Prodex Ausstellernews 2010

Rösler Schweiz AG
Ihr Spezialist für Oberflächenbearbeitung

Rösler Schweiz AG ist als Komplettanbieter internationaler Marktführer bei der Herstellung von Gleitschliff- und Strahlanlagen, Lackier- und Konservierungssys- temen, sowie Verfahrensmitteln und Technologie für die rationelle Oberflächen- bearbeitung (Vorbereiten vor dem Lackieren, Entgraten, Entzundern, Entsanden, Polieren, Schleifen) von Metallen und anderen Werkstoffen.

Sie finden uns an der Prodex auf folgendem Stand: Halle 1.1, Stand F03

Neue EVO 38 Zweischeiben-Turbine

Hohe Wartungsfreundlichkeit und der schnelle Wechsel der Wurfschaufeln machen Einscheiben-Schleuderräder ideal für Anwendungen, bei denen die Durchlauf- geschwindigkeit durch vorgelagerte oder nachfolgende Arbeitsschritte, beispiels- weise die Beschickung mit Roboter oder die Kapazität einer Lackier- oder Brennschneidanlage, begrenzt ist. Kommt es dagegen auf hohen Durchsatz an, sorgt Rösler mit der neuen Zweischeiben-Turbinen-Generation für Highspeed. Die neue direkt angetriebene EVO 38 Zweischeiben-Turbine ist mit Antriebsleis- tungen von 11 kW bis 37 kW verfügbar und erreicht Durchsatzleistungen bis zu 530 kg Strahlmittel pro Minute. Die EVO 50 Turbine mit 500 mm Durchmesser und indirektem Antrieb bis 110 kW erzielt Durchsatzleistungen bis 1.300 kg/min.

Rösler Schweiz AG - Neue EVO 38 Zweischeiben-Turbine
Die neue EVO 38 Zweischeiben-Turbine mit einer Antriebsleistung von 11 kW bis 37 kW und einer Durchsatzleistung bis zu 530 kg Strahlmittel pro Minute.

Die neu entwickelte Turbinen-Generation wird komplett bei Rösler gefertigt. Dabei gewährleisten widerstandsfähige Materialien wie gehärteter Werkzeugstahl und Manganstahl sowie die lasergerechte Auslegung des Gehäuses mit Verklinkun- gen eine sehr robuste und langlebige Bauweise. Ein Stecksystem für die Be- festigung der auswechselbaren Wurfschaufeln macht Schrauben und Federn, und damit verschleißanfällige Bauteile überflüssig. Außerdem sorgt es dafür, dass der Schaufelwechsel einfach und ohne großen Zeitaufwand erledigt werden kann. Die EVO 38 Zweischeiben-Turbinen stehen mit Abwurfdurchmessern von 340 mm, 380 mm und 400 mm zur Verfügung. Eine zielgerichtete, engere Ausprägung des Hot-Spots („Strahlzone“) macht diese neue Generation von Turbinen zu starken Power-Paketen für hochabrasive Anwendungen.


FBA 24 Turbo – Räderbearbeitung mit Turboeffekt – Hochglanzleistung für herausragende Optik
Ob Erstausrüster oder Tuningbetriebe – die Ansprüche an Oberflä- chenbeschaffenheit und Glanzgrad von Aluminiumrädern sind enorm gestiegen. Die neue Bearbeitungsanlage FBA 24 Turbo verleiht Neu- und Gebrauchträdern sowie vielen anderen polierfähigen PKW- und Motor- radteilen in kürzester Zeit eine Spiegelglanz-Oberfläche.

Rösler Schweiz AG - FBA 24
Bei der für die Bearbeitung von Rädern bzw. Felgen entwickelten, kompakten FBA 24 lassen sich durch die optimale Abstimmung von Anlage, Schleif- und Polierkörpern sowie Compound spiegelglänzende Oberflächen erzielen.

Bei Aluminiumrädern steht Spiegelglanz hoch im Kurs. Um diesen gefragten Look selbst bei komplizierten Geometrien schnell und effizient zu erzielen, hat Rösler die Bearbeitungsanlage FBA 24 Turbo entwickelt. Sie ermöglicht eine gegenüber Maschinen mit seitlicher 2-Motorentechnik eine Leistungssteigerung von bis zu 120 Prozent - die Laufzeiten werden schlichtweg mehr als halbiert! Aber nicht nur diese Bauteile können bearbeitet werden, sondern auch sonstige Komponenten aus Stahl, Edelstahl und Aluminium, die sich bei detailverliebten Automobilisten unter der Haube oder an anderer Stelle des Fahrzeugs befinden lassen sich darin problemlos auf spiegelnden Hochglanz bringen.  Mit komfortabler Steuerungs- technik ausgestattet, kann die Anlage auch personenunabhängig mehrstündige Bearbeitungsprozesse zum Beispiel in der Nacht selbstständig abarbeiten.

Rösler Schweiz AG - Tauchschleifanlage
Patentierte Rösler Tauchschleifanlage für die Serienfertigung von hochglanzpo- lierten Rädern

Felgenaufbereitung leicht gemacht
Abgestimmt auf den Ausgangszustand des Bauteiles erledigt die FBA 24 Turbo bei der Felgenaufbereitung das Vor- und Feinschleifen sowie Glanzpolieren (Hochglanzverdichten). Der extrem robuste langlebige Vibrationsmotor ermöglicht zusammen mit der stufenlosen Geschwindigkeitsregelung die ideale Anpassung an jede Bearbeitungsaufgabe und jedes Felgendesign. 

Das Rösler Allround Paket
Neben der wohl leistungsfähigsten Maschinentechnik in diesem Marktsegment bietet Rösler auch Schleif- und Poliermedien aus eigener Herstellung an. Bei ihrer Entwicklung sind neben der Leistungskomponente auch alle umweltrelevanten Aspekte berücksichtigt. Die kosten- und ressourcensparende Kreislaufführung der Prozesswässer kann so schnell umgesetzt werden.

Rösler Schweiz AG - Felge
Die Felgenbearbeitungsanlage FBA 24 verleiht Neurädern, Gebrauchtfelgen sowie vielen anderen polierfähigen PKW-, Oldtimer- und Motorradteilen in kürzester Zeit eine Spiegelglanz-Oberfläche

Highend-Finish für die Serienfertigung
Bei der Serienfertigung von  hochglanzpolierten Rädern wird die FBA 24 Turbo ausschließlich für die Feinbearbeitung und Endpolitur eingesetzt. Das schnelle Vorschleifen von ca. 30 bis 50 Minuten wird von der patentierten Rösler Tauch- schleifanlage übernommen.


Orthopaedic Implant Alliance – wenn zwei schleifen, freut sich der Dritte
Ganzheitliche Implantatbearbeitung erhöht Qualität und senkt Kosten

Entscheidend für die Lebensqualität mit einem Knieimplantat ist einerseits dessen Formgebung, andererseits die finale Oberflächenbearbeitung. Durch die Bündelung ihres Know-how bieten die Haas Schleifmaschinen GmbH und die Rösler Oberflächentechnik GmbH Anwendern nun ein durchgängiges Konzept für die Bearbeitung vom Rohgussteil zum fertigen Hightech-Implantat. Ergebnis ist ein reproduzierbarer Fertigungs- prozess, der ohne Schnittstellenproblematik mehr Qualität und Wirtschaft- lichkeit bringt.

Rösler Schweiz AG - Femurteile
Die optimale Abstimmung der Prozesstechnologien Geometrieschleifen und Schlepp-Finishen macht bei der Bearbeitung von Femurteilen Qualitätsstei- gerungen bei gleichzeitiger Kostensenkung möglich.

Die Medizintechnik gilt weltweit als Wachstumsbranche. Ein beachtlicher Anteil entfällt dabei auf die Endoprothetik und hier wiederum auf Knieimplantate. Das prognostizierte Wachstum in diesem Bereich liegt bei zehn bis zwölf Prozent per anno. Gründe dafür sind zum einen die steigende Lebenserwartung, zum anderen eine Zunahme von Erkrankungen des Bewegungsapparates und vermehrter Ver- schleiß beispielsweise durch Extremsportarten sowie steigendes Übergewicht. Entsprechend bauen die Hersteller der Ersatzgelenke aus Kobalt-Chrom-, Titan- und Speziallegierung sowie Keramik ihre Kapazitäten aus. Gefragt dabei sind Lösungen, die sowohl zu einer weiteren Verbesserung der Implantatqualität als auch zu einer Kostensenkung beitragen. Um beides unter einen Hut zu bringen, haben die Technologieführer im Bereich Schleifbearbeitung in der Medizintechnik, die Haas Schleifmaschinen GmbH und die Rösler Oberflächentechnik GmbH, eine technische Kooperation vereinbart: Die Maschinen- und Fertigungstechnik des Schleifexperten Haas setzt bei der Herstellung der formgebenden Geometrie weltweit Maßstäbe. Für die anschließende Oberflächenbearbeitung hat sich das von Rösler entwickelte Schlepp-Finish seit über zwei Jahrzehnten international als Verfahren der Wahl etabliert.

Optimal abgestimmte Prozesstechnologie
Bereits während der Projektierungsphase einer Bearbeitungslösung erfolgt ein Technologietransfer zwischen den Unternehmen. Dabei werden die optimale Pro- zesstechnologie sowie die verschiedenen Parameter der sich ergänzenden Schleifprozesse festgelegt, dazu zählt beispielsweise der im Geometrieschleifen wirtschaftlich zu erzielende Rauigkeitsgrad. Dies gewährleistet, dass die vorgege- bene Implantatform und Oberflächengüte nicht nur reproduzierbar, sondern auch kostenoptimiert hergestellt wird. Ein weiteres Plus, insbesondere bei einer auto- matisierten Fertigung, ist die Berücksichtigung der verschiedenen Schnittstellen zwischen den Prozessschritten Geometrieschleifen, Werkstückübergabe und Schlepp-Finish. Kennzeichnend für die Kooperation sind auch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um Prozesse weiter zu optimieren.

Rösler Schweiz AG - R 4-580 SF
Die neue Generation der Schlepp-Finish-Anlagen zeichnet sich durch eine sehr kompakte Bauform aus und ermöglicht die gleichzeitige Bearbeitung von bis zu 28 Werkstücken. Sie stehen als Stand-alone-Lösungen und als Mehrstufen- anlagen für die Integration in Fertigungslinien zur Verfügung.

Geometrieschleifen in höchster Präzision
Für den formgebenden Schleifprozess kommt eine Schleifmaschine des Typs Multigrind CB von Haas zum Einsatz, die seit kurzem auch mit einem integrierten Bandschleifer zur Verfügung steht. Die Multigrind ermöglicht die gleichzeitige Bearbeitung von zwei Implantaten. Nach dem Aufspannen, Ausrichten und Ent- fernen von Angüssen werden zunächst die Funktionsflächen, Kondylen und Patella herausgearbeitet. Anschließend erfolgt das Fräsen der Außenkontur und - soweit vorhanden - von Kasten oder Box. Danach können bei der Variante mit inte- griertem Bandschleifer in identischer Aufspannung die Oberflächen verzogen werden. Das Schleifband greift dabei auf dieselben Geometriedaten zurück wie die Scheiben. Die Komplettbearbeitung in nur einer Aufspannung erhöht nicht nur die Qualität, sie führt auch zu einer Zeitersparnis. Nach dem Geometrieschleifen weisen die Implantate in den wesentlichen Bereichen einen Rauigkeitswert von Ra 0,40 bis 0,20 µm auf. Der Zeitbedarf dafür liegt je nach Implantattyp zwischen 12 und 30 Minuten (bei zwei Implantaten).

Bestmögliche Oberflächengüte durch Schlepp-Finish
Den letzten Schliff erhalten die Femurteile in den neu entwickelten, kompakten Schlepp-Finish-Systeme von Rösler, mit denen sich je nach Anlagenausführung bis zu 28 Werkstücke gleichzeitig berührungslos bearbeiten lassen. Die Im- plantatteile werden dabei auf Werkstückhalterungen gespannt, in ein ruhendes Schleifkörperbett eingetaucht und mit Hilfe eines leistungsfähigen Antriebspaket mit zwei getrennt regelbaren Motoren durch dieses hindurch „geschleppt“. Dabei gewährleisten optimal auf die Anwendung abgestimmte und von zahlreichen Implantatherstellern zertifizierte Verfahrensmittel - Schleifkörper und Compound werden von Rösler entwickelt und in Deutschland produziert - die absolut form- treue Bearbeitung mit gleichmäßigem Materialabtrag. Dieser erfolgt im Vergleich zu herkömmlichen Schleifverfahren ohne Absätze mit fließenden Übergängen. Außerdem wird auch die Außenkontur des Femurteils bearbeitet, was das spätere Einwachsen des Implantats begünstigt. Einen Beitrag zu dieser effektiven Bearbeitung leistet auch die wirkungsvolle Unterkornklassifizierung, die ein stets stabiles und homogenes Schleifkörpergemisch sicherstellt. Und der Nassprozess vereinfacht zusätzlich Reinigungsschritte wesentlich. Dem Feinschleifen, bei dem innerhalb von 90 bis 150 Minuten eine Oberflächengüte von Ra 0,03 µm erzielt wird, schließt sich das Hochglanzpolieren mit einem aus nachwachsenden Roh- stoffen hergestellten Trockenmedium an. Es sorgt innerhalb von 20 bis 40 Minuten für die bei Implantaten geforderte extrem glatte und glänzende Oberfläche mit einer Rauigkeit von Ra 0,02 µm.

Für Werkstücke, deren Oberflächen nach dem Geometrieschleifen eine Rauigkeit von beispielsweise Ra 0,8 bis 1,0 µm aufweisen, kann der Schlepp-Finish-Pro- zess dreistufig ausgelegt werden. Dabei erfolgt vor dem Feinschleifen ein Vor- schleifschritt mit keramischen Schleifkörpern.

Die konstanten Prozessparameter des Schlepp-Finish-Verfahrens gewährleisten unabhängig von der Werkstückgeometrie sowie der Anzahl der zu bearbeitenden Teile eine gleichbleibend hohe, reproduzierbare Bearbeitungsqualität. Gleichzeitig zeichnet sich die Technologie durch ihre Umweltverträglichkeit aus: Prozesswäs- ser können mit Hilfe von Rösler-Zentrifugen im Kreislauf geführt werden und anfallende Schleifkörperreste lassen sich problemlos über eine Deponie entsor- gen.

Rösler Schweiz AG - Haas Multigrind CB
Die Schleifmaschine Multigrind CB wurde für das Geometrieschleifen von Werk- stücken entwickelt, die höchste Anforderungen an Präzision stellen. Die zusätz- liche Integration einer Bandschleifeinheit erlaubt in nur einer Aufspannung die Kontur des Werkstücks zu erzeugen und mit dem Schleifband die Oberfläche zu verziehen.

Vorteile auch für andere Branchen
Durch die optimale Abstimmung der Prozesse Geometrieschleifen und Schlepp- Finishen beziehungsweise Gleitschleifen lassen sich nicht nur bei der Bearbeitung von Implantaten, sondern bei allen Teilen, die höchste Anforderungen an Genauig- keit und Oberflächengüte stellen, Qualitätssteigerungen bei gleichzeitiger Zeit- und Kostenersparnis realisieren. Dazu zählen beispielsweise Fertigungsprozesse von Turbinenschaufeln in der Luftfahrt, die Herstellung von Verzahnungsteilen, Werk- zeughalterungen sowie Bohr- und Fräswerkzeugen.

Schlepp-Finishen
Das Schlepp-Finishen ist die intensivste Form des Gleitschleifens. Die dafür eingesetzten Schleifkörper sind Präzisionswerkzeuge, die zur Fein- und Feinst- bearbeitung hochsensibler Bauteile zum Einsatz kommen und exakt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden. Als weltweit größter Hersteller von Verfahrensmitteln für das Gleitschleifen hat Rösler über 6.000 in Form, Größe und Zusammensetzung unterschiedliche Schleifkörper im Programm.


Schleppschleifen – mehr als eine Alternative – Feinstbearbeitung von Implantaten
Extrem glatt und hoch glänzend – diese Eigenschaften müssen Ober- flächen von Implantaten aufweisen. Um dies zuverlässig, reproduzierbar und wirtschaftlich zu erzielen, setzen immer mehr Hersteller auf den Einsatz von Schleppschleiftechnik.

Rösler Schweiz AG - Schleppschleifen
Das Schleppschleifen ermöglicht die Einzel-Bearbeitung der Werkstücke. Der Prozess lässt sich dabei jedoch wesentlich einfacher an die unterschiedlichen Teilegeometrien anpassen als bei klassischen Schleif- und Polierverfahren.

Die steigende Lebenserwartung und Extremsportarten führen unter anderem zu vermehrten Verschleißerkrankungen der Gelenke. Als Behandlungsmethode blei- ben in letzter Konsequenz häufig nur künstliche Gelenke, die als Implantate in die Knochen eingesetzt werden. Der Einsatz dieser hochwertigen Implantate bei- spielsweise für Knie, Hüfte oder Ellbogen ist daher inzwischen sowohl in Europa als auch in Asien und den USA weit verbreitet. Entsprechend bauen die Hersteller der Ersatzgelenke aus Titan- und Speziallegierung ihre Kapazitäten aus. Es werden Lösungen gesucht, mit denen sich die geometrisch diffizil geformten Fein- gussteile effizient produzieren und bearbeiten lassen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Oberflächenbehandlung. Denn um Verunreinigungen zu vermeiden, muss diese absolut glatt und hoch glänzend sein. Die Rösler-Schlepp- schleifanlagen bieten hier deutliche Vorteile gegenüber dem Einsatz von Roboter- technik oder Werkzeugmaschinen. So werden beispielsweise 24 Kniegelenke, verteilt auf vier Arbeitsstationen, bearbeitet. Wie bei den klassischen Bearbei- tungsverfahren werden die Werkstücke auch beim Schleppschleifen berührungs- los gleitgeschliffen, jedoch lässt sich der Prozess wesentlich einfacher an die unterschiedlichen Geometrien der Teile anpassen. Verschiedene Implantather- steller haben bereits auf dieses Verfahren umgestellt.

Mit Schleppschleifen von Rz 18 μm zu Rz 0,2 μm
Für den Bearbeitungsprozess werden die Implantate, die einen Rauigkeitswert von zirka Rz 18 μm aufweisen, auf die teilespezifisch konzipierten Werkstückhal- terungen der vier separat angetriebenen Arbeitsstationen gespannt und durch ein ruhendes Schleifkörperbett „geschleppt“. Die unabhängig angetriebenen Arbeits- stationen sind auch jede für sich in Drehrichtung und Geschwindigkeit frei wählbar. Um der besonders komplexen Geometrie und unterschiedlichen Größe der Werkstücke Rechnung zu tragen, lassen sich die Arbeitsstationen auch radial verschieben und im Winkel verstellen. Die Bearbeitung läuft in einem mehrstufigen Prozess ab, dessen Ablauf und Behandlungszeiten für die verschiedenen Teile in der Steuerung des Systems hinterlegt sind: Die ersten beiden Schritte - das Vor- schleifen mit keramischen Schleifkörpern und eine Feinschleifstufe mit Kunststoff- schleifkörpern – sind Nassprozesse. Das abschließende Hochglanzpolieren mit einem speziell präparierten Polierkorn erfolgt dagegen trocken. Um den Handling- aufwand zwischen den einzelnen Behandlungsschritten zu minimieren, ist die Anlage mit schnell wechselbaren Werkstückträgern ausgestattet. Durch eigens für die Anwendung entwickelte Kunststoffschleifkörper wird eine feine Oberfläche mit einer Rauigkeit von ca. Rz 0,2 μm erreicht.

Rösler Schweiz AG - Schleppschleifen Werkstücke
Die Oberflächen von Implantaten müssen extrem glatt und hoch glänzend sein – diese Eigenschaften können durch das Schleppschleifen, eine spezielle Art des Gleitschleifens, besonders wirtschaftlich erzielt werden.

Schleifkörper sind heute Präzisionswerkzeuge
Wurden Schleifkörper anfänglich nur für „grobe“ Prozesse wie Entgraten und Verrunden eingesetzt, sind sie heute Präzisionswerkzeuge, die bis hin zur Feinst- bearbeitung empfindlicher und hochsensibler Bauteile zum Einsatz kommen. Dabei werden Rauigkeitswerte von bis zu Rz 0,2 μm erzielt. Möglich wird dies durch die exakte Abstimmung des Präzisionswerkzeugs Schleifkörper auf die jeweilige Anwendung. Als weltweit größter Hersteller von Verfahrensmitteln für das Gleitschleifen hat Rösler über 8.000 Produkte. Rund 4.500 davon sind Schleif- körper, die sich in Form, Größe und Zusammensetzung unterscheiden.


HAAS + Rösler – Orthopaedic Implant Alliance: Neue Partnerschaft mit Kompetenz in der Implantatherstellung
HAAS Schleifmaschinen GmbH, Trossingen und Rösler Oberflächentech- nik GmbH, Untermerzbach/Deutschland bündeln seit kurzem ihr Know- how auf dem Gebiet der Implantatherstellung.

Hochpräzises Schleifen und Fräsen hat sich in der formgebenden Geometrie- herstellung für orthopädische Implantate (Knie, Hüfte) als der Kernprozess weltweit durchgesetzt. Dies beruht maßgeblich auf der innovativen Maschinen- und Ferti- gungstechnik des Schleifspezialisten Haas. Parallel forschten und entwickelten die Rösler Verfahrensspezialisten an einer Prozess- und Anlagentechnik auf Basis des Schleppschleifens für die anschließende Finalbearbeitung. Addieren sich beide Technologien, kann so aus Rohguss- oder Schmiedewerkstücken ein High- End-Produkt entstehen.

Besondere Beanspruchungen bereits junger Menschen, nicht zuletzt durch intensiv betriebene Sportarten, als auch die Tatsache dass das Lebensalter weltweit ansteigt, führen zu einem immer häufigeren Einsatz von künstlichen Gelenken. Implantate verlangen, bedingt durch deren spätere Verwendung im Menschen, nach einer ausgereiften, reproduzierbaren Produktionstechnik. Diese gilt es natür- lich unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu erreichen. Beide Partner haben deshalb ein gemeinsames Ziel: Die komplette Prozesstechnologie für die Oberflächenbearbeitung von Implantaten.

Die detailgenaue technische Abstimmung beider Kompetenzpartner erleichtert dem Kunden bereits in der Projektierungsphase die Entscheidungsparameter deutlich herauszuarbeiten. Dies spart Zeit und verschafft umgehend Übersicht zu den wichtigen Fragen wie Kostentransparenz sowie den Produktionsbedingun- gen. Namhafte Globalplayer aus der Medizintechnik vertrauen bereits tagtäglich auf das Know-how sowohl von Haas Schleiftechnik als auch Rösler in der Oberflä- chenfinalbearbeitung.


Fachartikel

Entölen und Bearbeiten - in einem Aufwasch
Entgraten, Kantenverrunden, Schleifen in Kombination mit Reinigen und Schockentfetten sind Begriffe, die aus der Gleitschlifftechnik nicht wegzudenken sind. Wenn all diese Arbeitsgänge vollautomatisch in einer Anlage erfolgen, ist dies eine enorme Zeitersparnis und auch messbare Qualitätssteigerung. Das Unternehmen Feintool AG in Lyss/CH nutzt diese Vorteile mit einer der modernsten Fliehkraftgleitschliffanlagen der Rösler Oberflächentechnik GmbH.

Rösler Schweiz AG - FKS Verkettung
In dem Fliehkraftbearbeitungszentrum werden empfindliche Feinschneidteile besonders schonend und wirtschaftlich bearbeitet

„Das optimale Zusammenspiel von Anlagen, Werkzeugsystemen, Werkstofftech- nologie und Teiledesign ist unabdingbar für den Erfolg eines Projektes“, heißt es bei Feintool AG nachzulesen und dies gilt auch für das Bearbeiten von metal- lischen Präzisionsteilen. Deshalb war es mit der Investition in die neue Flieh- kraftschleifanlage des Typs FKS 35.1 A2 allein nicht getan. Dazu Rüdiger Böhm, Leiter Verfahrenstechnik und Testzentrum Gleitschlifftechnik bei der Rösler Oberflächentechnik im fränkischen Untermerzbach: „Das Gleitschleifen ist ein Nassbearbeitungsprozess, bei dem neben der Anlage die Verfahrenstechnik, das heißt, die Beschaffenheit der Schleifkörper als auch die Compounds eine ent- scheidende Funktion übernehmen. Darüber hinaus gewinnen Umweltbedingungen und individuelle Automatisierungslösungen immer mehr an Bedeutung.“ Im konkreten Fall von Feintool geht es um das Bearbeiten von Präzisionsteilen für Automatikgetriebe mit glatten, rechtwinkligen Schnittflächen. Diese Getriebe be- stehen beispielsweise aus bis zu 40 feingeschnittenen Einzelteilen. In der Vergan- genheit wurden diese Feinschneidteile zeit- und kostenintensiv in Rundvibratoren bearbeitet. Mit dem Einsatz der vollautomatischen Zwei-Chargen-Fliehkraft-Anla- ge FKS 35.1 A2 konnte dieser Aufwand - je nach Werkstück - um zirka 20 Prozent gesenkt werden. Dazu werden die ölbehafteten Teile zunächst in einem Arbeitsbe- hälter schockentfettet. Ein Prozess, der bislang eine separate Waschanlage erforderte. Zudem war dieser Arbeitsgang bei hochempfindlichen  Teilen aufgrund der Kontakte der Werkstücke und damit eventueller Beschädigungen, als kritisch zu sehen. In dem neuen Anlagenkonzept sind die Getriebeteile nun auch während des Waschvorgangs schützend in die Schleifkörpermasse eingebettet und inner- halb von wenigen Minuten entfettet bzw. entölt. Hierfür dosiert das System aus dem Prozesswasserkreislauf ein speziell abgestimmtes Wasser-Compound-Ge- misch (Reinigungsmittel) zu, das schockartig in den Arbeitsbehälter gesprüht wird. Der Compound wird von Rösler auf den jeweiligen Öltyp abgestimmt. So löst sich das Öl in kürzester Zeit restlos von den Teilen. Parallel zum Waschvorgang, also im gleichen Arbeitsschritt, werden die Teile entgratet und die Kanten verrundet. Aus Gründen der Ressourcenschonung arbeitet die Anlage mit einer vollautoma- tischen Prozesswasser-Kreislaufanlage. Das verschmutzte Öl/Wasser-Gemisch sowie der Abrieb der Schleifkörper aus dem Arbeitsprozess wird gelagert, im Hochleistungs-Separator Typ Z 1000 ASS-II-Turbo zentrifugiert und das Klarwas- ser kann so dem Prozess wieder zugeführt werden.

Rösler Schweiz AG - Schockentfettung im Arbeitsbehälter
Die Schockentfettung im Arbeitsbehälter spart den extra Vorwaschgang

Fliehkraftanlagen punkten auch im schonendem Werkstückhandling ...
Gleitschleifen ist nicht gleich Gleitschleifen. Das gilt speziell bei den empfindlichen Teilen der Feintool AG, denn die Anlagenleistung und Teilequalität entscheidet nicht nur bei der Bearbeitungsleistung sondern auch im Trennbereich. Für das gleichzeitige Bearbeiten und Separieren nach dem Zwei-Chargen-System unter- teilten die Verantwortlichen bei Rösler deshalb die Trennstation in Variopuffer und Siebmaschine. Abhängig von der Empfindlichkeit der jeweiligen Teile lässt sich so die Separiergeschwindigkeit individuell steuern. Es wurde aus gutem Grund für derart empfindliche Werkstücke eine Fliehkraftanlage gewählt.

Rösler Schweiz AG - Entleeren ohne Fallhöhen
Die Teileübergabe in der Fliehkraftanlage erfolgt schonend und beschädi- gungsfrei

Zum einen ist durch die Trennung der Separierung ein schonendes Übergeben der Werkstücke ohne Fallstufen möglich. Zum anderen eröffnet die Fließschleif- bewegung eine schonende Bearbeitung für beispielsweise Werkstücke mit Passungen. Hinzu kommt, dass bei Zwei-Chargen-Fliehkraftanlagen die Bearbei- tungsleistungen bis zu 30 mal höher sind als bei Vibratoren. Durch die Möglichkeit des vollständigen Entleerens der Arbeitsbehälter findet zudem keine Vermi- schungsproblematik mit eventuell nachfolgenden Teilechargen statt. Neben der große Verfügbarkeit der Anlagen ist aber auch die hohe Flexibilität bei wech- selnden Werkstücken von besonderem Vorteil. Weitere Vorzüge dieses An- lagenkonzepts liegen, wie auch beim Anforderungsprofil von Feintool, in den zahlreichen Möglichkeiten der Automatisierung: Die Teile werden mittels Trans- portbehälter über ein Rollenbahnsystem zur Beschickungseinrichtung befördert und über ein Hebesystem ohne große Fallhöhe schonend direkt in die Chargier- Pufferrinne entleert. Nach dem eigentlichen Wasch- und Gleitschliffvorgang reinigt eine im Prozess integrierte Spülung Werkstücke und Schleifkörper. Die anschlie- ßende Separierung übernehmen zwei in Reihe geschaltete Trommelmagneten, ohne dass Schleifkörper verschleppt oder Fremdteile in die nächste Charge eingebracht werden. Ein selbstreinigendes Unterkornsieb trennt automatisch bei jedem Separiervorgang zu klein gewordene Schleifkörper. Die wiederverwert- baren werden in den Arbeitsprozess zurückgeführt.

Rösler Schweiz AG - Doppelmagnettrennung
Die Doppelmagnettrennung gewährleistet sicheres Separieren

Abschließend erfolgt eine im kontinuierlichen Durchlauf fleckenfreie Werkstück- trocknung. Maiskolbenschrot (Supervelat) saugt Oberflächenwasser auf, poliert nochmals geringfügig und minimiert die gegenseitige Teileberührung. Nach dem Trocknungsvorgang transportiert ein Steilförderband die Teile in zwei Bevorra- tungsbunker, die wechselseitig be- und entladen werden.

... und den möglichen Automatisierungslösungen
Wie bereits erwähnt, bieten Fliehkraftschleifanlagen hervorragende Möglichkeiten zur Automatisierung. Bestes Beispiel hierfür ist die Feintool-Anlage: Das Zwei- Chargen-Fliehkraft-System mit Rollenbahnen, Beschickungs- und Chargiereinrich- tung sowie Transportbändern, ist für die Prozesswasserreinigung mit einem Kreis- laufsystem mit automatischen Schlammaustrag ausgestattet.

Rösler Schweiz AG - Zentrifuge Z 1000
Durch das Prozesswasser-Kreislaufsystem wird das Einsparpotential beim Gleitschleifen erhöht und die Nachhaltigkeit gesichert

Das Kernstück des gesamten Konzepts ist die Fliehkraftschleifanlage und ein Bearbeitungsbehälter mit einem Durchmesser von zirka 800 mm. Maschinentech- nische und verfahrensspezifische Parameter wie Chargengröße, Drehzahlen und Bearbeitungszeiten lassen sich unter Berücksichtigung von Verschmutzungsgrad, Oberflächenbeschaffenheit und Zieloberfläche zentral über SPS automatisch steuern und überwachen. Zudem verknüpft die SPS das komplette Anlagenma- nagement, so dass alle wichtigen Schutz- und Kontrollfunktionen wie Ringspalt- weiten, Temperatur, Wasser- und Compoundzufuhr, Wasserniveau und Chargen- zahl kontinuierlich überwacht werden.

Rösler Schweiz AG - Rundtrockner mit Steilförderband
Die Feinschneidteile durchlaufen abschließend einen Rundtrockner in dem sie fleckenfrei getrocknet und durch das Maiskolbenschrott ganz leicht poliert werden

Nebenbei bemerkt
Rüdiger Böhm, Leiter Verfahrenstechnik und Testzentrum Gleitschlifftechnik bei der Firma Rösler Oberflächentechnik GmbH:
„Mit dieser Investition besitzt Feintool eine der zur Zeit modernsten Flieh- kraftanlagen. Im automatischen Zwei-Chargen-Betrieb werden 80 kg bis zu 100 kg Feinschneidteile pro Charge gleitgeschliffen. Dabei erlaubt es die Anlagentech- nik, dass die Werkstücke ungewaschen mit Feinschneidöl behaftet sein können. Die Rösler-FKS hat sich mittlerweile mehr als hundertfach in den unterschied- lichsten Bearbeitungssituationen, von dünnwandigen Federelementen bis zu massiven Getriebeteilen, bewährt.“

Das Verfahren im Blickpunkt
Gleitschleifen ist ein auf mechanisch-chemischer Grundlage arbeitendes Verfah- ren zur Veredelung von Oberflächen. Schleifkörper (Chips) und Werkstücke wer- den dabei im Arbeitsbehälter der Maschinen in eine Relativbewegung zueinander gebracht. Wasser und Compound steuern die geforderte Oberflächenbearbeitung. Von der Zusammensetzung und Größe der Chips hängen Metallabtrag, Schleifbild und Oberflächenrauheit ab, während maschinentechnische Faktoren den spe- zifischen Schleifdruck auf das Werkstück bestimmen.

Rösler Schweiz AG - Bolzen, Rollen und Kettenteile
Auswahl Teile Gleitschlifftechnik

Interessantes am Rande
Die Rösler Oberflächentechnik GmbH hat die Reinigungs- und Entfettungs-Com- pounds für den Kreislaufbetrieb kontinuierlich weiter entwickelt. So konnten die Kreislaufstandzeiten erheblich erhöht werden. Je besser der Wasserkreislauf permanent gereinigt werden kann, um so höher wird die Standzeit.

Das Unternehmen Feintool System Parts AG
Als Anbieter der gesamten Feinschneid-/Umform-Technologie ist Feintool sowohl Lieferant von Pressen, Werkzeugen und Peripheriesystemen als auch kompe- tenter Dienstleistungspartner.
Die Kompetenz von Feintool ist weltweit überall dort gefragt, wo Multifunktionsteile aus Metall in Großserien prozesssicher und kostengünstig produziert oder ein- baufertig, zu einer Baugruppe verbunden und montiert, benötigt werden. Neben einem breiten Angebot von mechanischen und hydraulischen Feinschneidpressen bietet Feintool seinen Kunden auch die entsprechenden Peripheriesysteme an. Werkzeugsysteme, Beratung und kundenspezifische Problemanalyse, ergänzen das Feintool Angebot.


Besuchen Sie uns an der Prodex. Wir freuen uns über Ihren Besuch an unserem Stand (Halle 1.1, Stand F03).

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Noch Tage bis zum Start der Prodex 

Ort:
Messezentrum Basel


Datum:
20.11. - 23.11.2012

Link:
www.prodex.ch

Veranstalter:
Exhibit & More AG

Telefon:
+41 (0)44 806 33 44

E-Mail:
info@prodex.ch