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12.11.2015 SCHMOLZ + BICKENBACH: Nach schwierigem 3. Quartal 2015 auf Kurs

SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Spezialstahl, sah sich im dritten Quartal 2015 einem deutlich schwieriger werdenden Marktumfeld gegenüber. Das EBITDA sank auf EUR 10.3 Mio. (Q3 2014: EUR 55.5 Mio.). Das Ergebnis nach Steuern aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen blieb mit EUR –32.7 Mio. deutlich hinter dem Vorjahresergebnis von EUR 10.6 Mio. zurück. Unter dem Strich verzeichnete der Konzern im dritten Quartal einen Verlust von EUR 34.1 Mio.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres war bei den Auftragseingängen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. So lag der zum 30. September 2015 erreichte Auftragsbestand von 395 Kilotonnen unter den Werten zum 30. September 2014 (498 Kilotonnen) und zum 31. Dezember 2014 (497 Kilotonnen).

Gegenüber dem Vorjahresquartal gingen im dritten Quartal 2015 der Absatz der fortzuführenden Geschäftsbereiche um 21 Kilotonnen bzw. 4.9% auf 410 Kilotonnen (Q3 2014: 431 Kilotonnen) und die Umsatzerlöse um EUR 84.3 Mio. bzw. 12.0% auf EUR 619.7 Mio. (Q3 2014: EUR 704.0 Mio.) zurück. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2014 verzeichnete das Unternehmen beim Absatz einen Rückgang um 49 Kilotonnen bzw. 3.5% auf 1 362 Kilotonnen (9M 2014: 1 411 Kilotonnen); der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um EUR 82.9 Mio. bzw. 3.8% auf EUR 2 108.6 Mio. (9M 2014: EUR 2 191.5 Mio.) zurück.

Die prozentuale Bruttomarge der fortzuführenden Geschäftsbereiche lag im dritten Quartal mit 33.1% (Q3 2014: 36.4%) deutlich unter dem Wert des Vorjahresquartals. In den ersten neuen Monaten belief sich die Bruttomarge auf 36.3% (9M 2014: 36.8%).

Die EBITDA-Marge sank im dritten Quartal 2015 aufgrund sinkender Rohstoffpreise auf 1.7% (Q3 2014: 7.9%) und in den ersten neun Monaten auf 5.8% (9M 2014: 8.5%).

Die verbesserten Zinskonditionen der im Juni 2014 abgeschlossenen Neufinanzierung spiegelten sich im Zinsaufwand aus Finanzverbindlichkeiten wider, der gegenüber dem dritten Quartal 2014 um EUR 0.7 Mio. bzw. 6.7% bzw. auf EUR 9.8 Mio. sank (Q3 2014: EUR 10.5 Mio.); im Neunmonatsvergleich ging der Zinsaufwand aus Finanzverbindlichkeiten um EUR 8.1 Mio. bzw. 22.0% auf EUR 28.8 Mio. (9M 2014: EUR 36.9 Mio.) zurück.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten lagen mit EUR 543.7 Mio. (31.12.2014: EUR 587.2 Mio.) um EUR 43.5 Mio. bzw. 7.4% unter dem Wert zum 31. Dezember 2014. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus der Veräusserung der spezifischen Distributionseinheiten in Höhe von EUR

48.6 Mio. sowie die deutliche Reduzierung des Nettoumlaufvermögens zum 30. September 2015 zurückzuführen.
Beim Ergebnis nach Steuern aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen war in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres insgesamt ein Rückgang um EUR 64.6 Mio. auf EUR – 20.5 Mio. (9M 2014: EUR 44.1 Mio.) zu verzeichnen.

Das bis zur Dekonsolidierung aus dem laufenden Geschäft des aufgegebenen Geschäftsbereichs erzielte Ergebnis nach Steuern lag mit EUR –3.1 Mio. (9M 2014: EUR 1.7 Mio.) um EUR 4.8 Mio. unter dem Wert des Vergleichszeitraums. Der aus der Dekonsolidierung resultierende Veräusserungsverlust belief sich zum 30. September 2015 auf EUR 128.1 Mio. Insgesamt ergab sich damit ein Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich von EUR –131.2 Mio. (9M 2014: EUR 1.7 Mio.).

Zum grössten Teil bedingt durch das negative Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs lag das Konzernergebnis in den ersten neun Monaten mit EUR – 151.7 Mio. (9M 2014: EUR 45.8 Mio.) um EUR 197.5 Mio. unter dem Vorjahreswert.

Ausblick 2015

Konjunktur und Stahlnachfrage:
Die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2015 haben sich weiter eingetrübt. Weltbank, OECD und IWF gehen von einem Wachstum zwischen 2.8% und 3.1% aus (vorher: 2.8% bis 3.5%). Regional werden für 2015 weiterhin deutliche Unterschiede angenommen.

Entgegen der besseren Erwartung an die allgemeine Konjunkturlage haben sich die Aussichten für die Stahlnachfrage signifikant verschlechtert. Nachdem die World Steel Association (WSA) die erwartete durchschnittliche Wachstumsrate für den Stahlverbrauch 2015 bereits in ihrer April-Prognose deutlich von 2.0% auf 0.5% nach unten revidierte, geht die WSA in ihrer Oktober-Prognose nunmehr sogar von einem Rückgang um 1.7% aus. In der Detailbetrachtung zeigt sich, dass insbesondere im bedeutenden asiatischen Markt, der mit Abstand den grössten Stahlverbrauch in Tonnen aufweist (2014: 1 016 Mio. Tonnen), nicht nur eine Abschwächung, sondern ein Rückgang um 2.1% für 2015 erwartet wird (vorher: +0.6%). Der mit einem Stahlverbrauch von rund 150 Millionen Tonnen zweitgrösste Markt, die Europäische Union, dürfte 2015 nur noch um 1.3% statt der bislang erwarteten 2.1% wachsen. Im drittgrössten Markt, der NAFTA, wird für 2015 mit einem noch deutlicheren Rückgang um 2.7% (vorher: 0.9%) gerechnet.

Entwicklung der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe:
Unsere Erwartungen für das Gesamtjahr 2015 bleiben wegen der herausfordernden konjunkturellen Lage und der damit einhergehenden gesunkenen Stahlnachfrage verhalten.

Aufgrund der Umgliederung der spezifischen Distributionseinheiten als aufgegebener Geschäftsbereich haben wir unsere Schätzungen für die Absatzmengen um die Mengen reduziert, die diese Einheiten mit Fremdprodukten erzielt haben. Zusätzlich dürfte aufgrund der zuvor genannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine deutliche Verbesserung im vierten Quartal erfolgen, so dass wir für 2015 von Absatzmengen ausgehen, die leicht unter dem Niveau des Jahres 2014 liegen dürften.

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