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03.03.2015 Dätwyler Gruppe: Fokussiertes Portfolio mit vielversprechendem Potenzial

Die Dätwyler Gruppe vermochte 2014 den Nettoumsatz organisch auf dem hohen Niveau des Vorjahrs zu halten. Durch den Verkauf der Fachhandelssparte Maagtechnic ging der ausgewiesene Nettoumsatz auf CHF 1‘251.9 Mio. zurück. Trotz zum Teil anspruchsvollem Umfeld konnte Dätwyler die Ertragskraft weiter leicht steigern: Die EBIT-Marge der weitergeführten Geschäftstätigkeit stieg auf 11.0%. Das ausgewiesene Betriebsergebnis (EBIT) ging leicht zurück auf CHF 132.3 Mio. Das Nettoergebnis belief sich auf CHF 97.9 Mio. Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Jubiläumsdividende mit Bar- und Aktienanteil von indikativ CHF 7.8155 pro Inhaberaktie. Durch die Nutzung der Synergien im Konzernbereich Technical Components und dank den starken Marktpositionen im Konzernbereich Sealing Solutions ist Dätwyler für 2015 trotz starkem Schweizer Franken zuversichtlich.

Die Dätwyler Gruppe hat sich im Berichtsjahr auf der strategischen Ebene weiter fokussiert und in beiden Konzernbereichen wichtige Integrationsprojekte vorangetrieben. Diese werden die Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft weiter stärken. Zum 100-Jahr-Jubiläum 2015 verfügt das fokussierte Portfolio nach den umfangreichen Veränderungen in den vergangenen Jahren über vielversprechendes Potenzial. Operativ war 2014 nach dem starken Wachstum im Vorjahr ein Übergangsjahr. Organisch konnte die Dätwyler Gruppe den Umsatz trotz zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen auf dem hohen Niveau des Vorjahrs halten. Der ausgewiesene Nettoumsatz ging aber um 9.4% auf CHF 1‘251.9 Mio. zurück (Vorjahr CHF 1‘382.0 Mio.). Grund für den Umsatzrückgang war der Verkauf der Fachhandelssparte Maagtechnic per Anfang April 2014. Dadurch fehlten im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr rund CHF 115 Mio. Umsatz. Dies konnte durch die Akquisition der Columbia Engineered Rubber im Oktober 2014 nicht kompensiert werden. Auch der Wechselkurseinfluss war 2014 negativ und belief sich auf CHF 21.3 Mio.

Weitere leichte Stärkung der Ertragskraft
Auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) vermochte Dätwyler die Ertragskraft weiter leicht zu steigern. Die weitergeführte Geschäftstätigkeit, ohne die per Anfang April 2014 verkaufte Fachhandelssparte Maagtechnic, verbesserte den EBIT leicht auf CHF 133.8 Mio. (Vorjahr CHF 130.7 Mio.). Dies entspricht einem Anstieg der EBIT-Marge von 10.6% auf 11.0%. Der ausgewiesene EBIT inklusive Maagtechnic ging leicht zurück auf CHF 132.3 Mio. (Vorjahr CHF 136.0 Mio.). Das ausgewiesene Nettoergebnis reduzierte sich auf CHF 97.9 Mio. (Vorjahr CHF 120.2 Mio.). Dieser Rückgang erklärt sich vollständig mit der Steuerquote, welche im Vorjahr deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt lag. In diesen Gewinnzahlen ist ein negativer Nettoeffekt aus Sondereinflüssen von rund CHF 6.5 Mio. enthalten. Sonderkosten im Zusammenhang mit der Pensionskasse in den USA sowie aus dem Wechsel des IT-Outsourcingpartners standen Sondererträge aus dem Verkauf der Dätwyler Immobilien AG an die Pema Holding AG gegenüber.

"2014 lag der Schwerpunkt auf der Umsetzung der strategischen Integrationsprojekte. Durch die umfangreichen Veränderungen in den vergangenen Jahren verfügt das fokussierte Portfolio über vielversprechendes Potenzial. Die kontinuierliche Steigerung der Ertragskraft zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt CEO Paul Hälg.

Jubiläumsdividende mit Bar- und Aktienanteil
Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Jubiläumsdividende von insgesamt indikativ CHF 7.8155 (Vorjahr CHF 2.80) pro Inhaberaktie und CHF 1.5631 (Vorjahr CHF 0.56) pro Namenaktie. Die Ausschüttung setzt sich zusammen aus einer ordentlichen Bardividende und einer Aktiendividende. Die Bardividende beträgt CHF 2.20 pro Inhaberaktie und CHF 0.44 pro Namenaktie und liegt im langjährigen Durchschnitt der Ausschüttungsquote. Bei der Aktiendividende erhalten die Aktionäre pro 100 Inhaberaktien und pro 500 Namenaktien je drei Inhaberaktien aus dem Bestand der eigenen Inhaberaktien der Dätwyler Holding AG. Der Wert der Aktiendividende (basierend auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Inhaberaktie von CHF 121.67 vom 25. Februar 2015) ist indikativ und wird definitiv am 15. April 2015 (Tag vor der Generalversammlung) ermittelt und an der Generalversammlung vom 16. April 2015 bekanntgegeben.

Optimierung der strategischen Positionen
Das Berichtsjahr 2014 hat Dätwyler in beiden Konzernbereichen genutzt, um die strategischen Positionen für zukünftiges profitables Wachstum weiter zu optimieren. Der Konzernbereich Technical Components hat durch den Verkauf der Fachhandelssparte Maagtechnic die Komplexität reduziert und fokussiert seit April 2014 auf die Elektronik Distribution. Weiter ist Dätwyler daran, die Synergien aus den in den Vorjahren getätigten Akquisitionen zu realisieren und eine gemeinsame Plattform für Beschaffung, Logistik und ICT-Infrastruktur aufzubauen. Der Konzernbereich Sealing Solutions hat die Produktionskapazitäten in den Tieflohnländern weiter ausgebaut. Parallel dazu hat Dätwyler durch die Akquisition von Columbia Engineered Rubber Inc. in den USA sowie den Aufbau eines eigenen Vertriebsbüros in Brasilien die Marktpräsenz gestärkt.

Stärkung der Ertragskraft dank Portfoliomanagement
Die Portfolioveränderungen im Berichtsjahr reihen sich nahtlos in die nachhaltige Veränderung des Unternehmensportfolios der Dätwyler Gruppe in den vergangenen zehn Jahren ein. Der Verwaltungsrat hat auf der strategischen Ebene die margenstarken Bereiche Dichtungstechnik und Elektronik Distribution als jene beiden Aktivitäten definiert, in denen Dätwyler zu den führenden Anbietern gehören will. Als Konsequenz davon wurden Geschäftsaktivitäten mit mehr als CHF 650 Mio. Umsatz verkauft. Die Erlöse aus den Verkäufen wurden genutzt, um die Dichtungstechnik und die Elektronik Distribution gezielt zu stärken und auszubauen. Dies erfolgte durch den Aufbau von eigenen neuen Standorten sowie durch die Übernahme von passenden Unternehmen. Mit Elfa, Reichelt und Nedis in der Elektronik Distribution sowie Phoenix, Zhongding und Hankook in der Dichtungstechnik hat Dätwyler über CHF 500 Mio. neuen Umsatz dazu gekauft. Mit diesem Portfoliomanagement konnte die Ertragskraft und damit der Wert der Dätwyler Gruppe wesentlich erhöht werden. In Kombination mit den unzähligen operativen Effizienzverbesserungen ist die Betriebsgewinnmarge von 3.8% im Jahr 2004 auf über 10.0% im Jahr 2014 gestiegen.

Technical Components im Umbau
Im Konzernbereich Technical Components lag der Schwerpunkt auf der Umsetzung der strategischen Integrationsprojekte. Diese gestalten sich anspruchsvoll und bedingen mehr Zeit und Ressourcen als erwartet. Marktseitig kämpfte der Bereich nach wie vor mit einem anspruchsvollen europäischen Marktumfeld. Das Business-to-Business Geschäft mit industriellen und gewerblichen Endkunden stagnierte in weiten Teilen Europas. Und der Markt für Unterhaltungselektronik im Business-to-Consumer Geschäft war sogar rückläufig. Der ausgewiesene Nettoumsatz reduzierte sich auf CHF 565.8 Mio. (Vorjahr CHF 711.2 Mio.). Berücksichtigt man den negativen Währungseinfluss sowie die weitergeführte Geschäftstätigkeit ohne die per Anfang April 2014 verkaufte Maagtechnic, ging der Nettoumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2.8% zurück. Aufgrund der fehlenden Umsatzvolumen sowie der höheren Kosten für Marketing und strategische Integrationsprojekte reduzierte sich das Betriebsergebnis (EBIT) überproportional auf CHF 22.5 Mio. inklusive respektive CHF 24.0 Mio. exklusive Maagtechnic. Dies entspricht einer EBIT-Marge der weitergeführten Geschäftstätigkeit von enttäuschenden 4.6% (Vorjahr 5.8%). In den Gewinnzahlen ist ein negativer Nettoeffekt aus Sondereinflüssen von rund CHF 1.5 Mio. enthalten.

Sealing Solutions mit zunehmender Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr
Der Konzernbereich Sealing Solutions hat 2014 nach einem verhaltenen Start im Verlauf des Jahres wieder Wachstumsdynamik verzeichnet. Für das Gesamtjahr stieg der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2.1% auf CHF 686.4 Mio. (Vorjahr CHF 672.2 Mio.). Bereinigt um die negativen Wechselkurseffekte und um die Akquisitionseffekte resultierte ein organisches Wachstum von 2.9%. Die Generierung von Synergien aus der Zusammenführung der früheren Konzernbereiche, tiefere Rohmaterialpreise und Produktivitätssteigerungen führten zu einer weiteren Steigerung der Ertragskraft. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 11.9% auf CHF 109.8 Mio. (Vorjahr CHF 98.1 Mio.), was einer EBIT-Marge von 16.0% entspricht (Vorjahr 14.6%). In diesen Gewinnzahlen ist ein negativer Nettoeffekt aus Sondereinflüssen von rund CHF 5 Mio. enthalten.

Neue Persönlichkeiten in Verwaltungsrat und Konzernleitung
Dätwyler ist es gelungen, für den Verwaltungsrat und für die Konzernleitung drei neue Persönlichkeiten zu gewinnen. Der Generalversammlung vom 16. April 2015 werden Jürg Fedier und Hanno Ulmer zur Wahl als neue Verwaltungsräte vorgeschlagen. Jürg Fedier hat als Chief Financial Officer (CFO) der weltweit tätigen Oerlikon Gruppe seit 2009 die Neuausrichtung dieses traditionsreichen Schweizer Industriekonglomerats aktiv mitgestaltet. Hanno Ulmer verfügt als Vorstand der Doppelmayr Holding AG über langjährige internationale Managementerfahrung. Auf Stufe Konzernleitung führt der Brite Neil Harrison seit Anfang 2015 den Konzernbereich Technical Components. Dabei bringt er seine langjährige Erfahrung in der Elektronik Distribution ein. Neil Harrison war von 1995 bis Ende 2014 in diversen Führungsfunktionen für die britische Premier Farnell tätig, zuletzt als Verantwortlicher für das Europageschäft und als Global Head of eCommerce.

Ausblick: Zuversichtlich trotz starkem Schweizer Franken
Im Konzernbereich Technical Components liegt der Fokus auf der schnellen Umsetzung der strategischen Integrationsprojekte. Die Nutzung der Synergien wird die Kostenstruktur wesentlich verringern und die Wettbewerbsfähigkeit in einem unverändert anspruchsvollen Marktumfeld in Europa erhöhen. Für die globalen Marktsegmente im Konzernbereich Sealing Solutions ist Dätwyler nach wie vor zuversichtlich. Dank den starken Marktpositionen und den optimierten internen Abläufen sollte der Konzernbereich das Wachstum beschleunigen können.

Dätwyler hat sich seit längerem auf einen stärkeren Franken eingestellt. Dank den in den Vorjahren umgesetzten Massnahmen hat das Unternehmen die Abhängigkeit vom Schweizer Franken stark reduziert. Inzwischen werden weniger als 5% des Umsatzes der börsennotierten Gruppe in der Schweiz produziert und in den Euroraum exportiert. Mit einem Euro-Franken-Wechselkurs von 1:1 ergäbe sich 2014 ein Translationseffekt von rund 10%. Vor diesem Hintergrund erachtet Dätwyler aus heutiger Sicht – trotz angestrebtem organischem Wachstum – einen Umsatz von CHF 1‘200 Mio. für 2015 als realistisches Ziel. Akquisitionen könnten den Umsatz möglicherweise erhöhen. Dätwyler arbeitet zurzeit an mehreren Projekten. Bei der EBIT-Marge ist die Gruppe optimistisch, dass auch 2015 das selbstgesetzte Zielband von 10% bis 13% erreicht werden kann. Aufgrund der neuen Währungsverhältnisse, dem Verkauf der Maagtechnic sowie den anspruchsvollen Integrationsprojekten im Konzernbereich Technical Components wurden die Mittelfristziele überprüft und der Zeithorizont angepasst: Neu strebt die Dätwyler Gruppe bis 2020 einen Umsatz von CHF 2 Mrd. und eine EBIT-Marge zwischen 12% und 15% an.

100-Jahr-Jubiläum: Starke Wurzeln als Basis für eine erfolgreiche Zukunft
Die Dätwyler Wachstumsstrategie basiert auf starken Wurzeln. Dabei sind es vor allem zwei wertvolle Vermächtnisse aus 100 Jahren Unternehmensgeschichte, welche die Gegenwart und Zukunft der Dätwyler Gruppe positiv prägen: Die Unternehmenswerte und die Eigentumsstruktur. Die Erfolgsfaktoren der Gründerfamilie lassen sich umschreiben mit Unternehmertum, Kundenfokus, Höchstleistungen und einem respektvollen Umgang. Damit diese nicht verlorengehen, hat sie Dätwyler kurz vor dem 100-Jahr-Jubiläum als offizielle Unternehmenswerte festgeschrieben und den Mitarbeitenden weltweit bekannt gemacht. Das zweite wichtige Vermächtnis der Unternehmensgeschichte ist die einzigartige Nachfolgeregelung durch Peter und Max Dätwyler 1990. Oberstes Ziel war es, die langfristige Selbstständigkeit des Unternehmens zu sichern. Dafür verzichteten die beiden Brüder auf wesentliche Vermögenswerte. Der Verwaltungsrat der börsennotierten Holding verfügt seither treuhänderisch und ohne wirtschaftliche Berechtigung über die Stimmenmehrheit.

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