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08.07.2015 FASMED: «Gleichberechtigter Zugang zum europäischen Markt»

«Gleichberechtigter Zugang zum europäischen Markt», FASMED-Generalsekretär Fabian Stadler im Interview

Der Jahresbericht von Fasmed, dem Dachverband Schweizerischer Medizintechnik, wirft Licht, aber auch Schatten auf diesen für die Schweiz so wichtigen Industriezweig. Die «Technische Rundschau» wollte von Fabian Stadler, dem Generalsekretär von Fasmed, wissen, wo die Branche aktuell steht und welche Herausforderungen es zu meistern gilt.

(pi) Herr Stadler, im Jahresbericht des Fasmed ist davon die Rede, dass die Schweizer Medizintechnik derzeit vor vielfältigen Herausforderungen steht. Welche davon sind die dringlichsten?

Zum einen stellt die Frankenstärke oder Euroschwäche die exportierenden Unternehmen vor existenzielle Entscheidungen. Sie müssen Effizienzmassnahmen treffen und über Produktionsauslagerungen nachdenken. Aber auch Händler sind davon betroffen. Ihre Leistungen werden oft unqualifiziert und unter Ausblendung der lokalen Wertschöpfung an den Auslandspreisen gemessen. Zum andern sorgen die Sparmassnahmen im Gesundheitswesen für grossen Preisdruck.

Wie äussert sich das?

Die Konsolidierung auf dem Medtech-Markt ist eine Folge davon. Hinzu kommt die stetig zunehmende Regulierung, was insbesondere die KMU unserer Branche fordert. Auch die Tendenz zur Isolation der Schweiz ist beunruhigend: Die Masseneinwanderungs-Initiative führt zu einem Fachkräftemangel, der die Attraktivität des Medtech-Standorts Schweiz schwächt. Und sollte deren Umsetzung den freien Warenverkehr mit der EU tangieren, wäre dies für die Schweizer Medtech zusätzlich verheerend. Ihr grösster Absatzmarkt ist die EU.

Welche Rolle spielt generell die EU für die Schweizer Medtech-Branche?

Der gleichberechtigte Zugang zum europäischen Markt ist von gros­ser Bedeutung. Die gegenseitige Konformitätsanerkennung bei der Inverkehrbringung von Produkten setzt harmonisierte Rechtsordnungen voraus. Es liegt deshalb im vitalen Interesse der Schweizer Medtech, dass die bald zu erwartende EU-Neuregulierung von Medizinprodukten auch in der Schweiz zeitnah umgesetzt wird. Dabei gilt es, keine zusätzlichen Anforderungen aufzustellen, die den Standort Schweiz gegenüber dem umliegenden Ausland benachteiligen.

Welche Lösungsansätze kann es für die genannten Herausforderungen geben, und wie kann Fasmed diese unterstützen?

Um die negativen Auswirkungen der Frankenstärke zumindest teilweise zu kompensieren, setzen wir uns gemeinsam mit economie­suisse für einen Abbau von Bürokratie ein. Mit unseren europäischen Partnern und BAG, Seco sowie Swissmedic engagieren wir uns für eine sinnvolle Ausgestaltung der EU-Neuregelung und deren zeitnahe Umsetzung in der Schweiz. Die guten Rahmenbedingungen des Werkplatzes versuchen wir zudem zu erhalten, indem wir die Umsetzung des Masterplans des Bundesrates zur Stärkung der Schweiz als Standort für biomedizinische Forschung und Technologie begleiten.
Ganzes Interview, Technische Rundschau, Ausgabe 6/2015

www.fasmed.ch/www.fasmed.ch/
 
 
 

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