Prodex Ausstellernews 2016

RÖHM Spanntechnik AG
RÖHM prĂ€sentiert Spann- und Greiftechnik Highlights auf der Prodex

Mitte November öffnen die wichtigsten beiden Messen der MEM- und Zuliefer-Industrie ihre Tore in Basel. An der diesjÀhrigen PRODEX und SWISSTECH vom 15. bis 18. November 2016 werden zahlreiche Lösungen und Trends entlang der MEM-Industrie angeboten.

RÖHM beachtet dabei konsequent die Top-Themen der Industrie 4.0, Leichtbau, Energieeffizienz und additive Fertigung. Bei allen Lösungen profitieren die Kunden von schnellen AblĂ€ufen bei Bestellung und Service und können sich darauf verlassen, das Produkt innerhalb kĂŒrzester Zeit in der Fertigung zum Einsatz zu bringen.


Folgende Themen und News haben wir fĂŒr Sie vorbereitet:

DUPLEX SPANNSYSTEM
In der Praxis ergibt sich hĂ€ufig die folgende Situation: Bei der Drehbearbeitung mĂŒssen WerkstĂŒcke sowohl innen als auch außen bearbeitet werden. Dabei galt es bisher, die beiden Operationen entweder auf zwei Maschinen auszufĂŒhren oder das komplette Spannmittel zeit- und kostenintensiv zu wechseln. FĂŒr diese Herausforderung ist es den RÖHM-Spezialisten gelungen, Spanndorn und Spannzangenfutter in nur einem Produkt zu vereinen. 

Röhm - Duplex-System
RÖHM vereint Spanndorn und Spannzangenfutter in nur einem Produkt

Das Ergebnis ist das neue patentierte Duplex-Spannsystem. Der Wechsel von Innen- auf Außenspannung erfolgt im Idealfall ganz einfach ohne UmrĂŒsten bzw. innerhalb weniger Sekunden durch das Wechseln der SpannhĂŒlse mit Hilfe eines Bajonettverschlusses. Neben dem Wegfall des zeit- und kostenintensiven Spannmittelwechsels besticht das Duplex-System durch prĂ€zises und deformationsfreies Spannen bei einer Rund- und Planlaufgenauigkeit innerhalb 0,01 mm.  „Denn wo kein Spannelement gewechselt werden muss, kann auch kein PrĂ€zisionsverlust entstehen“, so RÖHM-Produktmanager Christoph Schauerte.

Die weiteren Vorteile im Detail: Dank der kompakten Bauweise besitzt das Duplex-System ein geringes Gewicht und eine reduzierte Bauhöhe. Durch die umschließende Spannung erfolgt eine gleichmĂ€ĂŸige Kraftverteilung. An der WerkstĂŒckoberflĂ€che können dank der axial fixen SpannhĂŒlse keine SchĂ€den entstehen. Eine weitere RÖHM-typische Besonderheit: Bei Bedarf können die SpannhĂŒlsen-Rohlinge individuell an das WerkstĂŒck angepasst und vulkanisiert geliefert werden.

Fazit: Mit dem Duplex-Spannsystem schafft RÖHM eine weitere Voraussetzung, um effektiver, einfacher und schneller produzieren zu können. Das Unternehmen bietet seinen Kunden somit einen echten Mehrwert, um die wachsenden Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, PrĂ€zision und kurze Lieferzeiten zu erfĂŒllen.

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Flyer Duplex Spannsystem (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer Duplex Spannsystem (PDF-Datei, Englisch)


CAPTIS-M SPANNZANGENFUTTER
Mit dem manuell betĂ€tigten Spannzangenfutter Captis-M prĂ€sentiert der Spann- und Greiftechnik-Spezialist RÖHM den perfekten Allrounder fĂŒr die WerkstĂŒckspannung: Das neue Produkt-Highlight ermöglicht feinfĂŒhliges Spannen von Hand und ĂŒberzeugt sowohl im rotierenden Einsatz in Drehmaschinen als auch im stationĂ€ren Einsatz in Bohr-, FrĂ€s- und Bearbeitungszentren sowie Messmaschinen. Seine kurze, kompakte Bauweise und das Baukastensystem der Captis-Reihe bieten maximale FlexibilitĂ€t fĂŒr verschiedenste Einsatzbereiche. 

Röhm - Spannzangenfutter Captis-M
Das neue Produkt-Highlight ermöglicht feinfĂŒhliges Spannen von Hand und ĂŒberzeugt sowohl im rotierenden als auch im stationĂ€ren Einsatz

Das neue Familienmitglied der Captis-Reihe bringt bewĂ€hrte Eigenschaften mit wie höchste FlexibilitĂ€t, kompakte Bauweise fĂŒr einen vergrĂ¶ĂŸerten Arbeitsraum oder die Schnellwechselfunktion von Außen- auf Innenspannung in weniger als einer Minute. Die hohen Rundlauf- und Wiederholgenauigkeiten von weniger als 0,01 mm, gute Kraftverteilung sowie eine hohe Steifigkeit und Haltekraft runden das neue Spannzangenfutter perfekt ab. Eingesetzt wird es auf Maschinen ohne Spannzylinder bzw. Zugstange, also beispielsweise konventionellen Drehmaschinen.

Besonders raffiniert: Als durchgĂ€ngig modulares System ist es möglich, die einzelnen Komponenten des Captis-M Spannzangenfutters mit den bewĂ€hrten Spannzangen, Zwischenflanschen und Spanndornen je nach Einsatz zu kombinieren. Der Anwendungsvielfalt sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Und auch der Spannzangenwechsel erfolgt dank der Wechselvorrichtung schnell und einfach in nur 15 Sekunden, was die RĂŒstzeiten deutlich reduziert und somit fĂŒr mehr ProduktivitĂ€t sorgt.

ZusĂ€tzlich profitieren die Anwender von der Vorbereitung sowohl fĂŒr internen als auch externen WerkstĂŒckanschlag. Das Captis-M Spannzangenfutter ist in den GrĂ¶ĂŸen 32 bis 80 erhĂ€ltlich und deckt somit alle wichtigen Spannbereiche ab.

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Flyer Spannzangenfutter Captis-M (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer Spannzangenfutter Captis-M (PDF-Datei, Englisch)


KZS-P ZENTRISCHSPANNER
Die Forderungen nach vergrĂ¶ĂŸerten Spannbereichen, höchsten SpannkrĂ€ften und reduzierten Störkonturen greift RÖHM mit seinen neuen kraftbetĂ€tigten Zentrischspannern auf. FĂŒr bestmögliche WerkstĂŒckzugĂ€nglichkeit auch bei engen RaumverhĂ€ltnissen auf 3-, 4- und 5-Achs-Bearbeitungszentren sorgt die reduzierte Störkontur und kompakte Bauweise. 

Röhm - KZS-P Zentrischspanner
FĂŒr bestmögliche WerkstĂŒckzugĂ€nglichkeit auch bei engen RaumverhĂ€ltnissen sorgt die reduzierte Störkontur der RÖHM-Zentrischspanner KZS-P und KZS-H

RÖHM hat den Backenhub vergrĂ¶ĂŸert, wodurch nahezu sĂ€mtliche AnwendungsfĂ€lle abgedeckt werden können: So eignen sich die Zentrischspanner der KZS-P und KZS-H-Reihe exzellent zum stationĂ€ren, zentrischen Spannen von runden und eckigen WerkstĂŒcken. 

Neben der hohen Wiederholgenauigkeit und den flexiblen Einsatzmöglichkeiten besticht das neue Highlight durch maximale Prozesssicherheit und gewĂ€hrleistet beste Arbeitsergebnisse. Denn RÖHM setzt auf ein PrĂ€zisions-Keilhakensystem mit integrierter BetĂ€tigung, gehĂ€rtete, stabile und spielarme BackenfĂŒhrungen und ein optimiertes Schmiersystem.

Alexander Mnerinsky, Produktmanager bei RÖHM, bringt es auf den Punkt: „Die KZS-Reihe ist pneumatisch oder hydraulisch betĂ€tigt, ihre Produktvorteile erlauben automatisiertes und wirtschaftliches Spannen auf einfache Art und Weise. Höchste SpannkrĂ€fte bis zu 55 kN erlauben einen universellen Einsatz.“

RÖHM bietet die folgenden Varianten an: Pneumatisch oder hydraulisch betĂ€tigt, entweder mit Standard- oder extra großem Backenhub. Der optional erhĂ€ltliche Hubsensor dient zur Spannkontrolle und gewĂ€hrleistet eine optimale ProzessĂŒberwachung und somit höchste Prozesssicherheit.

Die Zentrischspanner sind vorbereitet fĂŒr Nullpunktspannung und können so fĂŒr noch mehr ProduktivitĂ€t beispielsweise optimal in das RÖHM Power-Grip-System integriert werden.

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Flyer KZS-P Zentrischspanner (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer KZS-P Zentrischspanner (PDF-Datei, Englisch)


ROBOTERGREIFER RRMG-MRK
Der Spann- und Greiftechnikspezialist RÖHM prĂ€sentiert den weltweit ersten MRK-fĂ€higen Robotergreifer, der auf Basis einer Produktplattform in generativer Fertigung hergestellt wird. Das Unternehmen positioniert sich damit im stark wachsenden Segment der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK).

Röhm - Robotergreifer RRMG-MRK

Die optimale VerknĂŒpfung der StĂ€rken von Mensch und Roboter ist dabei eine der obersten Zielsetzungen. Der Fokus liegt auf Arbeitsentlastung bei körperlich anstrengenden, monotonen und ergonomisch ungĂŒnstigen Arbeiten. Die "Montagekollegen" helfen somit effektiv, die Arbeitsbedingungen gesund und die ArbeitsatmosphĂ€re angenehm zu gestalten. Wirtschafts- und Arbeitsmarktexperten sind sich zudem einig, dass die BeschĂ€ftigungssicherung in HochlohnlĂ€ndern oft erst durch den Beitrag von Robotern ermöglicht wird, da diese eine wirtschaftliche Produktion bei gleichzeitig hohen Löhnen erlauben.

Die in Folge stark steigende Nachfrage nach Komponenten fĂŒr die Mensch-Roboter-Kollaboration fĂŒhrte zu der Entwicklung, die RÖHM gemeinsam mit KUKA Systems realisierte. Die Greifer erfĂŒllen dabei besonders strenge Anforderungen an die Sicherheit: Die neuesten Standards ISO 10218 und ISO/TS 15066 werden beispielsweise durch Abrundung von Kanten und Ecken, einen speziell abgestimmten Flansch und raffiniert gestaltete Schutzschilde erfĂŒllt. Die zusĂ€tzliche Nachgiebigkeit garantiert den Schutz des Arbeiters vor Verletzungen.

RÖHM kann mit dem RRMG-MRK extrem flexibel auf unterschiedlichste Anforderungen reagieren und exakt passende Lösungen anbieten. Christian Schmid, Leiter Produktmanagement und Greifer-Spezialist von RÖHM: "Der große Vorteil unseres additiven Herstellungsverfahrens ist die Abbildbarkeit aller denkbaren WerkstĂŒckformen. Egal, ob die Kunden Anforderungen ans Außen- oder Innengreifen stellen. So können beispielsweise runde, ovale oder fast beliebig-förmige WerkstĂŒcke an der Innenkontur gegriffen werden. Sogar verschiedene WerkstĂŒckdurchmesser werden durch die hohe FlexibilitĂ€t der Greiferfinger mit ein und demselben Greifer sicher und zuverlĂ€ssig gepackt". Ein weiterer Vorteil ist, dass MaterialbeschĂ€digungen durch die OberflĂ€chenbeschaffenheit des Werkstoffes Polyamid PA12 so gut wie unmöglich sind. "PA12 ist zusĂ€tzlich besonders resistent gegen Medien wie KĂŒhlschmierstoffe oder Öle und zudem lebensmitteltauglich, was neue Einsatzgebiete erschließt. Diese FlexibilitĂ€t in Verbindung mit Robustheit, WiderstandsfĂ€higkeit und gewichtsoptimiertem Design sind unseren Kunden und uns extrem wichtig", ergĂ€nzt Schmid.

In der Tat ist das Eigengewicht mit 300 Gramm (je nach Kontur der Greiferfinger) extrem gering. Auch beim Thema Langlebigkeit zeigt der RRMG-MRK eine herausragende Performance: Der Greifer ist wartungsfrei bis zu zehn Millionen Greifzyklen, bei bis zu 100 Zyklen pro Minute. Je nach Greifstrategie und Kontur des WerkstĂŒcks können mit 120 Newton Greifkraft selbst grĂ¶ĂŸere Bauteile sicher gegriffen werden. Die Abfrage der Spannstellung erfolgt komfortabel ĂŒber integrierte Sensoren. Christian Schmid: "ZusĂ€tzlich kann mit dem speziell fĂŒr den KUKA LBR iiwa entwickelten Flansch die Greifposition um 90 Grad verstellt werden - je nachdem, ob ein Bauteil horizontal oder vertikal gegriffen werden soll. Der Greifer lĂ€sst sich dank Schnellverstellung einfach um 90 Grad schwenken."

Fazit: Mit dem robusten, leichten und individuell anpassbaren RRMG-MRK hat RÖHM einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft gemacht und beweist sich erneut als InnovationsfĂŒhrer im Bereich von Produkten aus additiver Fertigung.


POWER GRIP - PALETTIERUNG UND SPANNMITTEL AUS EINER HAND
Eine deutliche ProduktivitĂ€tssteigerung erzielen Palettiersysteme wie das Power-Grip Nullpunktspannsystem von RÖHM. Dieses modulare System erfĂŒllt die Anforderungen nach kundenspezifischen Lösungen bei bestmöglicher Ausnutzung der MaschinenkapazitĂ€t. 

Röhm - Power-Grip Nullpunktspannsystem
Das neue Power-Grip Nullpunktspannsystem von RÖHM

WĂ€hrend bisher die Werkzeugmaschine fĂŒr die Zeit des Aufspannvorgangs still stand, kann nun das WerkstĂŒck außerhalb der Werkzeugmaschine auf der Palette gespannt und positioniert werden. Die RĂŒstzeit beschrĂ€nkt sich nur noch auf das sekundenschnelle Ein- und Auswechseln der Palette. Sind fĂŒr die Bearbeitung mehrere Fertigungsprozesse notwendig, kann die Palette samt WerkstĂŒck ohne Nullpunktverlust eingesetzt werden. Aufgrund der robusten und rostbestĂ€ndigen Bauweise eignet sich das Power-Grip Nullpunktspannsystem durchgĂ€ngig von der zerspanenden Bearbeitung ĂŒber den Bereich Erodieren bis hin zu Messmaschinen.

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Flyer Power-Grip Nullpunktspannsystem (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer Power-Grip Nullpunktspannsystem (PDF-Datei, Englisch)
Flyer Power-Grip Nullpunktspannsystem (PDF-Datei, Französisch)


NEUES GESICHT FÜR DIE NC-KOMPAKT-SPANNER
Inspiriert von den Verkaufserfolgen des neu designten NC-Kompakt-Spanners RKE haben die Spezialisten von RÖHM nun weiteren NC-Kompakt-Spannern ein neues Gesicht gegeben. Dabei wurden Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie nochmals verbessert.

Röhm - NC-Kompakt-Spanner

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Flyer NC-Kompakt-Spanner (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer NC-Kompakt-Spanner (PDF-Datei, Englisch)


MIT MICRO TECHNOLOGY LÖSUNGEN FÜR KLEINSTE WERKSTÜCKE
High-tech auf kleinstem Raum bieten individuelle Spannlösungen von RÖHM. FĂŒr die Bearbeitung von grazilen Mikro-bauteilen wie UhrengehĂ€usen, LĂŒnetten, Uhrwerken, ZahnrĂ€dern, DrĂŒckern und zahlreichen weiteren Uhrenkomponenten liefern wir die passenden Spannwerkzeuge. Auch fĂŒr die Medizintechnik bietet RÖHM spannende Lösungen. So werden Implantate fĂŒr die Zahntechnik oder fĂŒr HĂŒft- und Kniegelenke mit Spannfuttern, Zentrischspannern oder Mikro-Spannsystemen von RÖHM gefertigt.

Röhm - Micro Technology

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Flyer Micro Technology (PDF-Datei, Deutsch)
Flyer Micro Technology (PDF-Datei, Englisch)


Geburtshelfer fĂŒr PrĂ€zisionsuhren
Die Fertigung der Uhrenplatine ist die Geburtsstunde eines Manufakturkalibers, dem HerzstĂŒck hochprĂ€ziser, mechanischer Luxusuhren. FĂŒr die prozesssichere und wiederholgenaue Herstellung setzt IWC Schaffhausen eine Kern Micro ein.

Darauf ist das Schwenkfutter von Röhm aus der micro-technology-Reihe montiert. So erreicht IWC höchste PrÀzision und Wiederholgenauigkeit durch eine einzige Aufspannung bei dutzenden Bearbeitungsschritten mit zig Werkzeugwechseln.

Röhm - Uhrenplatine
Die kleinsten Bohrungen auf der Uhrenplatine haben nur 0,38 mm Durchmesser. – Bild: IWC / Röhm

Wir blicken in eine Fertigungshalle, die auf den ersten Blick aussieht wie viele, wĂ€ren da nicht die zahlreichen roten Kern-Maschinen, die Besonderes erwarten lassen. Dass wir ĂŒberhaupt hier hineingekommen sind, wĂ€re ohne Begleitung gar nicht möglich gewesen. Kein Firmenschild, nirgends das vertraute IWC-Logo, nichts, was auf den Hersteller von Luxusuhren hinweist. Als uns der Produktionsleiter fĂŒr Werkteile von IWC Schaffhausen, Christian Indlekofer, erzĂ€hlt, dass die wertvollste IWC-Uhr 750 000 Schweizer Franken kostet, sind wir schwer beeindruckt und können die GeheimniskrĂ€merei durchaus verstehen.

Dennoch ist heute auch die Herstellung der Bauteile fĂŒr die Kaliber, wie die Uhrenmanufakturen ihre eigens entwickelten, hergestellten und montierten Uhrwerke nennen, nur noch mit modernsten CNC-gesteuerten PrĂ€zisionsmaschinen und Bearbeitungszentren möglich. Das Ă€ndert nichts an der Wertigkeit der Uhren – im Gegenteil: Kunden erwarten neben hochwertigen Materialien, Design und Komplikationen – so heißen Funktionen wie Datum, zweite Zeitzone oder Jahreskalender – einer wertvollen Armbanduhr auch höchste Ganggenauigkeit. “Das prozesssichere und wiederholgenaue Fertigen der Einzelteile ist nur maschinell möglich. Die Montage findet dagegen nach alter Tradition weiterhin von Hand statt”, erklĂ€rt uns Heiko Zimmermann, der fĂŒr die Industrialisierung verantwortlich ist.

Röhm - Spannjoch
Eine Art Spannjoch, das durch die Schwerkraft rotiert, kann nach dem Schwenk des Futters um 180° wiederum von unten abstĂŒtzen. – Bild: IWC / Röhm

Bis zu 209 Werkzeuge
Also stehen wir jetzt vor einer Kern Micro, einem sehr kompakten PrĂ€zisions-Bearbeitungszentrum und beobachten, wie der Handlingroboter eine Messingplatine in den Abmessungen 50 x 50 x 3,25 mm einlegt. Stephan Zeller, Gebietsverkaufsleiter von Kern, schildert sogleich das Besondere: “Mit der Kern Micro hat IWC ein sehr kompaktes 5-Achs-Bearbeitungszentrum auf nur vier Quadratmetern StellflĂ€che, das hervorragend automatisierbar ist und bis in den Nano-Bereich prĂ€zise arbeitet.” Garant dafĂŒr ist unter anderem die Temperierung aller wĂ€rmeeinbringenden Komponenten in der Maschine. Mit 101 Werkzeugen im gut zugĂ€nglichen Werkzeugkabinett, das sogar maximal 209 Werkzeuge aufnehmen kann, werden alle Prozessschritte abgedeckt.

Röhm - Uhrenplatine Bild 2
Bis zur fertigen Uhrenplatine werden bei einer Aufspannung 270 Operationen mit 54 Werkzeugen durchgefĂŒhrt. – Bild: IWC / Röhm

Einzigartiges Konzept
Im aufgerĂ€umten Arbeitsraum ist das preisgekrönte Kraftspann-Schwenkfutter von Röhm aus der micro-technology Reihe montiert. Mit dem weltweit einzigartigen, von Röhm in der Schweiz ausgedachten und in Sontheim konstruierten Platinenfutter fertigt IWC in einer einzigen Aufspannung der Platine alle notwendigen Operationen. Dies sind FrĂ€sen, Bohren, Gewindeschneiden und Einstechen sowie die Feinbearbeitung der Kanten. Ja selbst die Bohrung fĂŒr die Aufzugswelle horizontal vom Außenrand der Platine zu deren Innerem kann ohne Umspannen durchgefĂŒhrt werden. “FrĂŒher hatten wir die Platine auf drei Maschinen aufspannen mĂŒssen”, erinnert sich Zimmermann. Das dauerte natĂŒrlich insgesamt lĂ€nger und barg die Gefahr, dass das Ergebnis weniger prĂ€zise sein konnte als heute. Nach einem Einmessen des WerkstĂŒcks, das Toleranzen des Rohlings berĂŒcksichtigt, holt sich das System seinen Nullpunkt.

Röhm - Bohrung Aufzugwelle
Sogar die Bohrung fĂŒr die Aufzugswelle kann ohne Umspannen gefertigt werden. – Bild: IWC / Röhm

Die Uhrenplatine ist das zentrale Bauteil einer mechanischen Uhr. Auf ihr werden spĂ€ter alle Bestandteile des Uhrwerks platziert, von der BrĂŒcke ĂŒber die Unruhkloben bis zu den Lagersteinen aus Rubin sowie Stifte, Achsen und ZahnrĂ€der. Je nach Komplikation kann ein solches Uhrwerk aus mehreren hundert! kleinsten Teilen bestehen. Bis das Spannfutter den Rohling als fertige Platine wieder fĂŒr die Entnahme loslĂ€sst, werden mit der Kern Micro auf der Werkseite und der Zifferblattseite unglaubliche 270 Operationen mit insgesamt 54 Werkzeugwechseln in einer PrĂ€zision von ± 2 ”m durchgefĂŒhrt. Dabei kommt jedes Werkzeug nur einmal zum Einsatz. Die Bearbeitungsschritte und deren Reihenfolge sind sehr genau durchgeplant. Weil das Schwenkfutter die Platine schneller wendet als ein Werkzeugwechsel durchgefĂŒhrt wird, werden mit einem Werkzeug stets Operationen auf beiden Seiten der Platine durchgefĂŒhrt, bevor es gewechselt wird.
 
Röhm - Spannfutter
IWC fertigt mit einem Spannfutter von Röhm Uhrenplatinen in einer einzigen Aufspannung. – Bild: IWC / Röhm

Extreme Herausforderungen
Und so entstehen auf der spĂ€ter 40 mm im Durchmesser großen Uhrenplatine Bohrungen, von denen die kleinsten nur 0,38 mm Durchmesser haben, Gewindelöcher und Raum fĂŒr die Werksbestandteile. An manchen Stellen wird das Material des Rohlings bis auf 0,5 mm abgetragen. Das stellt nun wiederum eine ganz besondere Herausforderung an das Spannfutter. Denn keinesfalls darf sich das WerkstĂŒck aus Messing durch die auf es einwirkende Kraft durchbiegen oder gar zerbrechen. Vor allem bei den Einstechprozessen ist die einwirkende Kraft nicht zu unterschĂ€tzen. Ein Durchbiegen wĂŒrde zu ungenauen Ergebnissen fĂŒhren. Also muss eine WerkstĂŒckabstĂŒtzung, eine Art Anschlag her.

AbstĂŒtzung der Platine
Doch das ist gar nicht so einfach, denn die AbstĂŒtzung, die die Platine von unten unterstĂŒtzt und gegen ein Durchbiegen wirkt, muss ja nach einem Schwenk wiederum genauso von unten wirken. Hier hat Röhm eine weltweit einzigartige clevere Lösung gefunden. “Eine Art Spannjoch, das durch die Schwerkraft rotiert, kann nach dem Schwenk des Futters um 180° wiederum von unten abstĂŒtzen”, erklĂ€rt Damiano Casafina, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Röhm Schweiz, der sich diese innovative und einfache Lösung ausgedacht hat.

Dennoch steckt auch hier die Schwierigkeit im Detail. Denn nach der schwerkraftausgelösten schwungvollen Drehung des Spannjochs darf es nicht mit dem vollen Drehschwung auf die Platine durchschlagen. Die könnte dabei verbogen, zerstört oder aus den Spannbacken herausgeschleudert werden. Also hat Röhm eine Art Bremse eingebaut, die die AbstĂŒtzung auf beiden Platinenseiten sanft von unten heranfĂŒhrt, einrastet und ihre AbstĂŒtzfunktion wahrnehmen kann. Die Bearbeitung kann so mit der notwendigen PrĂ€zision bei sĂ€mtlichen Prozessen durchgefĂŒhrt werden. Wie dieser Mechanismus im Detail funktioniert, lĂ€sst sich Casafina partout nicht entlocken. “Das ist und bleibt natĂŒrlich unser Know-how.”

Röhm - Kraftspann-Schwenkfutter
Das Kraftspann-Schwenkfutter von Röhm ermöglicht die Bearbeitung von drei Seiten bei einer Aufspannung. – Bild: IWC / Röhm

Seit Oktober 2015 ist die Kombination aus Kern Micro und Röhms schwenkbarem Kraftspannfutter im Einsatz. “Die Einheit produziert inzwischen an 140 Wochenstunden”, wie Zimmermann berichtet. Tausende der Platine sollen innerhalb eines Jahres darauf prozesssicher und wiederholgenau gefertigt werden. Und der nĂ€chste Schritt ist bereits geplant, wie Indlekofer verkĂŒndet: “Wir wollen vor allem die FlexibilitĂ€t, aber auch die ProduktivitĂ€t weiter erhöhen.” Hierzu ist an ein 4-fach-Futter mit Schwenkfunktion gedacht. Kern und Röhm sind bereits an der gemeinsam abgestimmten Planung. Und so betonen Zeller und Casafina unisono, “dass nur die enge Abstimmung zwischen uns und die gute Zusammenarbeit dem Kunden IWC diese erfreulichen Ergebnisse verschafft.” Wir lassen uns bei einem nĂ€chsten Besuch an geheimer StĂ€tte gerne wieder davon ĂŒberzeugen.

Röhm - Gruppenbild
Robert Buchmann, Röhm Deutschland; Damiano Casafina, Röhm Schweiz; Christian Indlekofer, IWC; Stephan Zeller, Kern Mikrotechnik; Heiko Zimmermann, IWC. – Bild: IWC / Röhm


ProduktĂŒbersicht

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