten ungünstig auf die Absatzleistung auswirkten.

Das Betriebsergebnis betrug 2015 CHF 80,8 Mio. (CHF 104,3 Mio.) und die EBIT-Marge lag bei 7,1% (8,7%). Das Vorjahr umfasste aufgelöste Rückstellungen für Altlasten im Umfang von CHF 10,5 Mio. Unter Berücksichtigung dieses Effekts lag das für den Vorjahresvergleich bereinigte Betriebsergebnis 2014 bei CHF 93,8 Mio. mit einer EBIT-Marge von 7,8%. Auf vergleichbarer Basis lag das Betriebsergebnis 2015 um 11,7% unter dem bereinigten Vorjahr. Das geringere Ergebnis resultierte vor allem aus Margeneinbussen aufgrund der ungünstigen Währungskonstellation im Kontext der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank. Hinzu kamen, damit verbunden, einmalige nachteilige Bewertungseffekte im Umfang von CHF 9,1 Mio., sowie Restrukturierungskosten von CHF 4,1 Mio., welche durch einmalige kurzfristige Kostensparmassnahmen jedoch weitgehend kompensiert werden konnten. Schliesslich ergaben sich Mehrkosten aus dem gezielten Ausbau der Geschäftsaktivitäten.

Das Konzernergebnis lag 2015 mit CHF 59,3 Mio. um 3,4% unter dem Vorjahr (CHF 61,4 Mio.). Das Vorjahr umfasste im Ausserordentlichen Ergebnis den Verlust aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Automationssysteme (ixmation) im Umfang von CHF 26,3 Mio. Das Finanzergebnis lag 2015 um CHF 7,4 Mio. unter dem Vorjahr, vor allem aufgrund von tieferen Erträgen und Währungsverlusten. Der Steueraufwand fiel 2015 gegenüber dem Vorjahr um CHF 5,9 Mio. tiefer aus, vor allem aufgrund des tieferen ordentlichen Gewinns und positiver Effekte aus der Veränderung von Verlustvorträgen.

Der Konzerngewinn 2015 je Namenaktie A lag bei CHF 28,65, nach CHF 31,00 im Jahr zuvor (bereinigt um den am 22. Juni 2015 beschlossenen Aktiensplit und die Kapitalherabsetzung im Zusammenhang mit der Abspaltung des Geschäftsbereichs Immobilien). Konsistent mit seiner Dividendenpolitik beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 26. April 2016 die Ausschüttung von CHF 10 pro Namenaktie A und CHF 2 pro Namenaktie B.

Weiterführung Strategieprozess
Mit der Abspaltung des Geschäftsbereichs Immobilien im Sommer 2015 konnte der Umbau der Conzzeta Gruppe wie geplant fortgesetzt werden. Damit abgeschlossen wurde auch die Neuordnung der Eigentums- und Kontrollverhältnisse, wodurch sich der Free Float der Namenaktie A an der Swiss Exchange auf 80% erhöhte. Die Währungsverwerfungen und die damit zusammenhängenden Massnahmen zur Abfederung der nachteiligen Effekte erforderten im Geschäftsjahr 2015 einen starken Fokus auf die operative Entwicklung in den Geschäftsbereichen. Trotzdem hat der Verwaltungsrat den 2014 begonnenen Strategieprozess weitergeführt und dabei die Konzernstrategie formalisiert:

Conzzeta strebt in den Zielmärkten nach führenden Positionen und entwickelt ein Geschäftsportfolio mit überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven und nachhaltiger Wertschöpfung.

Innovative Kundenlösungen, regionales Wachstum und Operational Excellence sind Grundlage für langfristige Renditen im obersten Quartil der jeweiligen Vergleichsgruppe. Conzzeta unterstützt die Geschäftsbereiche bei der Entwicklung ihrer einzigartigen Value Proposition und der Erreichung ambitiöser Ziele.

Die Geschäftsbereiche sollen für Kunden "best choice" sein. Alle Bereiche tragen zu den Zielen der Gruppe bei und sind Teil des ausgewogenen Portfolios mit diversifizierten Geschäftszyklen und unterschiedlicher geografischer Präsenz.

Die Gruppe strebt nach Wertschöpfung über den Kapitalkosten, basierend auf einer starken Bilanz und professionellem Risikomanagement. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage und der Aussichten von Conzzeta ist eine Ausschüttungsquote von einem Drittel bis zur Hälfte des Jahresgewinns vorgesehen.

Der Verwaltungsrat beurteilt die langfristigen Perspektiven der Geschäftsbereiche laufend und systematisch unter Berücksichtigung der Kriterien Innovationspotenzial, Wachstumsperspektiven und Wertschöpfung. Conzzeta strebt als Gruppe nach beschleunigtem Wachstum und wird das Geschäftsportfolio vor allem unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Wertgenerierung weiterentwickeln. Die Geschäftsbereiche erfüllen die strategischen Kriterien in unterschiedlicher Weise. Die im März 2015 angekündigte umfassende Überprüfung des Geschäftsbereichs Glasbearbeitung (Bystronic glass) dauert an, auch wenn der Bereich im Geschäftsjahr 2015 in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. Im Geschäftsbereich Sportartikel (Mammut Sports Group) legte das anspruchsvolle Geschäftsumfeld 2015 die hohe Bedeutung der Absatzregion DACH (Schweiz, Deutschland und Österreich) offen. Mit neuen Kooperationsmodellen für den wichtigen Fachhandel soll in den nächsten Jahren die Kundenfrequenz erhöht werden; gleichzeitig wird die Internationalisierung weiter vorangetrieben (siehe Segmentbericht unten). Im Geschäftsbereich Blechbearbeitung (Bystronic) wurden die Grundlagen verfeinert für die Automatisierung und intelligente Vernetzung von Maschinen und Anlagen in Produktionslinien; skalierbare Blechbearbeitungssysteme sowie die voranschreitende Informatisierung der Fertigung (Industrie 4.0) eröffnen neue Möglichkeiten, die Kunden von Bystronic bei der Optimierung von Produktionsprozessen umfassend zu unterstützen.

Zu den Segmenten
Das Segment Blechbearbeitung (Bystronic) erzielte 2015 einen Nettoumsatz von CHF 570,9 Mio. (Vorjahr CHF 580,7 Mio.). Auf vergleichbarer Basis ergab sich eine Umsatzausweitung um 3,8%. Das Betriebsergebnis betrug CHF 55,4 Mio. (CHF 54,3 Mio.) mit einer EBIT-Marge von 9,6% (9,3%). Dank dem innovativen Leistungsportfolio gelang es 2015, marktanteilsmässig leicht zuzulegen. Gleichzeitig konnte dank gutem Kostenmanagement und einer anteilmässig bedeutenden Beschaffung im Euro-Raum die Profitabilität leicht gesteigert werden. Dazu beigetragen hat die Geschäftsentwicklung in den USA, wo der Nettoumsatz volumen- und währungsbedingt markant zulegte. In Europa konnte der Nettoumsatz trotz der deutlichen Volumenausweitung währungsbedingt nicht gehalten werden, während sich die Nachfrage in Asien, vor allem in China, rückläufig entwickelte.

Das Segment Sportartikel (Mammut Sports Group) erzielte 2015 einen Nettoumsatz von CHF 235,3 Mio. (Vorjahr CHF 249,9 Mio.). Auf vergleichbarer Basis ergab sich eine Umsatzreduktion um 1,7%. Umsatzeinbussen in Europa wurden durch solides Wachstum in Nordamerika und China teilweise kompensiert. Das Betriebsergebnis betrug CHF 0,1 Mio. (CHF 20,8 Mio.). Zum einen wirkten sich die markanten Währungsverschiebungen nachteilig auf das anteilmässig bedeutende Geschäft in Euro und den Absatz in der Schweiz aus, wo Preisnachlässe gewährt werden mussten; gleichzeitig verteuerte sich der grossenteils in US-Dollar denominierte Einkauf. Die weit verbreitet schneearme, warme Witterung machte sich ebenfalls ungünstig bemerkbar. Hinzu kamen das rückläufige Marktwachstum der Outdoor-Industrie mit Sättigungstendenzen mit steigendem Wettbewerbsdruck, vor allem in den europäischen Stammmärkten Schweiz, Deutschland und Österreich (DACH-Region), wo etwas über 50% des Geschäftsvolumens erarbeitet werden. Demgegenüber ist die Mammut Sports Group in weiteren wichtigen Outdoor-Märkten zwar präsent, insgesamt jedoch untervertreten. Auf die ungünstige Geschäftsentwicklung wurde 2015 mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen reagiert. Unter anderem wurde entschieden, die unter zunehmendem Kostendruck stehende Seilproduktion per Mitte 2016 zu veräussern sowie die Vertriebsorganisation zu bündeln und regional auszurichten. Im Betriebsergebnis wurden Restrukturierungskosten von CHF 2,4 Mio. erfasst. Zur Realisierung von Wachstumschancen sollen im Rahmen eines auf fünf Jahre angelegten Strategieprogramms in die Kooperationsfähigkeit mit dem wichtigen Fachhandel investiert und die Kundenfrequenzen unter anderem durch die aktivere Bewirtschaftung der Verkaufsflächen erhöht werden. Zur Verbreiterung der geografischen Präsenz ist auch der Ausbau des internationalen Multichannel-Vertriebsnetzes geplant. Dafür sind die Stärkung des Online-Kanals und die Eröffnung zusätzlicher Mono-Brand-Stores vorgesehen. Teil der Strategie ist zudem die bessere Ausschöpfung des Kundenpotenzials im Outdoor-Segment, ohne dabei den Anspruch als "Absolute alpine" aufzugeben. Die Umsetzung des Programms werden das Betriebsergebnis und den operativen freien Cashflow des Segments Sportartikel in den kommenden Jahren belasten.

Das Segment Chemical Specialties (FoamPartner und Schmid Rhyner) erzielte 2015 einen Nettoumsatz von CHF 204,5 Mio. (Vorjahr CHF 219,2 Mio.). Erstmals wurde der 2014 übernommene Akustikspezialist Benien, dessen Integration im Verlauf von 2015 abgeschlossen wurde, für die gesamten 12 Monate der Berichtsperiode konsolidiert. Auf vergleichbarer Basis ergab sich eine Umsatzminderung um 6,3%. Das Betriebsergebnis betrug CHF 18,5 Mio. (CHF 23,8 Mio.) mit einer EBIT-Marge von 9,1% (10,8%). In der Schweiz und im insgesamt stagnierenden europäischen Markt machten sich der weiter verstärkte Wettbewerbsdruck und die Folgen der Währungsverschiebungen nachteilig bemerkbar. Minderumsätze in Europa konnten durch Umsatzausweitungen in Nordamerika teilweise wettgemacht werden. Im Betriebsergebnis wurden Restrukturierungskosten von CHF 1,7 Mio. erfasst.

Das Segment Glasbearbeitung (Bystronic glass) erzielte 2015 einen Nettoumsatz von CHF 119,9 Mio. (Vorjahr CHF 109,5 Mio.). Auf vergleichbarer Basis ergab sich eine Umsatzausweitung um 13,9%. Das Betriebsergebnis betrug CHF 6,4 Mio. (CHF -5,1 Mio.) mit einer EBIT-Marge von 5,6% (-4,4%). Die Rückkehr in die Gewinnzone erfolgte nach mehreren Verlustjahren. Dazu beigetragen haben die stark verbesserte Vertriebsleistung sowie die Umsetzung von Restrukturierungen und Massnahmen zur Steigerung der Effizienz. Das erste Halbjahr war geprägt von einer Reihe von Grossaufträgen in Nordamerika im Bereich Fahrzeugglas. Im zweiten Halbjahr wurde im Bereich Architekturglas ein starker Auftragseingang in Europa erarbeitet. Das Geschäft in Asien verlief hingegen zögerlich. Vor allem mit der gezielt nutzenorientierten Argumentation gegenüber Kunden und der hohen Servicebereitschaft ist es gelungen, im europäischen Markt für Architekturglas Neukunden zu akquirieren und Marktanteile zu gewinnen.

Tendenzen und Aussichten
Conzzeta hat 2015 in allen Geschäftsbereichen konkrete Massnahmen zur Umsetzung der strategischen Ziele erarbeitet. Aufbauend auf dem starken Geschäft in Europa bieten sich längerfristig attraktive Möglichkeiten für eine regional breitere Abstützung in Nordamerika und Asien. Mit dem innovativen Produktportfolio und einer soliden Eigenkapitalquote von 78,6% verfügt die Conzzeta Gruppe über gute Voraussetzungen, die definierten Wachstumsinitiativen nachhaltig umzusetzen. Während sich die 2015 beschlossenen strukturellen Effizienzmassnahmen ab 2016 positiv auswirken dürften, wird insbesondere die Ausbauphase im Geschäftsbereich Sportartikel das Ergebnis der Gruppe vorerst belasten, allerdings mit der Aussicht auf eine international breiter abgestützte Marktpositionierung. Kurzfristig wird der Geschäftsgang stark mitgeprägt vom jeweils spezifischen Marktumfeld der einzelnen Tätigkeitsbereiche. Wachsende makroökonomische Unsicherheiten und die Einbussen an den globalen Finanzmärkten belasten derzeit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Im Vergleich mit dem starken Vorjahr lag der Auftragsbestand für die Investitionsgüter der Conzzeta Gruppe per Ende 2015 etwas tiefer, wobei die Belebung des Geschäftsgangs in den USA andauerte. Conzzeta beurteilt die Geschäftsaussichten für 2016 aufgrund der makroökonomischen Entwicklung zurückhaltend. In der aktuellen Lage werden ein moderates Wachstum und eine gegenüber 2015 leicht verbesserte Profitabilität auf Stufe EBIT erwartet.

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