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Industrie-Schweiz - News-Corner



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25.08.2015 Bossard Gruppe: Akquisitionen festigen die Marktpräsenz von Bossard

Die Bossard Gruppe ist weiterhin auf Wachstumskurs. Die Aufwertung des Schweizer Frankens hat jedoch erwartungsgemäss in der ersten Jahreshälfte 2015 Spuren sowohl beim Umsatz als auch bei der Profitabilität hinterlassen. Per Saldo erhöhte sich der Umsatz um 5,4% auf 336,4 Mio. CHF, in Lokalwährung gar um 9,0%. Dieser Zuwachs ist indes entscheidend auf die Akquisitionen in den ersten Monaten dieses Jahres zurückzuführen. Die belastende Währungs- und Nachfrageentwicklung – vor allem in der Schweiz – schlug sich insbesondere im Ergebnis nieder: So ging der Betriebsgewinn (EBIT) von 41,0 Mio. auf 37,8 Mio. CHF zurück. Die operative Marge sank im Vergleich zum Vorjahr von 12,8% auf 11,2%, sie liegt aber im Branchenvergleich weiterhin auf hohem Niveau. Aufgrund der erwähnten Einflüsse fiel auch der Konzerngewinn tiefer aus. Dieser sank nach dem rekordhohen Gewinn des Vorjahres von 32,3 Mio. auf 29,6 Mio. CHF.

Anspruchsvolles Umfeld in Europa
Besonders in Europa und speziell in der Schweiz sah sich Bossard mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Der Rückgang der Nachfrage infolge der Frankenaufwertung sowie Währungsrabatte führten zu spürbar tieferen Umsätzen und Margen. So ging der Umsatz – die Akquisitionen nicht berücksichtigt – um 9,6% auf 186,7 Mio. CHF zurück; in Lokalwährung errechnet sich ein Umsatzminus von 1,8%. Dank der in Frankreich, Italien und Norwegen getätigten Akquisitionen konnten jedoch die Marktpositionen in Europa weiter konsolidiert werden: Einschliesslich dieser Übernahmen erhöhte sich der Umsatz in Lokalwährung um 4,6%; in Schweizer Franken resultierte indes ein Minus von 3,7% auf 199,0 Mio. CHF.

Wachstumsschub in Amerika
Auch das Amerikageschäft ist akquisitionsbedingt gewachsen: Die Übernahme von Aero-Space Southwest, Inc. begünstigte einen Umsatzsprung von nicht weniger als 33,1% auf 87,2 Mio. CHF (in Lokalwährung: +25,5%). Ohne diese Übernahme hätte der Umsatz leicht, um 0,6% auf 65,9 Mio. CHF zugenommen (in Lokalwährung: –5,2%). Erwartungsgemäss wurde das Geschäft in Übersee durch zwei gegenläufige Entwicklungen geprägt. So zeichnete sich das Geschäft mit dem grössten US-Elektrofahrzeughersteller durch eine wachsende Dynamik aus, während die Nachfrage eines Grosskunden im Agrotechnikbereich weiterhin rückläufig war.
Aufstrebendes Asiengeschäft

Auch in Asien wurde die Marktpräsenz im ersten Halbjahr 2015 weiter ausgebaut. So erhöhte sich der Umsatz um 6,6% auf 50,2 Mio. CHF (in Lokalwährung: +2,9%). Das seit längerer Zeit aufstrebende Asiengeschäft basiert auf substanziellen Investitionen, welche die Grundlage für kontinuierliches Wachstum geschaffen haben. Verhaltener verlief die Nachfrage in China – eine Erfahrung, die auch andere Industrieanbieter in den letzten Monaten machen mussten.

Margendruck infolge Frankenaufwertung
Während der Bruttogewinn volumenbedingt gegenüber dem Vorjahr leicht auf 103,2 Mio. CHF zunahm, sank die Bruttogewinnmarge von 32,2% auf 30,7%. Die Entwicklung begründet sich mit dem in einigen Regionen härteren Marktumfeld und nicht zuletzt mit der angesprochenen Frankenaufwertung und gewährten Währungsrabatten im Schweizer Markt. Auf dem Beschaffungsmarkt bewegten sich die Preise seitwärts. Insgesamt ist auf der Beschaffungsseite mit keinen wesentlichen Veränderungen für die nächsten Monate zu rechnen.
Akquisitionen erfüllen die Erwartungen

Das Wachstum der Bossard Gruppe hat zu einer Erhöhung der Verkaufs- und Administrationskosten von 61,7 Mio. auf 65,4 Mio. CHF geführt, was im Wesentlichen auf die getätigten Akquisitionen zurückzuführen ist. Im Verhältnis zum Nettoumsatz betrugen diese 19,4% und lagen damit im Rahmen des Vorjahres. Die Anzahl Mitarbeitende stieg in der Vergleichsperiode von 1833 Personen auf 2018 Personen, wobei 103 Personen auf die vollzogenen Akquisitionen entfallen. Mit den getätigten Übernahmen hat die Bossard Gruppe ihre Marktposition in verschiedenen regionalen Märkten gefestigt und dabei den Bereich hochwertiger Befestigungslösungen nochmals gestärkt. Alle Übernahmen haben sich positiv entwickelt und die Erwartungen der Konzernleitung vollumfänglich bestätigt.

Frankenaufwertung belastet Rentabilität
Die Ertragslage wurde durch die Frankenaufwertung, das damit verbundene schwierigere Marktumfeld in der Schweiz und durch den Einnahmenrückgang im angestammten Amerikageschäft beeinträchtigt. So reduzierte sich der Betriebsgewinn (EBIT) um 7,8 % auf 37,8 Mio. CHF. Die operative Marge ging ihrerseits von rekordhohen 12,8% auf 11,2% zurück. Die Rentabilität von Bossard liegt aber weiterhin auf einem in der Branche hohen Niveau und innerhalb der mittelfristig gültigen Zielspanne von 10–13%. Unter Ausklammerung der einmaligen Translations- und Bewertungseffekte im Zusammenhang mit der Frankenaufwertung erwirtschaftete die Gruppe sogar einen um rund 1,0 Mio. CHF höheren operativen Gewinn gegenüber dem Ergebnis des ersten Semesters 2014.Die angesprochenen Faktoren beeinträchtigten auch den Konzerngewinn, der von 32,3 Mio. auf 29,6 Mio. CHF sank. Unter Ausklammerung der Währungseffekte aus der Frankenaufwertung würde der Gewinn auf vergleichbarer Basis leicht über Vorjahr liegen.

Akquisitionen drücken Eigenfinanzierung
Das Wachstum der Bossard Gruppe hat zu einer weiteren Ausweitung der Bilanz geführt. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahresvergleich von 405,0 Mio. auf 447,8 Mio. CHF (per 30. Juni 2015). Dabei haben vor allem das operative Umlaufvermögen und insbesondere das Warenlager zugenommen. Beeinflusst wurde diese Entwicklung durch die getätigten Akquisitionen, den Aufbau des Geschäfts mit dem US-Elektrofahrzeughersteller, aber auch durch die tiefere Nachfrageentwicklung, die etwas unter den Erwartungen lag. Der Eigenfinanzierungsgrad hat sich im Jahresvergleich von 43,4% auf 33,6% (per 30. Juni 2015) reduziert, weil der Goodwill aus den Akquisitionen vollständig mit dem Eigenkapital verrechnet wurde. Der Eigenfinanzierungsgrad liegt damit kurzfristig unter der langfristigen Zielgrösse von 40%, die Bossard im Sinne einer vorsichtigen Finanzierungspolitik anstrebt. Es ist jedoch zu erwarten, dass diese Zielgrösse bis Ende Jahr wieder weitgehend erreicht wird. Auch in der Nettoverschuldung spiegelt sich die Akquisitionspolitik: Sie stieg gegenüber dem Jahresende 2014 von 97,9 Mio. auf 180,5 Mio. CHF. Auf die Übernahmen entfallen dabei 55,9 Mio. CHF, während 22,7 Mio. CHF auf das Konto der im April ausbezahlten Dividende gehen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen beliefen sich auf 9,2 Mio. CHF. Darin enthalten sind 4,9 Mio. CHF für die neuen Logistik- und Büroinfrastrukturen in Dänemark, China und Thailand. Der übrige Betrag von 4,3 Mio. CHF (Vorjahr: 5,8 Mio. CHF) entfällt auf laufende Ersatzinvestitionen.

Weiteres Wachstum im Gesamtjahr 2015
Die monetären Massnahmen der Europäischen Zentralbank, der schwächere Euro und der tiefere Ölpreis haben in Europa bislang nicht den erhofften Rückenwind gebracht. Wir erwarten deshalb, dass sich die Nachfragedynamik in Europa – wo Bossard rund 60% des Umsatzes erwirtschaftet – auch in der zweiten Jahreshälfte nicht wesentlich verändert. Der Franken-Wechselkurs sowie dessen Auswirkung auf die Nachfrage bei Schweizer Industriekunden dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte ein Unsicherheitsfaktor bleiben. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage in der Schweiz auf tieferem Niveau zum Vorjahr verharrt. Das Amerikageschäft hat durch die Integration von Aero-Space Southwest, Inc. neue Impulse erhalten. Auch die steigenden Volumen aus der Kooperation mit dem erwähnten US-Elektrofahrzeughersteller werden die Nachfrage in Amerika beleben. In Asien antizipieren wir für unsere Märkte, ähnlich der ersten Jahreshälfte, weiterhin ein solides Wachstum. Für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir mit einem Umsatz in der Grössenordnung von 660 Mio. CHF und einer operativen Marge auf dem Niveau der ersten sechs Monate.

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