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15.03.2016 Tornos: Mit positivem Ergebnis in 2015

Das Geschäftsjahr 2015 stand für die Tornos Gruppe ganz im Zeichen der Umsetzung der strategischen Stossrichtungen, indem die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens weiter verbessert wurde. Die Aufhebung der Untergrenze des Schweizer Frankens zum Euro hat die Schweizer Exportwirtschaft Anfang 2015 vor eine harte Probe gestellt. Um dieser Herausforderung zu begegnen, musste die Tornos Gruppe ihre Ziele und Prioritäten für das Jahr überprüfen und entsprechend rasch mit geeigneten Massnahmen reagieren.

Operatives Ergebnis (EBIT) und Nettoergebnis positiv dank tieferer Gewinnschwelle
Für das Gesamtjahr wurde mit CHF 2.4 Mio. ein positives operatives Ergebnis (EBIT) und ein Nettoergebnis von CHF 0.9 Mio. erzielt. Die Gewinnschwelle konnte mittels struktureller und organisatorischer Massnahmen sowie dank konsequenter Kostendisziplin über die letzten drei Jahre deutlich gesenkt werden; sie liegt heute um fast CHF 50 Mio. tiefer als noch 2012 und verleiht dem Unternehmen bedeutend mehr Flexibilität bei Nachfrageschwankungen.

Währungseffekte belasten rückläufigen Umsatz und Auftragseingang
Die Tornos Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Nettoumsatz von CHF 164.0 Mio. Dies entspricht einem Rückgang um 6.7% gegenüber dem Vorjahr (CHF 175.8 Mio.). Währungsbereinigt betrug der Nettoumsatz CHF 172.5 Mio. und lag damit lediglich CHF 3.3 Mio. oder 1.9% unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf CHF 160.0 Mio. und lag 12.7% unter dem Wert des Vorjahres (CHF 183.2 Mio.). Währungsbereinigt betrug der Auftragseingang CHF 172.8 Mio. und lag damit um CHF 10.4 Mio. oder 5.7% unter Vorjahr.

Aufträge aus allen Marktsegmenten
Diese Entwicklung im Auftragseingang gestaltete sich in den einzelnen Marktsegmenten unterschiedlich. Die Automobilzulieferindustrie hat sich auch 2015 als anteilsmässig bedeutendster Markt bestätigt. Hier vermochte Tornos vor allem in der Hochburg des europäischen Automobilbaus, in Deutschland, gewichtige Aufträge zu verbuchen. In der Medizin- und Dentaltechnik konnten einige Bestellungen von namhaften globalen Unternehmen registriert werden. Tornos wurde zudem von einem der weltweit grössten Medizintechnikkonzerne als "bevorzugter Partner" ausgewählt. Anteilsmässig wieder etwas zugenommen haben Aufträge aus der Elektronikindustrie. Neue interessante Einsatzgebiete mit High-tech-Konnektoren unter anderem für die Luftfahrtindustrie konnten erschlossen werden. Der Uhrenindustrie macht seit geraumer Zeit das schwierige Marktumfeld zu schaffen. Gerade der zu beobachtende Wandel Hongkongs – Umschlagplatz und einer der grössten Abnehmer von Luxusuhren weltweit – wirkt sich dämpfend auf die Schweizer Uhrenindustrie aus und reduziert die Investitionsbereitschaft in neue Maschinen. Dennoch ist es gelungen, sich einen Grossauftrag eines renommierten Schweizer Uhrenherstellers zu sichern.

Bedeutende Fortschritte in Amerika kompensieren Rückgang in Asien nur teilweise
Auf dem amerikanischen Kontinent lag der Auftragseingang mehr als zweieinhalb Mal über den Vorjahreswerten. Die schon 2014 an die Hand genommene umfassende Umstrukturierung und Ausrichtung des Händlernetzes auf den neuen Produktmix trug damit Früchte und leistete einen wichtigen Beitrag, um in Zukunft diese Region wieder zu früherer Stärke zu führen. Gegenläufig zu Amerika verlief das Geschäft in Asien. Die geringere Industrieproduktion Chinas sowie seine tieferen Import- wie Exportzahlen als grösster Konsument und Produzent von Werkzeugmaschinen widerspiegeln eine gewisse Zurückhaltung im Investitionsverhalten.

Dennoch fällt auf, dass gerade in der Marktregion Greater China (China, Hongkong, Taiwan) grosse europäische Zulieferer der Automobilindustrie weiterhin daran festhalten, neue Produktionsstätten aufzubauen. In dieser Hinsicht stellt diese Region für die Tornos Gruppe in den nächsten Jahren ein Wachstumspotenzial dar. Europa bleibt für Tornos weiterhin die Kernregion und wird als Abnehmerin von High-end-Maschinen auch in den nächsten Jahren die wichtigste Rolle spielen. Die Absatzzahlen der Standardmaschinen aus Tornos Xi’an und Tornos Taiwan zeigen, dass es dem Unternehmen gelungen ist, die eigenen Produkte auch in Europa erfolgreich zu positionieren und zu verkaufen. In dieser Region (ohne Schweiz) und währungsbereinigt lagen die Aufträge über Vorjahr.

Servicegeschäft mit stabilem Beitrag zum Umsatz
Trotz des Rückgangs im Maschinengeschäft konnte im Berichtsjahr mit dem Service ein Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt werden. Die Langlebigkeit und insbesondere die grosse Zahl weltweit installierter Maschinen bergen erhebliches Potenzial in Bezug auf Unterhalt, Ersatzteilgeschäft und Generalüberholungen. Letztere Aktivität konnte 2015 erneut zulegen.

Plattformkonzept ermöglicht Synergien – Jahresproduktion der Maschinen beinahe zur Hälfte aus Asien
Dank des Plattformkonzepts konnte das Angebot der bestehenden Standardmaschinen CT 20 und Swiss ST 26 im Berichtsjahr trotz des engen Kostenkorsetts um vier Modelle erweitert werden. Unter Verwendung teilweise identischer Komponenten und Baugruppen erfolgte in den Produktfamilien Swiss GT beziehungsweise Swiss DT die Lancierung von je zwei neuen Modellen. Tornos bietet nun seinen Kunden in allen bedeutenden Marktsegmenten eine Auswahl von fünf- bis siebenachsigen Langdrehautomaten, mit denen sich ein fast unbegrenztes Teilespektrum herstellen lässt. Mit dem Ausbau des Angebots verbunden ist die Zunahme der Anzahl Maschinen aus den asiatischen Werken, die stückzahlmässig nun fast die Hälfte der Jahresproduktion ausmachen.

High-end-Produkteangebot aus der Schweiz vervollständigt – MultiSwiss setzt Technologietrend
Im Bereich der High-end-Langdrehautomaten wurde die EvoDECO Linie ebenfalls um zwei Modelle auf nun vier Maschinen erweitert. Sie gelten gemeinhin als die leistungsstärksten und produktivsten im Markt. Mit ihren acht bis zehn Achsen können sie dank maximaler Flexibilität komplexeste Teile herstellen. Mit der MultiSwiss verfügt Tornos über ein weiteres Zugpferd, das mit der EvoDECO Linie und der SwissNano das Rückgrat der in der Schweiz hergestellten High-end-Maschinen bildet. In jedem Jahr seit der Einführung 2011 konnte die Anzahl verkaufter MultiSwiss gesteigert werden. In den Vereinigten Staaten hat Tornos mit der MultiSwiss die Führungsposition in verkauften Stückzahlen eingenommen. Technologisch wurde mit diesem Produkt ein Trend gesetzt.

Effizienzsteigerungen zeigen Wirkung – Asiatische Werke wachsen
Die Anpassungen der Strukturen und Organisation im Zusammenhang mit der Schaffung des Unternehmensbereichs Global Supply Chain Management haben sich bewährt. Parallel dazu wurde in der Montage die Umstellung auf «Lean» vorangetrieben, wodurch sich die Montagestunden um bis zu 30% je Maschine verringerten. In der Fertigung konnten dank Optimierungen der Prozesse einzelne Maschinen ausser Betrieb genommen und dadurch die Kosten nachhaltig gesenkt werden.

Mit der Erhöhung auf 43 Wochenarbeitsstunden in den Schweizer Werken während neun Monaten konnte ebenfalls ein positiver Beitrag zu einem ausgeglichenen Ergebnis erzielt werden. Die durch die gesteigerte Effizienz frei gewordenen Kapazitäten am Standort Moutier führten zu einem Abbau von temporären Mitarbeitenden, während die Einsatzbereiche langjähriger Mitarbeitender erweitert werden, um sich ihr grosses Know-how zu sichern. Die Mehrheit der gegenüber dem Vorjahr höheren Mitarbeiteranzahl wurde in den Werken Tornos Xi’an (+13) und Tornos Taiwan (+9) eingestellt, um dort das zunehmende Produktionsvolumen zu bewältigen.

Bereinigung des Immobilienportfolios schreitet voran
Mit der Veräusserung eines Grundstücks an die Gemeinde Moutier und dem Verkauf eines nicht mehr betrieblich genutzten Gebäudeteils wurde der Immobilienbestand weiter reduziert. Dies erfolgt im Rahmen der Konzentration der industriellen Aktivitäten am Standort Moutier.

Ausblick 2016: Währungsumfeld und Wirtschaftslage weiterhin herausfordernd
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften für die Schweizer Exportindustrie herausfordernd bleiben. Weiterhin wird Tornos auch die Optimierung der Strukturen und Prozesse vorantreiben und damit die Flexibilität hoch, gleichzeitig jedoch die Kosten unter Kontrolle halten. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr die Anzahl hergestellter Maschinen aus den asiatischen Werken jene aus den Schweizer Werken übertreffen wird.

Die Entwicklungsanstrengungen zielen darauf ab, noch im laufenden Jahr das Portfolio der in der Schweiz in Moutier produzierten Premium-Produkte zu erweitern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden leicht höhere Ressourcen für die Entwicklung eingesetzt, wie es die Mittelfristplanung vorsieht.

Aufgrund der mangelnden Visibilität, des noch immer ungünstigen Währungsumfelds und der aktuell unsicheren Wirtschaftslage verzichtet Tornos auf eine Aussage zum Geschäftsergebnis 2016.

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